Wohnungsmarkt: Baufirmen für serielle Sanierungen gesucht

BERLIN, 01.08.2018 – Die Immobilienwirtschaft sieht im seriellen und modularen Bauen große Potenziale, um schnell und kostengünstig Wohnraum zu schaffen – auch im Sanierungsbereich. Die Initiative Energiesprong Deutschland sucht dafür Bauunternehmen, die serielle Sanierungslösungen für den deutschen Markt entwickeln.

Vor allem in den Niederlanden wird schon nach dem Energiesprong-Prinzip gebaut und saniert. So entstehen Gebäude mit Nullenergiestandard.
Vor allem in den Niederlanden wird schon nach dem Energiesprong-Prinzip gebaut und saniert. So entstehen Gebäude mit Nullenergiestandard. | Foto: Energiesprong


Die Initiative der Deutschen Energie-Agentur (dena), die vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) unterstützt wird, hat zum Ziel, in den nächsten zwei Jahren bundesweit Prototypen mit vorgefertigten Elementen klimaneutral zu sanieren. So soll ein breiter Sanierungsmarkt erschlossen werden. Zugleich argumentiert die Initiative damit, dass die Energiewende gerade im Gebäudebestand stärker angeschoben werden muss.

Das Energiesprong-Prinzip stammt ursprünglich aus den Niederlanden. Es wird bereits in Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und in den USA auf den jeweiligen Markt angepasst und umgesetzt. Kern ist ein digitalisierter und industrialisierter Bauprozess. Solardach- und Fassadenelemente werden passgenau vorgefertigt, ebenso ein Haustechnikmodul. Damit erreichen die Gebäude den Nullenergiestandard: Sie produzieren so viel Energie, wie ihre Bewohner für Heizung, Warmwasser und Strom benötigen. Der Clou: Die eingesparten Energiekosten fließen in die Refinanzierung, so dass eine Energiesprong-Sanierung ohne Mehrkosten für die Bewohner umgesetzt werden kann.

Das Marktpotenzial im Mehrfamilienhausbereich beläuft sich nach Schätzungen der dena auf rund 500.000 Gebäude und rund 120 Milliarden Euro. Mittlerweile sind nach Auskunft von Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, schon neun Wohnungsunternehmen an der Initiative in Deutschland beteiligt. Für 60 Wohneinheiten würden zurzeit Prototyplösungen erarbeitet, für 57 ist man aktuell auf der Suche nach Anbietern gesucht. Weitere sollen folgen, derzeit fehle es aber in Deutschland noch an Lösungsanbietern.

Als Teilnehmer sucht Energiesprong Deutschland vor allem Generalunternehmer und -übernehmer. Aber auch Zulieferer für vorgefertigte Fassadenelemente, Solardächer, Heiz-, Lüftungs- und Speichertechnik sowie Energie-Monitoringsysteme werden gebraucht.

Am 20. September präsentieren Wohnungsunternehmen in Berlin auf einem sogenannten „Challenge Day" die Projekte, die sie mit Bauunternehmen umsetzen möchten. Dort werden auch Energiesprong-Prototypen vorgestellt und Lösungsansätze diskutiert. Ende Oktober ist ein „Innovation Day" geplant, um technische Fragen zu klären. Ende des Jahres soll ein Präsentationstag mit der Wohnungswirtschaft in Berlin folgen.

Baufirmen, die an einer Teilnahme interessiert sind, können sich unter www.energiesprong.de/innovationstarten registrieren. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Energiesprong-Prinzip, den geplanten Prototypen und den beteiltigten Firmen aus der Wohnungswirtschaft. Die Teilnahme an der Initiative ist kostenfrei.