Kurzatmig: Laubbläser mit Rückenakku im Test

KIEL, 29.11.13 - Die bi-GaLaBau hat gemeinsam mit dem Bauhof Neumarkt drei Kombinationen aus Akku-Blasgerät und Rückenakku getestet. Getestet wurden Geräte von Hitachi, Pellenc und Stihl. Dabei zeigte sich, dass die Akkulaufzeiten deutlich kürzer sind, als von den Herstellern angegeben.

Von Erwin Bauer, Heideck

Akkulaubläser verschiedener Hersteller im Praxistest
Von links: Oskar Bayer, Mario Prantl und Herbert Zollbrecht beim Praxistest. Die Mitarbeiter des Bauhofes Neumarkt sind für die Pflege der Rasenflächen, Hecken und Parkbänke zuständig.
Test des Akkulaubbläsers Arion von Pellenc
Das Blasgerät Airion des Lithium-Ionen-
Akkugerätepioniers Pellenc aus
Südfrankreich begeisterte die Grün-
flächenprofis. | Fotos: Erwin Bauer

Getestet wurden die Blasgeräte und Rückenakkus Hitachi RB36DL mit BL36200, Pellenc Airion mit ULiB700 und Stihl BGA85 mit AR900. Dabei ging es um Kriterien wie Bedienung und Balance des Handgerätes, aber auch um Luftleistung, Dosierbarkeit, Lärmemission sowie um Reichweite und Tragekomfort der rückengetragenen Batterien.

Erst im Praxiseinsatz lässt sich die Profitauglichkeit der Akku-Blasgeräte am Lithium-Ionen-Rückenakku sicher beurteilen. Die getesteten Akkubläsgeräte und Rückenakkus der Firmen Hitachi (www.herkules-garten.de), Pellenc (www.pellenc.com) und Stihl (www.stihl.de) wurden abwechselnd von drei Mitarbeitern des Gartenamtes der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz getestet. Friedhofsanlagen gelten als lärmsensible Bereiche und gehören daher zu den prädestinierten Einsatzbereichen der neuen Akkubläser. Auf dem bewaldeten Hangfriedhof in Neumarkt-Labersricht wurden die Blasgeräte sowohl auf gepflasterten Gehwegen, wassergebundenen Wegen und Rasenflächen als auch zwischen Rabatten bei dem Praxistest eingesetzt. Dabei stand das Handling der Blasgeräte und die Reichweite ihrer Rückenakkus im Vordergrund. Die Luftleistung sowie die Lärmentwicklung und die Akkulaufzeiten wurden vor Ort gemessen. Insgesamt waren die Blasgeräte 36 Minuten im Dauereinsatz. Jedes Gerät inklusive Rückenakku wurde von jedem der drei Probanten nacheinander getestet und anschließend in Sachen Bedienung, Balance, Leistung und Tragekomfort etc. beurteilt. Bei der Auswahl der Rückenakkus haben wir uns für die Modelle in  derselben Kapazitäts- und Preisklasse entschieden, auch wenn ein Hersteller inzwischen einen noch stärkeren Rückenakku (990 Wattstunden) anbietet.

Auf die Balance kommt es an

Als eines der wichtigsten Erkenntnisse im Praxistest stellte sich die Tatsache heraus, dass es beim Einsatz von Blasgeräten bei der Laub- und Abfallbeseitigung im professionellen Einsatz insbesondere auf die gewichtsmäßige Ausbalanciertheit der handgeführten Geräte ankommt. Der Bediener muss den Bläser bei der Arbeit aus dem Handgelenk heraus ohne zusätzlichen Kraftaufwand auf die zu bearbeitenden Flächen lenken können. Muss er das Gerätegewicht ausgleichen, belastet das auf Dauer seine Gelenke und Muskeln.

Kontrolleinheit des Akkulaubbläsers von Hitachi
Beim Hitachi Rückenakku hat der Bediener die Ladung auf dem Display immer im Blick, ein USB-Anschluss ist ebenfalls integriert.

Auf Gehörschutz kann verzichtet werden

Die Geräuschentwicklung der Laubbläser wurde mit einem herkömmlichen Lärmmessgerät durchgeführt. Jeweils 60 Messungen pro Minute lieferten den Mittelwert der Lärmemission am Ohr des Bedieners.
Bei der Messung der Luftleistung konnte eine Übereinstimmung mit der subjektiven Empfindung der Testpersonen festgestellt werden. Je kleiner der Luftauslass, desto größer der Reibungsverlust des Luftstromes, umso gezielter ist allerdings die Luftlenkung. Darüber hinaus verfügen die beiden Blasgeräte von Pellenc und Hitachi über eine zusätzliche „Boost“-Funktion, mit der die Luftmenge im Bedarfsfall zeitweise erhöht werden kann, etwa um feuchtes, festklebendes Blattwerk vom Untergrund zu lösen.

Reichweiten deutlich kürzer als im Prospekt

Die gravierendsten Unterschiede zu den Angaben in den Firmenprospekten gibt es bei den angegebenen Laufzeiten der rückengetragenen Lithium-Ionen-Batterien. Sicherlich lässt sich von den Profianwendern nach einer gewissen Einarbeitungszeit die Luftmenge besser regulieren und die Geräte energieschonender einsetzen als bei einem erstmaligen Testeinsatz. Dennoch sollten die Hersteller hier realistischere Angaben zu den maximalen Laufzeiten ihrer rückengetragenen Akkumulatoren machen. Blasgeräte ziehen nun mal im Vergleich zu allen anderen handgeführten Akku-Pflegegeräten bislang die meiste Energie von der Batterie ab.