50 Jahre VOB-Stelle Niedersachsen

HANNOVER, 23.11.2018 - Die VOB-Auslegungs- und Beratungsstelle Niedersachsen feierte gestern ihr 50-jähriges Jubiläum. Durch die Vermittlung der VOB-Stelle konnten bisher in fast 1800 Fällen Streitigkeiten zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern außergerichtlich geklärt werden.

Zum 50-jährigen Jubiläum der VOB-Auslegungs- und Beratungsstelle hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann gestern im Rahmen einer Feierstunde ihre Arbeit gewürdigt und sich bei den ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern für ihre Leistung bedankt. Der Minister hatte zu diesem Anlass gemeinsam mit dem Präsidenten des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen, Thomas Echterhoff, und dem Präsidenten des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen, Christian Staub, nach Hannover eingeladen.

Seit 1968 Vermittlung zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern

Wirtschaftsminister Dr. Althusmann zum Jubiläum: „In den vergangenen 50 Jahren hat es die VOB-Stelle durch ihre Vermittlung und Stellungnahme geschafft, dass sich in fast 1800 Fällen die Parteien ohne einen aufwendigen Rechtsstreit einigen konnten. Die Praxis zeigt also die besondere Rolle und Bedeutung der VOB-Stelle, die wir heute würdigen wollen."
 
Der Präsident des Bauindustrieverbandes Thomas Echterhoff: „Der Erfolg der VOB-Stelle ist insbesondere auch darauf zurückzuführen, dass die Stellungnahmen gemeinsam von Juristen und Ingenieuren formuliert werden und so dem Umstand Rechnung getragen wird, dass Fragestellungen aus dem Bereich des Baus häufig nur mit dem Sachverstand beider Fachrichtungen gelöst werden können."
 
Der Präsident des Baugewerbe-Verbands Christian Staub: „Viele Streitigkeiten lassen sich durch die ausgewogenen und fachkundigen Stellungnahmen vermeiden. Die Stellungnahmen stoßen darüber hinaus auch bundesweit auf großes Interesse. Auch ich habe die VOB-Stelle schon in Anspruch genommen. Seinerzeit ging es um die Auslegung einer Leistungsbeschreibung. Dank der Hilfe der VOB-Stelle wurde eine Einigung erzielt. Ich habe Zeit und Geld gespart und das Verhältnis zum Auftraggeber blieb unbelastet."
 
Die VOB-Auslegungs- und Beratungsstelle vermittelt seit 1968 kostenfrei bei Fragen oder Meinungsverschiedenheiten zu öffentlichen Bauaufträgen in Niedersachsen zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. Dadurch sollen diese außergerichtlich beigelegt und dadurch langwierige und teure Gerichtsverfahren vermieden werden. Unter dem Vorsitz des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums ist sie zu gleichen Teilen mit Mitgliedern von Auftraggebern und Auftragnehmern besetzt. Sie ist keine Schiedsstelle, sondern gibt Stellungnahmen ab, die den Parteien als Entscheidungshilfe dienen sollen.

Die VOB-Stelle entscheidet über konkrete Auslegungsfragen zu VOB/A, VOB/B und VOB/C. Sie kann sowohl von Auftraggeber- als auch von Auftragnehmerseite angerufen werden. Voraussetzung ist, dass die dem Streit zugrundeliegenden Tatsachen feststehen, also ein unstreitiger Sachverhalt vorliegt.

Hier geht es zu einem Info-Blatt zur Anrufung der VOB-Stelle

(Quelle: Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung)

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