Aufstiegschancen inklusive

Mit einem Master-Studium eröffnen sich gerade in Zeiten von Ingenieurmangel viele Perspektiven – auch im Rohrleitungsbau.

Mitteilungen Verband zertifizierter Sanierungsberater für Entwässerungstechnik (e.V.) VSB aus der B_I umweltbau Ausgabe 1/2008

25.000 Ingenieure fehlen in Deutschland, sagt der VDI (Verein Deutscher Ingenieure). Und der Bedarf erstreckt sich über alle Branchen hinweg. Auch in der Schlüsselbranche Bauindustrie werden Leute gesucht. Weil sie dadurch die gute Konjunktur nicht ausnutzen können, sind viele Unternehmen mit dieser Lage unglücklich. Es gilt, sobald wie möglich die geeigneten Bewerber für die Stellen – in mittleren und gehobenen Führungspositionen – zu finden. Als einen Ausweg sehen die Experten die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge, mit denen schnell geeignete Kräfte herangezogen werden. Vor allem Technikern und Praktikern ohne Abitur eröffnen sich ausgezeichnete Karriereperspektiven.

Auch der Masterstudiengang „Instandhaltung von Rohrleitungssystemen“ an der Fachhochschule Kaiserslautern kann ein solcher Karriere- Booster sein. In zwei Jahren kann berufsbegleitend ein international anerkannter Master- Abschluss erworben werden. Und dabei werden nicht nur Leute mit Abitur oder Ingenieurstudium ausgebildet, der Zugang ist auch Praktikern mit entsprechender Berufserfahrung möglich. Nach bestandener Prüfung stehen ihnen viele Aufstiegschancen offen.

Fabian Bongartz, einer der ersten Absolventen des Studiengangs lobt beispielsweise: „Der Titel hat konkret zu einer Gehaltsverbesserung beigetragen.“ Auch Absolvent Ralf Förster, der aufgrund seiner Praxiserfahrung zum Studium zugelassen wurde, sagt: „Ich bin mir sicher, dass sich dieser akademische Abschluss im Berufsleben für mich positiv auswirkt.“

Professor Dr.-Ing. P.-M. Hajek von der FH Kaiserslautern auf die Frage, welche Vorteile das Studium zum Master of Engineering Technikern oder berufserfahrenen Praktikern bietet: „Durch das Studium an der FH erhalten Personen, die bereits eine berufliche Ausbildung abgeschlossen und danach eine mindestens zweijährige, berufliche oder vergleichbare Tätigkeit ausgeübt haben, nach einem Probestudium und einer Eignungsfeststellung eine fachbezogene Studienberechtigung. Dies bietet für alle, die die Hochschulreife in ihrer schulischen Entwicklung nicht erreicht haben, die Gelegenheit, ein Hochschulstudium mit einem akademischen Abschluss zu absolvieren.“

Professor Dr. Lothar Scherer, Geschäftsführer der Technischen Akademie Südwest TAS und für die Organisation des Studiengangs verantwortlich, streicht heraus: „Der akademische Abschluss ist auch mit einem Gewinn an Ansehen verbunden. Die Vorteile sind in der persönlichen fachlichen Weiterentwicklung und der Sozialkompetenz zu sehen. Für die Vergütung ist der Abschluss ebenfalls von Bedeutung, da die tariflichen Eingruppierung nach diesem Abschluss erfolgt.“ Ihm haben seine Studenten berichtet, „dass Absolventen mit höheren Aufgaben betraut oder von Arbeitgebern angesprochen wurden, ob sie wechseln wollen.“

Zu den Erfahrungen mit der Akzeptanz des Master- Studiums durch die Arbeitgeber meint Professor Scherer: „Allgemein gesehen, herrscht ein Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die TAS/FH Kaiserlautern hat bei der Entwicklung des Studienganges auch die Anforderungsprofile der Arbeitgeber untersucht und – soweit möglich – die Inhalte in das Studium aufgenommen.“

Professor Hajek zu Akzeptanz bei Auftraggebern/ Kunden: „Der akademische Abschluss Master of Engineering im weiterbildenden Studiengang „Instandhaltungsmanagement von Rohrleitungssystemen“ bietet den Firmen eine qualifizierte Außendarstellung mit ihren Mitarbeitern. Gerade in dem sich noch weiter in der Entwicklung befindlichen Gebiet der Sanierung von Rohrleitungen ist die technische, aber vor allem die fachliche Qualifikation wichtige Voraussetzung zur Auftragsvergabe.“

Befragt danach, was dieses Weiterbildungsstudium an der Fachhochschule Kaiserslautern im Vergleich zu anderen Ausbildungen bietet, antwortet Professor Hajek: „Das fachliche Studium kann auf die Erfahrungen, Kenntnisse und Referenten des VSB und dessen Durchführung von Lehrgängen zum „Zertifizierten Sanierungsberater“ aufbauen. Mit einer klaren Regelung der Lehrinhalte und Lernziele und den damit verbundenen Anforderungen an die erforderlichen Kenntnisse der Studierenden wird das definierte Niveau des erfolgreichen Abschlusses im Rahmen einer gültigen Prüfungsordnung erreicht und beibehalten.

In den folgenden Semestern werden weitere technische, wirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse vermittelt. In Kombination mit der Schulung zu Präsentationstechnik, Kommunikation und Rhetorik wird Medienkompetenz zur Darstellung der fachlichen Ausarbeitung vermittelt und auch geprüft. Damit werden inhaltliche, planerische und konzeptionelle Voraussetzungen entwickelt, um Aufgaben wirtschaftlich und qualitativ umzusetzen.

Letztlich wird nach erfolgreichem Abschluss der Prüfungen im rechtlich geregelten Bereich der akademische Titel „Master of Engineering“ nach einer Masterarbeit mit dem Anspruch der Anfertigung einer selbständigen Arbeit mit wissenschaftlichen Methoden und Grundlagen verliehen. Es ist die beste Ausbildung auf dem Gebiet des Instandsetzungsmanagement von Rohrleitungssystemen, die derzeit an deutschen Hochschulen geboten wird.“

Initiator und Partner für die akademische Ausbildung von Fachleuten für die Rohrsanierung ist der VSB (Verband zertifizierter Sanierungs- Berater). Klaus Janotta, Sprecher des Vorstands, sieht einen klaren Vorteil für die Absolventen: „Das Studium eignet sich für all diejenigen, die in einem Unternehmen oder in der Verwaltung eine Führungsposition anstreben. Das geht los beim Spartenleiter, Abteilungsleiter, geht über den Geschäftsführer bis hin zum Vorstand im technischen Bereich.“

Wichtig ist für ihn, dass das Studium berufsbegleitend ist. So müssen die Studenten zwar Zeit und Engagement in ihrer Freizeit aufbringen, aber während ihrer Weiterbildung nicht beruflich aussetzen. Und auch für Seiteneinsteiger ist dies optimal: „Techniker oder Meister mit meist sehr guten und praktischen Erfahrungen,“ so Klaus Janotta, „haben jetzt die Möglichkeit, an einer deutschen Hochschule einen hochqualifizierten Abschluss zu erhalten.“ Daneben, so zeige die mittlerweile zweijährige Erfahrung mit dem Studiengang, würden natürlich auch Diplom-Ingenieure oder 93 Praktiker mit Hochschul-Zulassung diesen Studiengang bevorzugen, die vorher in einem artverwandten Bereich tätig waren.

Für Janotta macht die Kombination Hochschule mit Fachkenntnis den größten Gewinn aus: „Der VSB ist ein Verband, der sich nur einem speziellen Thema widmet. Er kann dort vertiefte Kenntnisse, Erfahrungen und Wissen sammeln und zur Verfügung stellen. Dies zusammengeführt mit der Kompetenz der FH Kaiserslautern in den theoretischen Fächern ergibt eine höchst anspruchsvolle und qualitativ sehr hohe Ausbildung.“ Nicht nur Initiator Klaus Janotta sieht das so, auch die Studenten. Der Aufwand lohne sich auf alle Fälle, unterstreicht Absolvent Jörg Metzger: „Dieses Studium ist schließlich die höchste Ausbildung, die es im Bereich Kanalsanierung in Deutschland gibt.“

Auch wenn die 25.000 fehlenden Ingenieursstellen langsam besetzt werden sollten – in einigen Branchen wächst der Bedarf auch noch darüber hinaus. Dass auf dem Arbeitsmarkt verstärkt Nachfrage nach hochqualifizierten Experten in Sachen Kanalsanierung herrschen wird, davon sind alle überzeugt. Professor Lothar Scherer betont beispielsweise: „Die Thematik der Rohrsanierung ist so relevant wie wenige Themen. Hinzu kommen neue gesetzliche Vorgaben, wie das Wasserhaushaltsgesetz, und die daraus folgenden Aufgaben, die einen zusätzlichen Bedarf an qualifizierten Personen haben.“ Auch frühere Umfragen des VSB hatten ergeben, dass die an den Verband angeschlossenen Mitgliedsfirmen größtenteils Neueinstellungen in dem Bereich planen, entlassen wollte damals keiner.

Der nächste Master-Jahrgang beginnt im Oktober 2008 mit der ersten Präsenzwoche in Kaiserslautern. Noch nimmt die TAS Anmeldungen entgegen. Nähere Auskünfte zum Studium, zu dem erforderlichen Zeitaufwand und den Kosten erteilt auch der VSB.