Magnum auf Tauchgang: Fladnitzdüker mit großer Manschette repariert

ESCHWEGE, 02.07.2018 – Die für extreme Einbausituationen konzipierte Magnum-Manschette von Flexseal hat nun auch ihre Bewährungsprobe unter Wasser bestanden: Mit einem speziell konstruierten Hilfsmittel und viel Geschick reparierte ein Team aus Arbeitstauchern den beschädigten Fladnitzdüker in Niederösterreich nahezu ohne Sicht in 4 m Wassertiefe.

In bis zu 4 m Wassertiefe arbeiteten die Berufstaucher, um den beschädigten Fladnitzdüker unter anderem mit Flexseal-Manschetten des Typs Magnum abzudichten. Hierbei waren Geschick und Fingerspitzengefühl gefragt.
In bis zu 4 m Wassertiefe arbeiteten die Berufstaucher, um den beschädigten Fladnitzdüker unter anderem mit Flexseal-Manschetten des Typs Magnum abzudichten. Hierbei waren Geschick und Fingerspitzengefühl gefragt.

Mehr als drei Jahrzehnte hat er reibungslos Quell- und Sickerwässer transportiert – der Düker quer unter der Fladnitz, einem Donauzulauf nahe der Stadt Krems, rund 70 km nordwestlich von Wien. Als in die Fischzucht, die das Quellwasser üblicherweise nutzt, plötzlich sedimentreiches Wasser eingetragen wurde, war die Ursache dafür schnell gefunden: Ein schwimmender Bagger, der Schlammmassen im Fladnitzbach abgetragen hatte, hatte den im Wasser verlegten Rohrverlauf an zwei Stellen beschädigt.

Extra große Manschette „Magnum“

Mit den Reparaturarbeiten beauftragte „Verbund“, der größte Betreiber von Wasserkraftwerken in Österreich und Bayern mit Sitz in Wien, die oberbayerische Firma AUP Unterwassertechnik. Um die ersetzten Teilstücke in den GFK-Rohrverlauf einzubinden, lieferte die Flexseal GmbH je zwei Manschetten des Typs Magnum plus vier Ausgleichsringe zur Größenanpassung von DN 820 auf DN 840 mm. Die extra breite und extra druckdichte Manschettendichtung ist auf extreme Situationen ausgelegt. „Normalerweise nutzen wir innenliegende Manschetten. Weil diesmal der Rohrverlauf aber gut von außen zugänglich war, haben wir uns für die Magnum-Manschette von Flexseal entschieden“, erklärt Stefan Akhawan, Geschäftsführer der AUP Unterwassertechnik.

Eine echte Herausforderung: Unterwasser-Reparaturen am Fladnitzdüker, wo die Magnum-Manschette neue Rohrstücke einbindet.
Eine echte Herausforderung: Unterwasser-
Reparaturen am Fladnitzdüker, wo die
Magnum-Manschette neue Rohrstücke
einbindet.

Mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl

Die speziell ausgebildeten Arbeitstaucher aus Pfaffenhofen gehen baden, wo die meisten Menschen keinen Fuß ins Wasser setzen würden: in trüben Seen, morastigen Gewässern oder sogar wassergefüllten U-Bahn-Schächten. Bauhandwerkliche Tätigkeiten unter Wasser in Tiefbau und Kraftwerksbau, Brücken- und Brunnenbau sind die Spezialität des elf Mitarbeiter starken AUP-Teams rund um Stefan Akhawan. Vor allem in schlammigen Bereichen fehlt ihnen dabei oftmals die Sicht; verlassen können sie sich lediglich auf ihr Fingerspitzengefühl und ihre Erfahrung. „Teilweise müssen unsere Taucher blind arbeiten, da muss jeder Handgriff sitzen und optimal vorbereitet sein. Arbeiten unter Wasser dauert etwa drei Mal so lang wie an Land“, weiß Stefan Akhawan.

Maßgeschneidert und druckdicht bis 4 bar

Das Können der Unterwasser-Profis war auch am Fladnitzdüker gefragt: In etwa 4 m Wassertiefe saugten die Taucher Schlamm ab, legten den Rohrverlauf frei und trennten an zwei Stellen die beschädigten Teilstücke des GFK-Rohres DN 800 heraus. Um die Flusssohle entlang des Dükerrohres zu vertiefen und genügend Arbeitsraum auch unter der Rohrsohle zu schaffen, nutzten die Taucher handgeführte Absaugschläuche.
Ebenfalls unter Wasser trennten die erfahrenen Berufstaucher die verbliebenen Rohrenden mit hydraulisch angetriebenen Trennschneidern winklig ab und vermaßen die beiden Ersatzstücke. Sobald die zwei maßgeschneiderten Teilstücke, zusammen etwa 11 m lang, geliefert waren, kamen die Flexseal-Verbinder zum Einsatz: Je zwei Manschetten des Typs Magnum für die Rohrverbindung von DN 840 mm Außendurchmesser wurden an Land aufgezogen, die Verarbeitung unter Wasser übernahm ein Taucher.
„Die Materialbeschaffung hat sehr gut funktioniert. Flexseal lieferte die speziell maßgeschneiderten Manschetten innerhalb weniger Tage“, hebt Stefan Akhawan hervor. Die individuell gefertigten Magnum-Manschetten verbinden Rohre aus allen Materialien und von allen Herstellern sicher, zuverlässig und dauerhaft dicht miteinander. Je nach Nennweite ist die Manschette druckdicht bis 4 bar. Die besondere Breite der Dichtmanschette von 370 mm garantiert eine höhere Toleranz bei zugeschnittenen Rohrenden.

Trotz erschwerter Sicht montierten die AUP-Taucher die extra großen Manschetten auch unter Wasser sicher, dicht und passgenau. | Fotos: Flexseal
Trotz erschwerter Sicht montierten die
AUP-Taucher die extra großen
Manschetten auch unter Wasser sicher,
dicht und passgenau. | Fotos: Flexseal

Hilfsmittel für Unterwasser-Montage

Das Ergebnis der Unterwasser-Montage ist dasselbe wie bei der Verarbeitung an Land, lediglich die Arbeitsweise unterscheidet sich in den meisten Fällen: „Für besseres Handling bei den eingeschränkten Sichtverhältnissen in der Fladnitz haben wir eine Edelstahl-Spannmanschette mit längerem Schlüssel konstruiert, so konnten wir die Rohrenden noch einfacher miteinander verbinden“, erläutert Stefan Akhawan. Rund vier Wochen im Winter 2016/2017, zeitweise unterbrochen durch eine Eisdecke auf dem Flusslauf, arbeitete sein Team insgesamt am Fladnitzdüker. Abschließend hoben die Taucher die beiden neuen, passgenau zugeschnittenen Teilstücke des GFK-Rohres ein und verbanden sie unter Wasser mit dem bestehenden Leitungsverlauf. Zum Schluss wurde der komplette Rohrleitungsverlauf einbetoniert und der Arbeitsraum, der durch das Absaugen entstanden war, wieder verfüllt.
Die AUP-Unterwasser-Profis sind mit dem Handling auch in 4 m Wassertiefe und bei schlechter Sicht gut zurechtgekommen. „Wir sind voll und ganz zufrieden mit der Manschette von Flexseal. Wenn bei Reparaturen unter Wasser der Rohrverlauf wieder einmal von außen zugänglich sein wird, werden wir sie sicherlich wieder einmal einsetzen“, lautet die Bilanz von AUP-Geschäftsführer Stefan Akhawan.