Umfrage: Öffentliche Aufträge für Baubetriebe wenig attraktiv

BERLIN, 20.08.2018 - Nur 57 Prozent der Berliner und 63 Prozent der Brandenburger Bauunternehmen bewerben sich aktuell um öffentliche Aufträge. Das ergab eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg.

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Sie betreut rund 900 Betriebe und ist damit der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region.

Die Fachgemeinschaft Bau befragt zweimal jährlich ihre Mitgliedsbetriebe nach der Stimmungslage und den Konjunkturerwartungen der jeweiligen Bereiche. Rund ein Viertel der Befragten hat an der Frühjahrsumfrage der FG Bau teilgenommen, womit die Umfrage repräsentativ ist.

Hoher Aufwand

Die letzte Umfrage hat ergeben, dass sich aktuell nur 57 Prozent der Berliner und 63 Prozent der Brandenburger Bauunternehmen um öffentliche Aufträge bewerben. Vor allem der hohe bürokratische Aufwand – mehrere Tage für einen Kalkulator – und nicht auskömmliche Preise halten Unternehmen davon ab, sich an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen. Auch die Beantragung von Genehmigungen wird durch zu komplizierte Verfahren, Personalnot in der öffentlichen Verwaltung und undurchsichtige Verwaltungsstrukturen erschwert. „Wir brauchen leistungsfähige Behörden mit schlanken Strukturen, eindeutigen Zuständigkeiten und effektiven Verwaltungsprozessen – ob bei Vergaben oder Genehmigungen. Dringend notwendig ist außerdem das Bewusstsein der öffentlichen Hand, dass seriöse Bauunternehmen ihren Preis haben: Das Bereitstellen guter Arbeits- und Ausbildungsplätze, die Fortbildung der Mitarbeiter, das gesetzestreue Abführen von Sozialleistungen und viele Qualitätsmaßnahmen wirken sich auf den Preis aus. Die privaten Auftraggeber haben das längst erkannt", kommentiert KlausDieter Müller, Präsident der Fachgemeinschaft Bau, das Umfrageergebnis.

Gute Geschäftslage

Gut 95 Prozent der befragten Unternehmen schätzen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Mehr als jedes zweite Bauunternehmen in Berlin und Brandenburg geht von einer steigenden Umsatzentwicklung bis zum Jahresende aus – egal ob Hochbau, Straßen- und Tiefbau oder Ausbau.

Fachkräfte fehlen

Größte Herausforderung bleibt die Fachkräfte- und Nachwuchsentwicklung. Über die Hälfte der Mitgliedsbetriebe will bis zum Jahresende weitere Mitarbeiter einstellen. Und obwohl die Unternehmen in der Azubiakquise einen breiten Maßnahmenstrauß bedienen, blieben in Berlin und Brandenburg eine Vielzahl der Ausbildungsplätze unbesetzt.

(Quelle: Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.) 

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