BIM in der Praxis: Kompetenzzentrum vermittelt Testfelder

BERLIN, 16.07.2018 – Die Übernahme von digitalen Methoden und Werkzeugen im deutschen Baugewerbe stockt. Es ist schwer, Bauherrn zu finden, die bereit sind, ihre Bauprojekte zum Ausprobieren von BIM & Co. zur Verfügung zu stellen. Die nötigen Übungs- und Testfelder für die praxisgerechte Erprobung bietet jetzt das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen an.

Virtual Reality macht das Planen „begreifbarer“. Möglichkeiten, digitale Techniken in der Praxis zu testen, bietet das Kompetenzzentrum Planen und Bauen an.
Virtual Reality macht das Planen „begreifbarer“. Möglichkeiten, digitale Techniken in der Praxis zu testen, bietet das Kompetenzzentrum Planen und Bauen an. | Foto: buildingSMART/Ludmilla Parsyak Photography

Jetzt, da die deutsche Bauwirtschaft bereit ist, die Digitalisierung aktiv anzugehen, scheitert es an den Möglichkeiten, dies zu tun. Das Problem ist die Hochkonjunktur: Kaum ein Bauherr ist zurzeit bereit, sein Bauprojekt baubegleitend als ein mögliches Anwendungs- und Übungsfeld für neue digitale Anwendungen und Prozessketten anzubieten. Zu groß ist der Bedarf, Bauvorhaben so schnell wie möglich abzuschließen und das nächste Projekt zu starten. Die Bereitschaft, neue Technologien, neue Methoden und neue Prozesse einem praxisgerechten Test zu unterziehen, ist gering. Die Folge: Das enorme Wertschöpfungspotential von digitalen Methoden und Techniken bleibt ungenutzt, und die mittelständische deutsche Bauwirtschaft verliert weiter an Wettbewerbskraft.

Digitale Lösungen ausprobieren


Genau hier hilft das neue Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Planen und Bauen mit seinen fünf regionalen Standorten und Forschungseinrichtungen. Um die Hürden beim Auftraggeber zu nehmen, werden von den Partnern des Kompetenzzentrums Planen und Bauen Zwischenschritte mit zielgruppenspezifischen Demonstratoren, generischen Bauanwendungsfeldern und ersten Umsetzungsprojekten initiiert. Im geschützten, aber praxisgerechten Testfeld können gemeinsam mit kleinen und mittelständischen Unternehmen neue digitale Lösungen und Prozessketten aufgebaut, erprobt, optimiert und der erzielbare Mehrwert nachgewiesen werden. Damit wird der Bauherr nicht zum Erstanwender neuer digitaler Techniken und Methoden, sondern erhält durch die praxisgerechte Anwendung im Testfeld einen nachvollziehbaren Nachweis der Funktions- und Leistungsfähigkeit der neuen Lösungen.

Erstanwender leichter finden


Damit steigen die Chancen, einen Erstanwender für neue Lösungen am freien Markt zu finden, deutlich. Hierfür hat das Kompetenzzentrum bereits eine Reihe von Bauherren an sich gebunden, die bereit sind, neue Lösungen nach einem entsprechenden „Prove of Concept“ durch das Kompetenzzentrum Planen und Bauen in ihre Bauvorhaben einzubinden. Erste Umsetzungsprojekte wurden gestartet, und es sollen noch viele weitere folgen.
„Die Digitalisierung des Mittelstandes und des Handwerks wird scheitern oder zumindest massiv verzögert werden, wenn wir nicht für das notwendige Anwendungsfeld sorgen“, sagt Thomas Kirmayr, Leiter des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen. „Die Partner des Kompetenzzentrums werden den Zielgruppen Lösungen, Anwendungsprojekte und Demonstratoren von der Projektentwicklung über die Planung, der Bauausführung und dem Bauhandwerk bis hin zum Gebäudebetrieb mit SmartHome und IoT zur Verfügung stellen.“

Dafür baut das Kompetenzzentrum zurzeit ein Netzwerk aus kleinen und mittelständischen Unternehmen und innovativen Handwerksbetrieben auf. Aber auch Bauherren und Multiplikatoren gehören zu den engen Kooperationspartnern.

Weitere Informationen unter www.kompetenzzentrum-planen-und-bauen.digital