Führungswechsel bei Swietelsky-Faber:
Brunecker folgt auf Schmelzer

SCHLIERSCHIED, 20.05.2015 – Zum 31. März ist Winfried Schmelzer altersbedingt aus der Geschäftsführung der Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung ausgeschieden. Seine Nachfolge tritt Jörg Brunecker an – kein alltäglicher Generationswechsel.

Von Artur Graf zu Eulenburg

Winfried Schmelzer und Jörg Brunecker
Winfried Schmelzer (links) hat sich mit dem 31. März aus der Geschäftsführung der Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung zurückgezogen und seine Verantwortung an Jörg Brunecker übergeben. | Foto: bi/zu Eulenburg

Zum 1. April übergab Winfried Schmelzer den Staffelstab an Jörg Brunecker. Brunecker gilt als Branchenkenner, der Kanalsanierung von der Pike auf gelernt und im Laufe seiner beruflichen Karriere Technik und Markt in dieser Industrie aus unterschiedlichen Perspektiven intensiv kennengelernt hat. „In meiner bisherigen Tätigkeit ist mir unter den Wettbewerbern Swietelsky-Faber als erfolgreiches, hochprofitables und sehr gut aufgestelltes Unternehmen aufgefallen. Vor diesem Hintergrund ist die Aufgabe, den Weg dieser Firma in die Zukunft weiter zu gestalten, eine sehr reizvolle Herausforderung“, freut sich Jörg Brunecker über seine neue Tätigkeit.

Die richtige Entscheidung

Winfried Schmelzer war Geschäftsführer im Bauunternehmen Faber, das damals eine kleine Abteilung Kanalsanierung unterhielt. Als im Jahr 1999 seitens des Gesellschafters die Entscheidung anstand, diese Sektion zu schließen oder dem Geschäftsbereich mit zusätzlichem Engagement eine Perspektive zu eröffnen, übernahm Schmelzer die Verantwortung und legte damit den Grundstein für die Zukunft der späteren Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung.
Bereits damals gab es eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit der Firma Swietelsky. „Wir haben viel für Swietelsky im Bereich Schlauchlining gearbeitet und Swietelsky machte für uns Kurzliner und Roboterarbeiten“, erinnert sich Winfried Schmelzer. Aus dieser Kooperation heraus entwickelte er die Idee eines Gemeinschaftsunternehmens. Die Folge war die Gründung der Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung am 1. Juli 2001 mit Winfried Schmelzer und Helmut Schreiner an der Spitze.

Starke Gesellschafter

Im Jahr 2010 verkaufte Faber seine Betriebe, und damit auch seine Anteile an der Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung an Eiffage. Der französische Konzern setzt mit 68.000 Beschäftigten etwa 14 Milliarden Euro pro Jahr um, Swietelsky als Mutterkonzern beschäftigt etwa 8.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro. „Zwei derart finanzkräftige Mütter mit zusammen mehr als 15 Milliarden Euro Jahresumsatz schaffen natürlich auch für Swietelsky-Faber eine wirtschaftliche Basis, von der aus sich schlagkräftig am Markt agieren lässt“, so Jörg Brunecker.

Gesundes Wachstum

Der Start erfolgte mit den zwei Standorten in Alzey und Freilassing mit 14 Mitarbeitern. „Von da an haben wir alle zwei Jahre eine weitere Niederlassung eröffnet“, beschreibt Winfried Schmelzer den Wachstumskurs des Unternehmens. Landsberg, Blomberg, Nürnberg, Leipzig sowie zwei deutsche Töchter in Österreich und in den Niederlanden, so die Reihenfolge. Winfried Schmelzer sah in der Kanalsanierung einen attraktiven Wachstumsmarkt und wollte Stück für Stück die „weißen Flächen“ auf der Landkarte für sein Unternehmen verkleinern. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 180 Mitarbeiter, erwirtschaftete im letzten Jahr ca. 40 Millionen Euro Umsatz und baute etwa 100 Kilometer UV-Schlauchliner ein.

Fahrzeuge von Swietelsky-Faber auf einem Flughafen
Zu den Kunden gehören neben den öffentlichen Auftraggebern Unternehmen aus der Petrochemie, Flughafenbetreiber und weitere anspruchsvolle Industriekunden. | Foto: Swietelsky-Faber

Spezialist für Lichthärtung

Das Leistungsspektrum von Swietelsky-Faber ist breiter geworden und umfasst unter anderem verschiedene Reparaturtechniken, die Schachtsanierung oder die Sanierung von Druckrohrleitungen. Etabliert in der Kanalsanierung hat sich Swietelsky-Faber jedoch bereits sehr früh mit dem Einbau von GFK-Schlauchlinern mit UV-Lichthärtung.
Heute hat Swietelsky-Faber zu allen deutschen Schlauchherstellern Kontakt. Darin sieht Jörg Brunecker für Swietelsky-Faber nicht nur den Wettbewerbsaspekt, sondern auch eine technische Stärke: „Wir kennen genau die spezifischen Eigenschaften und Stärken der unterschiedlichen Produkte und wir können mit diesem Wissen für die speziellen Baustellenbedingungen für jede Situation das am besten geeignete Material auswählen.“

Wirtschaftliche Stärke

Großen Wert hat Winfried Schmelzer immer auf die ökonomische Solidität des Unternehmens gelegt. Die Rentabilität sei ausgezeichnet, das Rating bei den Banken liege aktuell bei einem nicht nur für diese Branche außergewöhnlich gutem Wert. Das Wachstum des Unternehmens sei auch immer mit einer entsprechenden Entwicklung des Ertrages verbunden gewesen, betont der scheidende Geschäftsführer. „Ich behaupte nicht ohne Stolz, dass unser Unternehmen in den letzten 14 Jahren hinsichtlich Leistung und Ergebnis eine Entwicklung genommen hat, wie kein anderes Unternehmen dieser Branche.“

In der Größenordnung von 7 bis 8 Prozent des Umsatzes investiert Swietelsky-Faber jedes Jahr in den Ersatz und die Erweiterung der technischen Ausrüstung. Auf diese Weise bleibt das Unternehmen bei Fahrzeugen und Gerätschaften immer auf einem modernen und hohen technischen Level.

Weiter wachsen

Für die Zukunft hat Jörg Brunecker sich vorgenommen, die „weißen Flecken“ auf der Landkarte weiter zu reduzieren. In Deutschland soll mit zusätzlichen Standorten weiter expandiert werden. Dabei hat er zunächst Nord- und Nordostdeutschland mit dem Berliner Umland im Fokus. Doch auch der Schritt über die Landesgrenzen ist für ihn ein vorstellbares Szenario. „Über Standorte in Polen, in der Schweiz oder in Belgien nachzudenken ist durchaus interessant“, so Brunecker. So wurden bereits im letzten Jahr die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um in Luxemburg arbeiten zu können und damit die Fundamente für die nächsten Meilensteine bereits gelegt.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der aktuellen Ausgabe (2/15) der bi-UmweltBau.