Zusammenschluss: Neuer Bauindustrieverband Ost gegründet

POTSDAM, 29.08.2018 – Die Bauindustrieverbände Berlin-Brandenburg (BBB) und Sachsen/Sachsen-Anhalt (BISA) haben sich zum Bauindustrieverband Ost e.V. zusammengeschlossen. Die Gründung wurde am 23. August in Potsdam offiziell vollzogen. Der neue Verband vereint 260 Bauunternehmen mit zusammen 20.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 18 Milliarden Euro.

Marcus Becker, Wolfgang Finck und Dr. Robert Momberg
Bei der Gündungsveranstaltung (v.l.): Marcus Becker, Wolfgang Finck und Dr. Robert Momberg | Foto: Bauindustrieverband Ost
Die Hauptgeschäftsführung hat der bisherige Hauptgeschäftsführer beider Vorgängerverbände, Dr. Robert Momberg inne. Zum Präsidenten wurde der bisherige BISA-Präsident Wolfgang Finck gewählt. Der bisherige BBB-Präsident Marcus Becker arbeite weiter im Präsidium des neuen Verbandes mit, wie es hieß. Zum Hauptsitz des Verbandes wurde Potsdam bestimmt. Die übrigen bisherigen Geschäftsstellen in Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg sollen weiter unterhalten werden.

Fusion wegen Strukturwandel


Die Fusion sieht Präsident Finck auch als Konsequenz des Strukturwandels in der Branche. Die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen ließen sich nur durch „eine Bündelung von Ressourcen und einer Konzentration der Kräfte“ bewältigen. Die Fusion sei von strategischer Bedeutung, so Finck. Der Verband sei die Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft: „Die Megathemen Digitalisierung und Fachkräftegewinnung, aber auch die baupolitischen Herausforderungen unserer Zeit – Wohnungsnot, die Sanierung der Verkehrswege, der Ausbau der Infrastruktur – können nur erfolgreich im engen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik gelöst werden. Der Bauindustrieverband Ost wird dabei der ostdeutschen Bauindustrie eine starke Stimme verleihen.“

Bürokratie-Pflichten belasten Baufirmen


Als Hauptthema sieht der Verband den Bürokratieabbau. In einer Umfrage unter den Bauunternehmen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt hätten 82 Prozent angegeben, unter einer sehr hohen Bürokratiebelastung zu leiden. Durch die Erfüllung der Bürokratiepflichten seien dem Bauhauptgewerbe in Ostdeutschland im letzten Jahr Kosten in Höhe von einer halben Milliarde Euro entstanden, so der Verband. Zu den Ärgernissen gehörten danach unter anderem die „Dokumentations- und Nachweispflichten, lange Bearbeitungszeiten, aufgeblähte Vergabeverfahren sowie die Uneinheitlichkeit von Länderregelungen“.

Verwaltungspraxis vereinfachen


Um Bürokratie abzubauen, schlägt der Bauindustrieverband Ost in einem „Schwarzbuch Bauwirtschaft“ die Verringerung und Vereinfachung der Genehmigungsverfahren und die Vernetzung in der Verwaltung vor, zusammmengefasst unter dem Schlagwort „Modell 3V“. Dazu Finck: „Vereinheitlichte Formulare für das Beantragen von Genehmigungen sowie Vergabeverfahren würde den Bauunternehmen maßgeblich helfen, Zeit und unnötige Kosten zu sparen.“ Ziel müsse es sein, die Zuständigkeiten und komplexen Entscheidungsfindungen in der Verwaltungspraxis durch Vernetzung so zusammenzubringen, dass ein Verwaltungsvorgang nur einmal initiiert werden müsse.





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