Trinkwasser und Geld sparen: Regenwassertank

TENINGEN, 08.08.2018 – Auch in Deutschland kommt es in den Sommermonaten des Öfteren zu Engpässen bei der Wasserversorgung; viele Kommunen rufen ihre Bürger dazu auf, sparsam mit dem kostbaren Nass umzugehen. Mit Anlagen zur Regenwassernutzung lassen sich Trinkwasser und in einem Haushalt überdies bares Geld sparen.

Der Einbau eines Regenwasser-Flachtanks lässt sich als Sommerprojekt von ambitionierten Heimwerkern ohne Weiteres selbst durchführen. | Foto: djd/fbr/Otto Graf GmbH
Der Einbau eines Regenwasser-Flachtanks lässt sich als Sommerprojekt von ambitionierten Heimwerkern ohne Weiteres selbst durchführen. | Foto: djd/fbr/Otto Graf GmbH

Trinkwasser ist teuer und eigentlich viel zu schade für den Einsatz in der Gartenbewässerung, der WC-Spülung oder der Waschmaschine. Wer nicht die kompletten Sommerferien über verreist, kann die freie Zeit sinnvoll nutzen, zum Beispiel für den Einbau einer Regenwassersammel-Zisterne im Garten. So kann man bereits beim Einbau Kosten sparen.

Leichter Einbau durch Flachtank und Technikpakete

Verschiedene Hersteller bieten neben Beton- oder Kunststoffzisternen auch sogenannte Flachtanks an. Durch ihre flache Bauweise reicht für den Einbau eine vergleichsweise niedrige Baugrube, die man mit Spaten und Spitzhacke oder einem gemieteten Minibagger selbst ausheben kann. Die weitere Installation einer Regenwasseranlage ist mit Komplettpaketen, die bereits alle technischen Bauteile enthalten, einfach zu erledigen. Das Zubehörangebot reicht von Filtern vor dem Einlauf des Wassers in den Tank, über Pumpen, die angeschlossene Wasserarmaturen automatisch mit Regenwasser versorgen, bis zu automatischer Nachspeisung von Trinkwasser, falls das Regenwasser in sehr trockenen Sommern doch einmal knapp wird. Soll der Tank unter einer Hof- oder Garageneinfahrt untergebracht werden, ist darauf zu achten, dass er als befahrbar gekennzeichnet ist.

Regenwassertanks lassen sich im Garten jederzeit auch nachträglich einbauen, der Platzbedarf dafür ist gering. | Foto: djd/fbr/Roth Umwelttechnik GmbH
Regenwassertanks lassen sich im Garten jederzeit auch nachträglich einbauen, der Platzbedarf dafür ist gering. | Foto: djd/fbr/Roth Umwelttechnik GmbH

Für Regenwassernutzung im Haus Fachmann hinzuziehen

Wer Regenwasser nicht nur im Garten, sondern auch im Haus für WC und Waschmaschine nutzen will, benötigt eine separate Betriebswasserleitung zu den Verbrauchsstellen. Sie ist im Regelfall leicht durch einen Installateur nachzurüsten. Um die benötigte Kapazität je nach Dachgröße und Regenmenge in der Region zu errechnen, bietet die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. (fbr) unter www.fbr.de/regenwasser einen Regenwasserrechner an, der auch die Trinkwasser-Einsparpotenziale aufzeigt. Zusätzliche Einsparungen sind auch durch Gebührenermäßigungen beim Regenwasser möglich, die viele Städte und Gemeinden dem Hausherrn bei Installation und Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage dauerhaft gewähren.

Riesige Sparpotenziale

Der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Vierpersonenhaushalts in Deutschland liegt bei rund 180.000 Litern pro Jahr. Rund 50 Prozent davon werden nach Angaben der fbr für die Toilettenspülung genutzt, ein weiteres Viertel für die Waschmaschine. Der Verband hat nachgerechnet: Nutzt die Familie für die Toilettenspülung Regenwasser, dann spart sie so viel Trinkwasser ein, dass man einen Turm aus Mineralwasserkisten daraus bauen könnte, der rund 400 m hoch ist – so hoch wie das Empire State Building in New York.