Ausstellung auf dem Kanalbewirtschaftungstag
Wie man Kanäle am besten kombiniert bewirtschaftet, zeigt der 3. Deutsche Kanalnetzbewirtschaftungstag mit begleitender Fachausstellung. | Foto: www.netzbewirtschaftung.de

3. Kanalnetzbewirtschaftungstag:
Kanäle kombiniert bewirtschaften

HANNOVER, 26.05.2015 – Synergieeffekte ist das Schlagwort des 3. Deutschen Kanalnetzbewirtschaftungstags am 17. Juni in Gelsenkirchen. In einer modernen Netzbewirtschaftung ist nicht nur die Ableitung des Abwassers wichtig, sondern unter Umständen auch die Rückgewinnung der darin enthaltenen Energie.

Unsere Abwasserinfrastruktur hat sich sozial und räumlich ausgewogen entwickelt. Sie ist, überwiegend getragen von den Kommunen, über viele Jahrzehnte als zentrales System gewachsen. Dies gewährleistet uns heutzutage eine flächendeckende Entsorgung mit hoher Entwässerungssicherheit. Damit einher geht eine extrem lange technische und ökonomische Lebensdauer. Die Folge davon ist mangelnde Flexibilität – ein Hindernis im Hinblick auf die einschneidenden Veränderungen, vor denen Kanalnetzbetreiber zukünftig stehen werden. Industrialisierung, verändertes Konsumentenverhalten und demografische Umbrüche führen in vielen Regionen zur Reduktion des Wasserverbrauchs, was erhebliche Rück- und Umbaukosten nach sich zieht. Kanalnetze sind grundsätzlich verschieden – und doch gibt es Gemeinsamkeiten. Es lohnt sich, Erfahrungen zu technischen Neuerungen, besondere Vorteile bei Organisation, Vergabe, Bau und Betrieb zu vergleichen, zu hinterfragen und zu diskutieren. Diese Möglichkeit bietet der 3. Deutsche Kanalnetzbewirtschaftungstag.

Umdenken erforderlich

Kanäle können mehr als nur Abwasser ableiten, denn bei einer für das jeweilige Kanalnetz programmierten Bewirtschaftung lassen sich mehrere Funktionen gleichzeitig steuern – und damit sowohl Energie als auch Investitionen sparen. Dies müsste in Anbetracht von Klima- und demografischem Wandel längst geschehen. Doch die Umstellung benötigt Zeit, sie verlangt von den Mitarbeitern der kommunalen Eigenbetriebe ein Umdenken. Bisher übliche Arbeitsvorgänge müssen umgestellt werden. Synergieeffekte sind allerdings möglich und sollten erkannt werden. Mit einer modernen Netzbewirtschaftung können nicht nur die Abwasserströme bedarfsorientiert gesteuert werden, auch die darin enthaltene Energie lässt sich zurückgewinnen. Zahlreiche Projekte belegen, dass die Energiequelle Abwasser immer mehr Nutzer findet und ein wichtiger Baustein unserer Energiewende sein kann. Zentrale Themen der Veranstaltung sind: Konzeption und Betrieb, Software und Modellierung, Umgang mit Messdaten, Steuerung und Steuerbauwerke, Abwasserwärmenutzung.
Die Tagung wird durch eine Fachausstellung abgerundet. Interessierte Firmen rund um das Thema Netzbewirtschaftung werden gebeten, mit der TAH Kontakt aufzunehmen.
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Mehr Infos unter www.netzbewirtschaftung.de oder Tel.: 0511-3943330