Fuso Canter: Leicht-Lkws im bi-Fahrertest

STUTTGART, 03.03.2014 – Sauberer und effizienter ist er geworden, aber was ist mit den Fahreigenschaften? Den Fuso Canter testeten bi-Redakteure Erwin Bauer und Wolfgang Tschakert in Portugal - bei der Abfahrt zur Atlantikküste, rauf in die Berge und offroad quer durch den Wald.

Von Erwin Bauer, Heideck

Im Zuge der Umsetzung der Abgasstufen Euro VI bzw. Euro 5b+ (bis 6 t) ist der Fuso Canter noch sauberer und effizienter geworden. Alle Modelle haben nun Start-Stop-Automatik, höhere Einspritzdrücke für bessere Kraftsstoffverbrennung, effizientere Achsübersetzungen und werden mit Leichtlauf-Motorenölen zur Reduzierung der innermotorischen Reibung betrieben. Brandneu ist der nunmehr größte Canter mit 8,55 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Sein Fahrgestell trägt Nutzlasten bis zu knapp sechs Tonnen. Das ist eine Spitzenposition in dieser Lkw-Gewichtsklasse.
Die bi-Redakteure Wolfgang Tschakert und Erwin Bauer im Fuso Canter
Wolfgang Tschakert (l.) und Erwin Bauer bei der Testfahrt mit dem Fuso Canter Eco Hybrid. | Fotos: Daimler

Sparsamer Eco Hybrid

Bereits die erste Abfahrt zur Atlantikküste mit dem Canter Eco Hybrid offenbart die technische Besonderheit dieses Fahrzeugkonzepts: Dank „Rekuperation“ hat der kraftstoffsparende Leicht-Lkw einen zweiten „Bremser“ an Bord. Sein neben dem 3 Liter-Diesel eingebauter Elektromotor holt sich die „kostenfreie“ Energie beim Bremsen und im Schubbetrieb zurück. Dabei werden seine Akkus jedes Mal aufgeladen, was sich an dem floatenden grünen Balkendiagramm im Cockpit verfolgen lässt. Die Hybridtechnik spart laut Angaben der Fuso-Entwicklungsingenieure bis zu 23% an Dieselkraftstoff - eine echte Ansage im Nutzfahrzeugbereich. Dabei liegt der Aufpreis für den serienmäßigen Hybrid-Lkw lediglich bei rund 8.500 Euro (netto). Daraus errechnet der Hersteller einen Amortisationszeitraum von rund vier Jahren bei einer Jahresfahrleistung von 40.000 km. Auf die integrierten Lithium-Ionen-Akkus gewährt Daimler zudem eine Garantie von zehn Jahren.
Amaturenbrett des Fuso Canter
Auf dem Display wird der jeweilige Akku-Ladezustand des Hybrid-Lkws angezeigt.

Kompakter 3,5 Tonner

Mit dem Canter 3,5-t Pritschenwagen mit werkseitig gefertigten (Dreiseiten-) Kipper geht es hinauf in die Berge. Durch sein „Duonic“-Automatikgetriebe lässt sich der wendige Lkw mit Euro 5b+ intuitiv bedienen. Der Clou des Doppelkupplungsgetriebes: Beim Fahren ist der nächste Gang bereits eingelegt und wird ohne Unterbrechung des Kraftflusses ruckfrei geschaltet. Dank Einzelradaufhängung verfügt der 3,5-Tonner über einen guten Federungskomfort.

Geländegängige Doppelkabine

Dass der Fuso Canter 4x4 geländetauglich ist, davon konnte man sich bei der Fahrt im Off-Road-Gelände überzeugen. Nach den ersten steilen Auf und Abs stellte sich das Vertrauen in das Allradfahrzeug schnell ein. Trotz seiner Beladung meisterte auch der 4x4 Doppelkabiner die mit beachtlichen Höhen und Tiefen gespickte Waldwegpiste nach anhaltenden mehrtätigen Regenfällen. eb
Der Fuso Canter in voller Fahrt
Mit fast 6 t Nutzlast punktet der neue Fuso Canter mit 8,55 t Gesamtgewicht.