Konjunktur: Baugewerbe hebt Umsatz-Prognose an

BERLIN, 06.09.2018 – Der Konjunkturmotor Bau läuft weiter auf Hochtouren: Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe hat seine Umsatzprognose für dieses Jahr auf 5,5 Prozent angehoben. Für 2019 wird ein Zuwachs in ähnlicher Größenordnung erwartet. Die Zahl der Beschäftigten soll ebenfalls weiter steigen.

Felix Pakleppa und Dr. Ilona Klein
ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa und Pressesprecherin Dr. Ilona Klein bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen in Berlin. | Foto: ZDB


Auf 120 Milliarden Euro wird sich der Umsatz im Bauhauptgewerbe laut ZDB in diesem Jahr erhöhen, das sind 6 Milliarden Euro mehr als 2017. Und auch für das kommende Jahr prognostiziert der Verband ein Wachstum von 5 % bis 6 %. Noch im Januar ging die Branche von einem Umsatzplus von 4 Prozent aus. Bereits im Mai hatte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie seine Umsatzprognose auf 6 Prozent angehoben.

Wohnungsbau bringt 44,1 Milliarden Euro Umsatz


Mit einem Plus von 9 Prozent fiel die Steigerung der Bauleistung zum Ende des ersten Halbjahres besonders deutlich im Wohnungsbau aus, erläuterte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa gestern in Berlin. Im Mehrfamilienhausbau erwarte der Verband die Fertigstellung von ca. 138.000 Wohneinheiten in diesem Jahr, 12 Prozent mehr als 2017. Im kommenden Jahr sollen in dieser Sparte noch einmal 148.000 Wohnungen (+7 %) hinzukommen. Zusammen mit den Ein- und Zweifamilienhäusern werden Ende 2018 rund 300.000 Wohnungen fertiggestellt sein. Für 2019 rechnet der ZDB mit rund 315.000 fertiggestellten Wohnungen. Beim Umsatz bedeute das ein Wachstum von +5,5 %, so Pakleppa.

Wirtschaftsbau mit 6% Umsatzplus


Der Wirtschaftsbau trägt aktuell mit gut 15 Milliarden Euro zum Halbjahres-Umsatz der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten bei, das entspricht einem Zuwachs von 9,5 Prozent. Die hohe Nachfrage – im Juni gab es bei den Auftragseingängen ein Plus von gut 11 % – bestehe in allem Sparten, so Pakleppa: „Im Tiefbau schlägt sich die Abarbeitung der Budgets aus dem Investitionshochlauf bei der Deutschen Bahn nieder. Diverse Großprojekte und das ambitionierte Brückensanierungsprogramm sorgen für eine anhaltend hohe Auslastung im Schienenwegebau.“ Insgesamt erwarte der ZDB hier ein Umsatzplus von 6 % auf 42,6 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr soll es ähnlich aussehen.

Öffentlicher Bau lebt vom Investitionshochlauf


Relativ schwach zeige sich der Orderzugang im öffentlichen Hochbau, er betrage laut Pakleppa kumulativ aber noch 3 %. Im öffentlichen Tiefbau legte er um 11 % zu und liegt kumulativ bei 6 %. Hier sei auch weiter mit belebter Bautätigkeit zu rechnen. Insgesamt erwartet der Verband ein Umsatzplus von 5 % auf 33,2 Milliarden Euro, mit ähnlichem Wachstumstempo im nächsten Jahr. Getragen werde die Umsatzentwicklung im öffentlichen Bau vom Investitionshochlauf bei den Bundesfernstraßen.

120.000 Beschäftigte mehr als vor zehn Jahren


Gleichzeitig hat die Geräteauslastung in den Baubetrieben die Marke von 80 % aus dem letzten Jahr deutlich überschritten. Die Bauunternehmen investieren weiter kräftig ihren Maschinenpark und in Personal. Hatte das Baugewerbe im Jahr 2009 nur noch rund 705.000 Beschäftigte, waren es im Jahr 2017 schon 807.000. In diesem Jahr geht der ZDB von einem durchschnittlichen Bestand von knapp 830.000 Mitarbeitern aus, gut 20.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl werde auch 2019 weiter zulegen, so Pakleppa.

Preissteigerung bei hoher Nachfrage


Im Hinblick auf die Preise von Bauleistungen hat das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2018 Preissteigerungen von gut 4 % gegenüber 2019 genannt. Diese Preisentwicklung sei vor allem die Folge von Preissteigerungen für Materialien und erhöhten Personalkosten. So seien einerseits die Einkaufspreise z.B. für Stahlbeton um 20 % gestiegen, andererseits schlügen die Tariferhöhungen beim Mindestlohn von 4 % und bei Facharbeitern um rund 6 % zu Buche, so Pakleppa: „Den Bauunternehmen gelingt es in dieser Nachfragesituation schlicht besser, ihre Einstandspreise an den Markt weiterzugeben. Große Renditesprünge sehen wir allerdings weiterhin nicht.“