NanoGator und MicroGator: Hightech-Fräser der neusten Generation

KIEL, 11.07.2018 – IBAK Robotics hat zwei elektrische Fräsroboter der neusten Generation im Sortiment: Der MicroGator beherrscht die Rohrbandbreite von gelinert DN 200 bis DN 800, der bogengängige und abbiegefähige NanoGator ist für den Hausanschlussbereich konzipert.

Einer für alles im Hauptkanal: Der MicroGator mit leistungsstarkem elektrischen Fräsmotor beweist seine herausragende Abtragsleistung im Steinzeugrohr. | Foto: IBAK
Einer für alles im Hauptkanal: Der MicroGator mit leistungsstarkem elektrischen Fräsmotor beweist seine herausragende Abtragsleistung im Steinzeugrohr. | Foto: IBAK
Man sieht es dem kugelig erscheinenden Schiebefräser NanoGator an, dass er für den Bereich von verzweigten und gebogenen Hausanschlussrohren entwickelt wurde. Vergleichbar mit der Größe einer Faust ist er ab einer Rohrdimension von DN 100 einsetzbar. Durch die großzügig angelegten Dreh- und Schwenkwinkel des Fräskopfes kann jeder beliebige Punkt im Rohr erreicht werden.
Trotz seiner kleinen Maße steckt viel Hightech im NanoGator: Der bürstenlose Motor wird mit bis zu 20.000 Umdrehungen pro Minute betrieben und mit Wasser gekühlt. Das Wasser wird vom Fräskopf vernebelt und bindet Staub – ein nicht unerheblicher Effekt, der für klare Sichtverhältnisse beim Fräsen sorgt. Einen toten Winkel beim Beobachten des Fräsvorganges gibt es dank zweier Kameras mit großen Öffnungswinkeln nicht.
Baustellen-Feeling: Auf dem Außengelände der IFAT präsentierte IBAK Robotics den Hausanschluss-Fräser NanoGator zum Ausprobieren. | Foto: IBAK
Baustellen-Feeling: Auf dem Außengelände
der IFAT präsentierte IBAK Robotics den
Hausanschluss-Fräser NanoGator zum
Ausprobieren. | Foto: IBAK

Patentierte Lagerstelle

Weil beim Fräsen Kugellager ständig starken Belastungen ausgesetzt sind, wurde beim NanoGator das Kugellager nicht im Gehäuse verbaut. Der Fräser dreht sich auf seinem eigenen Lager. Er wird von der Motorwelle angetrieben, die mechanisch von den auf den Fräser wirkenden äußeren Kräften entkoppelt ist. Dadurch wird einerseits die Motorwelle vor den starken Vibrationen dauerhaft geschützt und ist damit nicht wartungsanfällig. Andererseits kann der Fräskopf samt Lagerung unmittelbar auf der Baustelle durch einen Klick-Mechanismus einfach und schnell ausgetauscht werden. Ein klarer Vorteil für den Anwender, der auf der Baustelle keine Ausfallzeiten gebrauchen kann.

MicroGator arbeitet ohne Krach

Mit der nahezu geräuschlosen Arbeitsweise des MicroGator ist nicht nur die Arbeitsplatzbelastung des Technikers deutlich herabgesetzt, sondern die Genehmigung und Akzeptanz von Nachtbaustellen beispielsweise in Wohngebieten begünstigt. Der MicroGator der neuen Generation wird den höheren Belastungen und mechanischen Kräften in großen Rohrdurchmessern wie DN 800 gerecht und ist dabei kompakt genug, um auch in kleinen Rohrdurchmessern ab DN 200 (gelinert) eingesetzt zu werden. Die „All-in-one-Lösung“ geht keine Kompromisse ein.

Dank Luftschild und Wasserdüse immer klare Sicht

Fräsarbeiten verursachen bekanntlich Späne, Staub und anderen Schmutz. Für eine Kamera ist das kein optimales Szenario; doch die Farbschwenkkopfkamera CutterCam kommt in dieser Umgebung zurecht: Feinste während der Fräsarbeiten entstehende Partikel gelangen durch die neue pneumatische Reinigungsvorrichtung nicht auf die Kameralinse. Ein permanenter Luftstrom bildet eine Art Schild vor der Optik und pustet den Frässtaub zuverlässig weg.
Größere Partikel können jederzeit durch eine zusätzliche Wasserdüse per Knopfdruck weggespült werden. Das Spülen dauert lediglich Bruchteile von Sekunden und verdeckt niemals die Sicht auf das Fräswerkzeug. Extreme Verschmutzungen können nach wie vor durch ein Verschwenken der Kamera über eine Gummilippe restlos beseitigt werden.

Das regnerische Wetter in München hatte den Frässtaub des Steinzeugrohres zu Schlamm werden lassen. Dieser eignete sich hervorragend, um den IFAT-Besuchern die Reinigungsfunktion der CutterCam anschaulich zu demonstrieren. | Foto: IBAK
Das regnerische Wetter in München hatte den Frässtaub des Steinzeugrohres zu Schlamm werden lassen. Dieser eignete sich hervorragend, um den IFAT-Besuchern die Reinigungsfunktion der CutterCam anschaulich zu demonstrieren. | Foto: IBAK

Neuer Fahrwagenzusatz

Nicht nur im europäischen Ausland sind in der Praxis Schächte vorzufinden, die deutlich kleiner sind als das angeschlossene Rohr. In dieser Situation konnte sich der Anwender bisher nur dadurch behelfen, den am Kran hängenden Fräsroboter in der Schachtsohle auf die passende Rohrgröße aufzubauen. Mit dem neuen Fahrwagenzusatz des MicroGators kann ein Arbeiten unter schwebenden Lasten vermieden werden, denn er kann teilmontiert in den Schacht eingelassen werden. Der MicroGator wird dann über eine einfache Einrast-Vorrichtung auf den Fahrwagenzusatz herabgelassen und sicher fixiert. Dieser Mechanismus verbindet beide Komponenten zuverlässig ohne den Einsatz von Schrauben oder von zusätzlichem Werkzeug zu einer Einheit.

Sicherheit im Fokus

Alle IBAK Robotics-Fräser erfüllen die Sicherheitsrichtlinien nach DIN VDE 0105-100 für den Betrieb von elektrischen Anlagen. Sowohl im Schiebe- als auch im Hauptkanalfräser erfolgt eine permanente Druck- und Isolationsüberwachung zum Schutz der Anlage und des Bedieners. Kleinere Defekte werden frühzeitig erkannt, bevor größere Schäden entstehen können. Der Bediener erhält einen visuellen Sicherheitshinweis am Display und wird über einen Warnton informiert, sofern eine Undichtigkeit der elektronischen Bauräume festgestellt wird. Zudem ist sichergestellt, dass keine gefährliche Spannung an Geräteteilen durch Isolationsschäden anliegen kann.

MicroGator mit Fahrwagen-Zusatz für die Befahrung von DN-800-Rohren. Der MicroGator ist ein Fräsroboter für den Hauptkanal in Rohrdimensionen von DN 200 (gelinert) bis DN 800. | Foto: Messe München
MicroGator mit Fahrwagen-Zusatz für die Befahrung von DN-800-Rohren. Der MicroGator ist ein Fräsroboter für den Hauptkanal in Rohrdimensionen von DN 200 (gelinert) bis DN 800. | Foto: Messe München

Alles aus einer Hand

Nicht nur im Bereich der Kameratechnik profitiert IBAK Robotics von den langjährigen Erfahrungen des Branchenpioniers für Kanalinspektionssysteme; auch die etablierten Lösungen bezüglich Energieversorgung und Ansteuerung wurden von IBAK übernommen. Die Kompatibilität und Durchgängigkeit über die Bereiche Inspektion und Sanierung ist vorteilhaft für den Anwender in seiner täglichen Arbeit: Er steuert Fräsroboter und Inspektionskamera über die gleichen Joysticks und Tasten. Die Integration der Software Ikas evolution ermöglicht einen nahtlosen Übergang der Daten von der Inspektion zur Sanierung. So erfolgt die Schadenserfassung während der Inspektion, die Planung von Sanierungsmaßnahmen im Ingenieursbüro und die Dokumentation der Schadensbeseitigung während des Fräsens in ein und dergleichen Arbeitsumgebung.

Smartes Anlagenkonzept

Nicht nur die Fräsroboter gehören der neusten Generation an, auch das Anlagenkonzept hat IBAK grundlegend auf die Zukunft ausgerichtet. Ein PC ist zwischen Bediener und Anlage geschaltet. Der Bediener äußert mit seiner Eingabe nur noch einen „Wunsch“ an den PC, wie z.B. an einer bestimmten Stelle zu fräsen. Der PC entscheidet daraufhin, auf welche Weise diese Vorgabe am besten umzusetzen ist. Noch bevor der Fräsmotor beim Arbeiten stehen bleibt, kann der PC eine etwaige Überlast erkennen und dementsprechend gegensteuern.
Mit dem Anlagenkonzept der neuen Genration wird der Bediener zukünftig in seiner Arbeit durch umfassende Informationen unterstützt. IBAK Robotics-Geschäftsführer Manfred Weber geht gedanklich noch einen Schritt weiter: „Mit dem neuen Anlagenkonzept sind die Möglichkeiten in Zukunft tatsächlich grenzenlos: Curved LED-Displays, die mehrere Anzeigen vereinen, autonomes Fahren im Kanal oder Spiele-Controller als Bedieneinheiten – alles ist denkbar. Wenn sich die Anlage wie ein Computer-Spiel steuern lässt – und davon bin ich überzeugt –, lassen sich auch junge Leute für die Arbeit im Kanalbereich begeistern.“