Schmutzwassersammler für Bettembourg: GFK-Rohre überzeugen mit hydraulischen Eigenschaften

DÖBELN, 15.11.2018 – Für den Bau eines neuen Schmutzwassersammlers in der luxemburgischen Gemeinde Bettembourg sind auf rund 1.200 m Länge GFK-Rohre DN 1000 von Amiblu verlegt worden. Darüber hinaus kamen rund 80 m GFK-Vortriebsrohre DN 1200 zum Einsatz, die im Mikrotunnelbauverfahren unter der Autobahn A3 vorgetrieben wurden. Überzeugt haben insbesondere die hydraulischen Eigenschaften der GFK-Rohre.

Auf einer Länge von rund 1.200 m kamen Flowtite GFK-Rohre DN 1000 von Amiblu sowie GFK-Schachtbauwerke zum Einsatz.
Auf einer Länge von rund 1.200 m kamen Flowtite GFK-Rohre DN 1000 von Amiblu sowie GFK-Schachtbauwerke zum Einsatz. | Fotos: Amiblu GmbH

Um den Zulauf zur Kläranlage zu drosseln und die Möglichkeit einer Zwischenspeicherung der anfallenden Wassermenge zu schaffen, entschied sich die Gemeinde Bettembourg für den Bau eines neuen Regenüberlaufbeckens. Die Maßnahme wurde gemäß Gesamtkonzept des Einzugsgebietes der Kläranlage Peppange zur Anpassung der Zuflüsse zur Kläranlage ausgearbeitet.
Die Inspektion mittels Kanalkamera ergab, dass der bestehende Hauptsammler noch intakt war. Er beginnt in Frankreich und nimmt im weiteren Verlauf die Abwässer der Ortschaften Rumelange, Tétange, Kayl, Noertzange, Huncherange, Fennange, Abweiler und Bettembourg auf, bevor er schließlich in der Kläranlage Peppange endet. Ein zweiter Sammler kommt aus Richtung der Ortschaft Dudelange und durchquert u.a. das Industriegebiet Bettembourg/Dudelange sowie die Ortschaft Bettembourg, bevor er sich mit dem Hauptsammler verbindet. Der zwischen den Gleisen der Luxemburger Eisenbahngesellschaft CFL und der Autobahn A3 verlaufende Hauptsammler hat einen Durchmesser von DN 1800. Die Planer hatten sich entschieden, diesen Abschnitt als Kanalstauraum mit oben liegender Entlastung zu nutzen und dementsprechend umzubauen bzw. präventiv Sanierungsmaßnahmen durchzuführen.

Hydraulik als wichtiges Kriterium

Für die Reinigung des Kanalstauraumes nach einem sogenannten Einstau wurden drei Spülkammern mit einem Volumen von insgesamt rund 130 m3 Spülwasser hergestellt, wobei die erste Spülkammer in das Regenüberlaufbecken integriert wurde. Um den Drosselabfluss des Regenüberlaufbeckens mit der Kläranlage zu verbinden, wurde der Bau eines neuen Sammlers erforderlich.
Da die neue, rund 1.200 m lange Trasse eine sehr geringe Neigung aufwies, sei als Rohrwerkstoff „sehr schnell GFK ins Spiel gekommen“, erläutert Olivier Georges, vom technischen Dienst der Gemeinde Bettembourg. Die glatte Innenoberfläche, welche den Rohren ausgezeichnete hydraulische Eigenschaften verleiht, sei für die Verwendung bei der Baumaßnahme in Bettembourg ein wesentlicher Faktor gewesen.

Das geringe Gewicht der Rohre erleichtert das Handling auf der Baustelle.
Das geringe Gewicht der Rohre erleichtert das Handling auf der Baustelle.

Leicht, stabil und korrosionsbeständig

Ralf Paul, Gebietsverkaufsleiter, Amiblu GmbH, nennt weitere Vorzüge des ausgewählten Rohrwerkstoffs: „GFK ist ein kompakter Verbundstoff, der die positiven Eigenschaften der verwendeten Rohstoffe in sich vereint – Glasfasern sorgen für hohe Ringsteifigkeiten und extrem hohe axiale Festigkeiten, eine Quarzsandverstärkung im Kern erhöht die Wandsteifigkeit.“ Das Ergebnis sind Rohre, die ein geringes Gewicht und eine vergleichsweise geringe Wandstärke mit einer hohen Stabilität und ausgezeichneter Korrosionsbeständigkeit verbinden, die deutlich höher ist als bei vergleichbaren Materialien.

Im Sinne des Umweltschutzes

Letzteres ist vor Ort nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, weil der neue Sammler in einem Naturschutzgebiet verläuft; sämtliche verwendeten Materialien mussten daher den Anforderungen einer vorab durchgeführten Umweltverträglichkeitsanalyse genügen. Bei der Verlegung des neuen Sammlers in offener Bauweise wurde mit 6 m langen Rohren DN 1000 gearbeitet. In der Trasse ebenfalls vorgesehen waren mehrere GFK-Schachtbauwerke. Die Länge der GFK-Rohre, so Georges, sei insofern günstig gewesen, als man mit vergleichsweise wenigen Rohrverbindungen habe arbeiten können und somit auch den Auflagen des Umweltschutzes gut Rechnung tragen konnte.

Profis am Start

Grundsätzlich ist die Verlegung der Rohre in offener Bauweise, die man innerhalb einer Gutwetterperiode im Sommer hat vornehmen müssen, reibungslos verlaufen. Insbesondere mit Blick auf den Baugrund vor Ort – es handelt sich um eine relativ feuchte Wiese – war ein schnelles Arbeiten bei der Verlegung erforderlich. Dabei habe die mit den Tiefbauarbeiten betraute Firma AlphaBau S.à.r.l., so Georges wörtlich, „Profis an den Start bringen“ müssen, um die Rohre in der Kürze der Zeit fachgerecht zu verlegen. Projektleiter Guido Leers vom Planungsbüro Schroeder & Associés S.A. weiß, worauf es beim Einbau ankam: „Das geringe Gewicht und die geringe Wandstärke der Rohre erleichterten einerseits das Handling auf der Baustelle. Sie stellten aber auch bestimmte Anforderungen an Lagerung und Transport, und auch bei der Verdichtung der Leitungszone und dem Einbringen der Hauptverfüllung musste sehr gewissenhaft zu Werke gegangen werden.“

Vortrieb der GFK-Rohre im Mikrotunnelbauverfahren
Vortrieb der GFK-Rohre im Mikrotunnelbauverfahren

Unter der A3 hindurch

Bei rund 80 m der Trasse war ebenfalls ein behutsames Vorgehen gefragt: Hier kreuzt der neue Sammler die Autobahn A3, daher kam für die Verlegung nur eine geschlossene Bauweise in Frage. Die Wahl fiel auf den Mikrotunnelbau. Hierbei wurden von einer Startbaugrube aus die Rohre in den Baugrund vorgetrieben. Dabei baute die Mikrotunnelbaumaschine den anstehenden Boden mit einem Bohrkopf ab, während eine Pressstation in der Startbaugrube die Vortriebsrohre kontinuierlich in den Boden einpresste. Das abgebaute Bodenmaterial wurde durch diesen Rohrstrang dann in den Startschacht befördert und abtransportiert.
Mit dieser anspruchsvollen Aufgabe wurde die Sonntag Baugesellschaft mbH & Co. KG, Niederlassung Bingen, beauftragt. Zum Einsatz kamen hier GFK-Vortriebsrohre von Amiblu DN 1200 / DA 1280 mit einer Baulänge von 3 m.
Nach einer Bauzeit von nur knapp sieben Monaten konnte die Verlegung des Sammlers zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen werden. bi