Vorstellung Fairway-Rasenmäher John Deere 6500A: Am Limit

Die neue 6000er Serie von Fairwayrasenmähern bietet viele Funktionen ihrer großen Geschwister, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Weil der Motor nur 24,7 PS leistet, ist keine kostspielige Abgasnachbehandlung mit Dieselpartikelfilter nötig. John Deere möchte so preisbewusste Greenkeeper erreichen, die nicht auf ein konsistentes Schnittbild beim Rasen auf ihren Fairways verzichten möchten.

Von Lasse Lommel

Der amerikanische Traditionshersteller hat eine traditionell enge Bindung zum Golfsport. Seit 1998 unterstützt John Deere die PGA Tour, die weltweit am höchsten dotierte Turnierserie, und sponsert jährlich das im Rahmen der Tour stattfindende John Deere Classic Turnier in Silvis, Illinois, das nur einen Steinwurf von der Konzernzentrale in Moline und etwa 250 km westlich von Chicago entfernt stattfindet.

Golfplätze müssen Kosten senken

Nun runden die Amerikaner ihr Portfolio der 7000er und 8000er Fairway-Mäher nach unten hin ab und begründen die neue Modellreihe mit den gestiegenen Personalkosten, die Golfplatzbetreibern eine höhere Kostendisziplin beim Maschineneinsatz abverlange. Der Antrieb der Rasenmäher der 6000er Reihe wird sichergestellt durch einen elektronisch geregelten Dreizylinder Yanmar-Diesel. Der japanische Motor kommt ohne Dieselpartikelfilter (DPF) sowie aufwendige Abgasnachbehandlung aus, die die Anschaffungskosten der Golfrasenmäher deutlich in die Höhe treiben würden.

Der John Deere 6500A Fairway-Mäher bildet die Mitte der neuen Modellreihe. Er schneidet mit fünf Zoll (12,7cm) messenden Spindeln auf einer Breite von 2,54 m. | Fotos: Lommel
Der John Deere 6500A Fairway-Mäher bildet die Mitte der neuen Modellreihe. Er schneidet mit fünf Zoll (12,7cm) messenden Spindeln auf einer Breite von 2,54 m. | Fotos: Lommel

Abgasnorm ohne Nachbehandlung

Die Leistung von knapp unter 25 PS ist ganz bewusst gewählt, denn ab 25 PS wäre ein DPF notwendig um die in diesem Leistungsbereich geltenden strengeren Vorschriften einzuhalten. Für Maschinen mit einer Motorleistung über 75 PS ist in der Regel zusätzlich die Verwendung von AdBlue nötig, um die strengeren Abgasvorschriften einzuhalten. Die Abgastechnik wird so immer stärker zum Thema in der Rasen- und Golfplatzpflege – eine ähnliche Entwicklung, wie sie in den letzten Jahren bei Baumaschinen zu beobachten war, die durch ihre stärkeren Antriebe schon früher die strengeren Abgasnormen einhalten mussten.

Für fast alle Fairways geeignet

Trotz der geringeren Motorleistung dürfte sich der Großteil aller Fairway-Flächen auf Golfplätzen problemlos mit der 6000er Serie pflegen lassen, die Dirk Bodenstein, Produktmanager für Golfrasenpflege bei John Deere, uneingeschränkt für den Einsatz bei Steigungen von bis zu 10% empfiehlt. Bei Flächen mit größeren Steigungen sei man dagegen besser beraten mit stärkeren Mähern, erklärte Bodenstein bei der Vorstellung der neuen Serie in England.
Die Bedienung der Maschine ist identisch wie bei John Deeres Fairway-Mähern der 7000er und 8000er Serien.
Die Bedienung der Maschine ist identisch wie bei John Deeres
Fairway-Mähern der 7000er und 8000er Serien.

Unterschiede in Schnittbreite und Schneideinheiten

Die drei allradgetriebenen Modelle der 6000er Reihe verfügen über je drei Räder, was sie besonders wendig macht. Zudem bieten alle drei Flächenmäher im Ölbad laufende, „nasse“, Vollscheibenbremsen, die in der Regel vollkommen wartungsfrei arbeiten, und teilen sich den gleichen hydrostatischen Antrieb. So wundert es nicht, dass die Mähgeschwindigkeit je ca. 13 km/h beträgt.

Bei den Schneideinheiten ist aber Schluss mit den Gemeinsamkeiten. Während der 6080A auf eine Schnittbreite von 2,03 m kommt, schneiden die beiden anderen Modelle 6500A und 6700A den Rasen je 2,54 m breit. Letztere unterscheiden sich nur durch den Einsatz von QA5-Spindeln mit einem Durchmesser von fünf Zoll bzw. sieben Zoll messenden QA7 Spindeln. Alle Schneideinheiten der 6000er Serie werden klassisch hydraulisch angetrieben.

Die von John Deere als „E-Cut Hybrid“ bezeichneten elektrisch angetriebenen, garantiert leckagefreien Schneideinheiten bleiben den höherwertigen Fairway-Mähern der 7000er und 8000er Serien vorbehalten.

Dirk Bodenstein, John Deere Golf
Durch Einstellungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Mäh-, Wende- und Transportgeschwindigkeiten könnten Head-Greenkeeper die Maschine individuell auf die Bedürfnisse ihres Golfplatzes einstellen, erläutert Dirk Bodenstein, Produktmanager für Golfrasenpflege bei John Deere.

Tempomat senkt Geschwindigkeit in Kurven automatisch ab

Mit einer eine Reihe von ausgeklügelten Details versucht John Deere Greenkeepern ihre Arbeit so einfach und angenehm wie möglich zu machen. Gleichzeitig legen sie den Grundstein für ein makelloses Schnittbild, das schließlich in erster Linie durch Konsistenz erreicht werden kann. So drosselt der integrierte Tempomat beim Anheben des Mähwerks die Fahrgeschwindigkeit automatisch. Welcher Anteil der Normalgeschwindigkeit in Kurven gefahren werden soll, stellt der Bediener selbst ein. So könne auch beim Mähen in Crosscut-Mustern gewendet werden ohne mit dem Mäher Spuren im Fairway oder Semi-Rough zu hinterlassen.

Zudem sind die Rasenmäher so konfiguriert, dass sie bei Steigungen die Fahrgeschwindigkeit anstatt der Mähwerksleistung reduzieren und die Schneideinheiten konstant weiterarbeiten.

Head-Greenkeeper legen Einstellungen fest

Alle Maschineneinstellungen können durch ein Passwort geschützt gespeichert werden, sodass Fahrer sie weder versehentlich noch absichtlich oder ohne Rücksprache mit dem Chefgreenkeeper ändern können. Allerdings lassen sich die Einstellungen nicht automatisch über mehrere Mäher synchronisieren oder transportieren und müssen bei jeder Maschine einzeln eingegeben und aktualisiert werden.

Glücklichere Fahrer – besseres Schnittbild?

Im Mittelpunkt einer jeden Maschinenentwicklung stehe der Fahrer, betont John Deere selbst. Denn schließlich gebe sich ein glücklicher Fahrer besondere Mühe, was sich unmittelbar in der Qualität des Schnittbildes widerspiegle. Und auf Fahrer möchte man bei John Deere auch weiterhin nicht verzichten: Im Gespräch mit der B_I galabau erklärt Golf-Experte Bodenstein weiter, dass man zwar auch an elektrischen und sich autonom fortbewegenden Maschinen arbeite, man aber die Batterietechnik für noch nicht ausgereift halte. Schließlich komme es bei der Pflege der Fairways und Greens sehr auf das Gewicht der Mäher an, sodass schwere Batterien – anders als bei akkubetriebenen Radladern, wo sie als Gegengewicht dienten – problematisch wären.

Yanmar-Diesel unter der Motorhaube des John Deere 6500A PrecisionCut Fairway-Mähers
Viel Platz unter die Haube: Kompakter Dieselmotor ohne
voluminösen Dieselpartikelfilter.

Mehr als nur Rasenmäher für Golfplätze

Mit den neuen Golf-Mähern für Fairways untermauert John Deere seinen Anspruch, alle Maschinen für die Arbeit von Greenkeepern bereitstellen zu können. Neben Bunkerrechen sowie Rough-, Fairway- und Green-Mähern stellt der amerikanische Golf-Spezialist kleine, versatile, mit Verbrenner- oder Elektroantrieb lieferbare Nutzfahrzeuge mit dem Namen Gator her. Ergänzt wird das Spektrum für Golfplätze durch die bekannten John Deere Kleintraktoren, die auch über die Rasenpflege hinweg flexibel ihre Dienste leisten.

Finanzierung und Aftersales Service

Zusammen mit der hauseigenen Bank kann John Deere so sowohl einen vollständigen Maschinenpark anbieten als auch die Finanzierung für Kauf, Miete oder Leasing direkt abwickeln. Gerade Leasingvereinbarungen mit angeschlossenem Wartungsvertrag seien bei den Kunden immer stärker gefragt, berichtet das Team des Herstellers in England. Besonders stolz zeigte man sich dort auch auf den Service nach dem Kauf, der sich unter anderem, dank einer Vielzahl von Lagern in Europa, durch eine schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen auszeichne: 80% könnten noch am gleichen Tag geliefert werden.

Die neuen Fairway-Mäher der 6000er Serie werden voraussichtlich ab Frühjahr 2019 verfügbar sein.

John Deere auf der GaLaBau Nürnberg 2018: Halle 9 / 9-317