Bio-Hydrauliköl für Arbeit in schützenswerter Natur

OBERSTDORF, 21.08.2018 – Im Talkessel von Oberstdorf am Fuße der Allgäuer Alpen steht der Kaiser Schreitbagger S10 von Josef Huber in einer imposanten Naturkulisse. Vor allem bei der Arbeit in schützenswerten und sensiblen Gebieten gilt: Maschinen effizient und mit möglichst geringem Einfluss auf die Natur einzusetzen.

Firmenchef Huber hat seinen Schreitbagger mit einem Pister Multikuppelsystem von Hain nachgerüstet. Die eigens konstruierte Abdeckung baut nicht höher auf als die standardmäßige Kupplungsbatterie.
Firmenchef Huber hat seinen Schreitbagger mit einem Pister Multikuppelsystem von Hain nachgerüstet. Die eigens konstruierte Abdeckung baut nicht höher auf als die standardmäßige Kupplungsbatterie.

Dieses Prinzip hat sich die Firma Huber – Landschaft bewegen (Oberstdorf) zur Aufgabe gemacht. Der schützende Umgang mit der Natur ist für den Firmeninhaber Josef Huber Handlungsmaxime. Zum Großteil, sofern es die Schneelagen zulassen, arbeitet Huber mit dem Kaiser S10 auf Alpinbaustellen und saniert u.a. Bergwege. Die Arbeiten in Landschafts- und Wasserschutzgebieten erfordern aber auch von Seiten des Gesetzgebers besondere Vorsicht. Ölverluste, auch nur in geringen Mengen, wie sie bei jedem Kupplungsvorgang mit herkömmlichen Schraub- oder Steckkupplungen vorkommen, sind tabu. Das gilt genauso für die Garten- und Landschaftsgestaltung, privat wie öffentlich.

Um seinen Ansprüchen einer nachhaltigen und effizienten Arbeitsweise sowie den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden, unternahm Huber zwei Dinge. Zum einen betreibt er seinen Schreitbagger mit biologisch abbaubaren Hydrauliköl und zum anderen hat er seine Maschine mit einem Pister Multikuppelsystem von der Hain Industrievertretung GmbH nachgerüstet. Die darin verwendeten Flatface-Kupplungen sind absolut tropffrei und können durch die geschützte Kniehebelmechanik unter jedem Restdruck im Anbaugerät angekuppelt werden. Die Entscheidung für das Kuppelsystem war für Huber neben der Erhaltung der Umwelt auch eine wirtschaftliche Überlegung. Bei regelmäßigem Wechselvorgang mit Schraubkupplungen addieren sich Ölverluste, rein durch den Kuppelvorgang, schnell auf ein bis zwei Kanister Hydrauliköl pro Jahr. Bei dem relativ teuren Bio-Öl entstehen ihm alleine dadurch Kosten in Höhe von rund 600 Euro pro Jahr, schätzt Huber.

Josef Huber schätzt die Pister Multikupplung an seinem Kaiser S10. | Fotos: Hain Industrievertretung
Josef Huber schätzt die Pister Multikupplung an seinem Kaiser S10. | Fotos: Hain Industrievertretung

Kupplungsvorgang

Der zweite Kostenpunkt ist der Zeitverlust durch den Maschinenstillstand während des Kuppelvorgangs. Insbesondere bei der Garten- und Landschaftsgestaltung wechselt Josef Huber schnell bis zu 20 Mal am Tag das Werkzeug. Bei jedem Kuppelvorgang verliert er ohne System, je nach Leitungszahl, zwischen fünf und zehn Minuten Arbeitszeit. Schnell kommen hier einige Stunden zusammen, die man sich sparen kann. Ein dritter, wichtiger Kostenaspekt ist das Arbeiten mit dem richtigen Werkzeug. „Man probiert nicht erst noch aus, ob es denn mit dem gerade angehängten Werkzeug nicht doch gehen könnte, sondern wechselt gleich auf das richtige Anbaugerät“, so Huber. Dadurch spart er sich weitere Kosten durch Instandsetzung und frühzeitigen Verschleiß.
Warum also nicht gleich einen vollhydraulischen Schnellwechsler? Die Erklärung ist einfach. „Bei Arbeiten in weichen Untergründen habe ich das Problem, dass beim Automaten die gesamte Kupplungsbatterie im Erdreich verschwindet und das System beim auskuppeln stark verschmutzt. Daher muss ich beim Wechselvorgang mit dem Automaten ebenfalls aussteigen und alles reinigen.“ Dadurch heben sich die Vorteile auf und es stünden nur deutlich höhere Anschaffungskosten gegenüber der Pister Multikupplung zu Buche.

Pister Multikupplung

Einen weiteren Vorteil erklärt Christian Hain, Geschäftsführer der Hain Industrievertretung GmbH: „Die extrem flache Bauweise unserer Pister Multikupplung reduziert die Gefahr möglicher Schäden durch sonst exponierte Kulissen und Hebel anderer Systeme. Herausstehende Teile verfangen sich leicht in Ästen und Wurzeln und können so im schlimmsten Schadensfall Ölaustritte verursachen.“ Auch hat die Firma Huber den Baggerumbau auf das Kuppelsystem perfekt umgesetzt. Neben einer flachen und spannungsfreien Verschlauchung hat Huber ein Gehäuse um das System herum konstruiert, das optimal vor Schäden und Schmutz schützt. Das gesamte System verschwindet komplett hinter einer schützenden Abdeckung, die auch noch abschließbar ist.

Aufgeräumt: Beide Loshälften und Parkstationen sind seitlich im Greifer untergebracht.
Aufgeräumt: Beide Loshälften und Parkstationen sind seitlich im Greifer untergebracht.
Die Systeme des Herstellers Pister Kugelhähne GmbH gibt es mittlerweile ab einer Nennweite DN10 für Mini- und Mikrobagger bis hin zu DN25 Systemen für große Abbruchmaschinen, wo sie zur Stieltrennung eingesetzt werden. Sehr hohe Durchflussraten bei gleichzeitig niedrigen Staudrücken zeichnen die hammerfesten Kupplungssysteme aus. Die Firma Hain Industrievertretung GmbH, Vertriebspartner der Firma Pister Kugelhähne, unterhält einen Lagerstandort in Marktoberdorf im Allgäu von dem aus alle Kunden mit kurzen Lieferzeiten versorgt werden.