Axel-Springer-Neubau: Jede Etage ist anders

BERLIN, 12.07.2018 – Die Arbeiten am neuen Axel-Springer-Haus laufen voll im Zeitplan: Ende 2018 wird die Direktion Nord der Ed. Züblin AG die Rohbauarbeiten voraussichtlich abgeschlossen haben. Das Schalungskonzept von Züblin und Ulma trägt wesentlich zur Optimierung des Bauablaufes bei.

Der Axel-Springer-Neubau: Wo Standardlösungen an ihre Grenzen stoßen, entwickeln die Schalungstechniker gemeinsam mit der Bauleitung kurzfristig Sonderlösungen.
Der Axel-Springer-Neubau: Wo Standardlösungen an ihre Grenzen stoßen, entwickeln die Schalungstechniker gemeinsam mit der Bauleitung kurzfristig Sonderlösungen. | Fotos: Ulma
„An diesem Gebäude ist jede Etage anders als die vorherige“, erklärt Züblin-Bauleiter Christian Schumacher. Insgesamt werden es 13 Etagen: Zwei Untergeschosse, Erdgeschoss sowie zehn Obergeschosse. Das 2. UG wurde als weiße Wanne ausgeführt. Während das Erdgeschoss noch Sonderhöhen von 5 m ausweist, gehen diese bis zum fünften Obergeschoss auf 4 m zurück. Auch der Grundriss wird in diesem Bereich stetig kleiner. „Die Bauabschnitte sind durch ein regelrechtes Wechselspiel von Stahlbetonbau und Gerüstbau gekennzeichnet; ein Extrem ist das EG mit rund 80 % Stahlbeton-Einsatz, das andere Extrem das fünfte OG, wo wir 80 % Gerüstbau haben“, so Schumacher. In dieser Etage beginnt auch der große Luftraum, ein ca. 50 m hohes Atrium, das sich zum bestehenden Axel Springer-Haus hin öffnet.
Zu den Besonderheiten zählen die geraden Primärstützen im Innenbereich und die geneigten Tertiärstützen im Fassadenbereich sowie die sogenannte Studiobrücke, die die beiden Gebäudeteile im Bereich OG 4 und OG 5 miteinander verbindet. In diesem Bereich ist die Deckenstärke inklusive Überzug- und Unterzugsystem deutlich mächtiger ausgeprägt als in den anderen Geschossen.

Bauablauf optimiert


Für die Erstellung des Rohbaus haben sich die Baupartner auf einen terminlichen Versatz im Schalungstakt festgelegt. „Die sogenannte Nordhälfte wird deshalb immer rund anderthalb Monate vorher eingeschalt“, sagt Ulma-Projektingenieur Werner Olschewski. „Der Umstand, dass ein Großteil der Schalung in Form von Umsetzeinheiten zwischen den Kernen wandert, trägt ebenfalls zu einem wirtschaftlichen Einsatz bei.“ So kommen die verschiedenen Schalungssysteme für Kerne, Decken und Stützen praktisch im Uhrzeigersinn zum Einsatz. „Sie befinden sich in einem stetigen Fluss zwischen Ein- und Ausschalen, um auch die Vorhaltemengen nicht bis zum Letzten auszureizen“, so Schumacher.

Züblin-Bauleiter Christian Schumacher (l.) und Ulma- Projektingenieur Werner Olschewski
Züblin-Bauleiter Christian Schumacher (l.) und Ulma- Projektingenieur Werner Olschewski bei der Planung des Schalungseinsatzes für den nächsten Rohbauabschnitt.


Spontane Sonderlösungen


In den Bauphasen, an denen die Standardlösungen an ihre einsatztechnischen Grenzen stießen, haben die Schalungstechniker gemeinsam mit der Bauleitung kurzfristig Sonderlösungen entwickelt. „Grundsätzlich gibt es eine Marschroute“, so Schumacher, „aber Detailthemen, zum Beispiel ob man die Unterzüge im Erdgeschoss zweihäuptig mit einem Einlegekasten realisiert oder vielleicht als aufgedoppelten Deckentisch umsetzt, dass entsteht spontan im Gespräch mit Polier, Bauleiter und Schalungshersteller.“
„Beispielhaft hierfür stehen die Schalung der Wände für die Untergeschosse, wo die Arbeiten insbesondere von extremer räumlicher Enge gekennzeichnet waren, die vielen Unterzüge in den Untergeschossen und im Erdgeschoss, für die wir die Schalung ebenfalls an die Dimensionen anpassen mussten, oder die schräggestellten Stützen im Fassadenbereich sowie die Decken in OG eins bis OG vier und in den Außenbereichen der Kerne, die entsprechend DBV-Merkblatt (Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V.) als Sichtbeton zu realisieren waren“, ergänzt Olschewski. Den ungewöhnlichen planungstechnischen Aufwand dokumentiert auch der Umstand, dass zu jeder Deckenuntersicht ein Plan von Ulma erstellt wurde, wo jeder einzelne Schalplattenstoß abgestimmt auf die Gebäudegeometrie und die vorgesehenen Schallabsorber abgebildet war.

Mehr über das Projekt finden Sie auf www.axelspringer-neubau.de

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