Digitalisierung von Wäldern über Spracheingabe

WAIBLINGEN, 07.12.2018 – Im Rahmen seines Forst 4.0-Projektes hat Stihl eine Softwarelösung für die Forstwirtschaft entwickelt: „LogBuch“ verknüpft die lokale Datenerfassung mit Sprachinformationen und erleichtert so die Arbeit von Förstern. Wie genau funktioniert dieses System?

Das Auszeichnen von Baumbeständen mit Farbsprühdosen ist gängige Praxis. Mit LogBuch kann nun im gleichen Arbeitsschritt eine Kartierung erfolgen. | Foto: LogBuch
Das Auszeichnen von Baumbeständen mit Farbsprühdosen ist gängige Praxis. Mit LogBuch kann nun im gleichen Arbeitsschritt eine Kartierung erfolgen. | Foto: LogBuch
Per Spracheingabe in das Smartphone kann der Anwender die Geolokalisation eines Objekts, bspw. eines Baumes, mit Informationen verbinden. Die gespeicherten Daten werden in das webbasierte LogBuch-System übertragen, wo die Sprachnotizen automatisch in Text umgewandelt und die Informationen zu den entsprechenden Geopunkten in einer digitalen Karte dargestellt werden. „Das innovative Kartierungsverfahren ermöglicht ein freihändiges Arbeiten und ist damit vor allem für unwegsames Gelände hilfreich. Einzigartig ist, dass die Lösung im Offline-Modus eingesetzt werden kann und dadurch auch in Gebieten ohne Netzabdeckung problemlos anwendbar ist“, betont Friedrich Hollmeier, Diplom-Forstwirt und Projektmanager sowie Vertriebsleiter bei LogBuch.
Friedrich Hollmeier stellte „LogBuch“ auf dem internationalen Stihl Medientag vor. Die Datenerfassung erfolgt mittels Spracheingabe und beide Hände bleiben frei. | Foto: BI/Stoffregen
Friedrich Hollmeier stellte „LogBuch“ auf
dem internationalen Stihl Medientag vor.
Die Datenerfassung erfolgt mittels
Spracheingabe und beide Hände bleiben
frei. | Foto: BI/Stoffregen

Im Webportal erhalten Anwender u. a. detaillierte Auswertungen, die an andere Akteure im Forst weitergegeben werden können. Damit ist es zum Beispiel möglich, Käfer- und Sturmholz exakt zu verorten oder die Aufarbeitung, Bringung und den Abtransport von Hölzern effizienter zu steuern. „Wir bieten mit unserer Lösung eine digitale Unterstützung, die im Hinblick auf die anstehende Selbstorganisation in der Privatwaldbetreuung in einigen Bundesländern eine große Erleichterung sein wird“, erklärt Henry Schilbach, bei LogBuch für die Software-Entwicklung verantwortlich. LogBuch vertreibt derzeit seine Software direkt an die Anwender. Darüber hinaus soll die Technologie in Zukunft auch für andere Branchen angeboten werden. Zurzeit arbeitet LogBuch mit kommunalen Baumkartierern zusammen und bereitet den Markteintritt in diesem Bereich vor.

LogBuch und Stihl

„LogBuch“ heißt nicht nur die technische Lösung, sondern ist zugleich Firmenname eines Start-Ups mit Sitz in Waiblingen: Die LogBuch GmbH & Co. KG wurde im Februar 2018 gegründet und zwei Monate später im Handelsregister eingetragen. Die Idee zu LogBuch entstand im Rahmen der Teilnahme von Stihl am „Activatr-Programm“ der Firma Pioniergeist. Dort arbeiteten Start-up-Gründer mit Stihl Mitarbeitern zusammen, um digitale Geschäftsideen zu erarbeiten. Als sich LogBuch von einer Idee zu einem vielversprechenden Geschäftsmodell entwickelte, hat Pioniergeist das LogBuch-Team in die „Pioniergeist Venture Platform Management GmbH“ integriert. Stihl besitzt zu 100 % die Rechte an LogBuch. Pioniergeist agiert als Dienstleister im Auftrag von Stihl und kümmert sich um den rechtlichen Rahmen und um Organisatorisches wie die Buchhaltung. Im Bereich Smart Forest hat der Waiblinger Motorgerätehersteller darüber hinaus Virtual- und Augmented-Reality-Konzepte für das Produkttraining ausgearbeitet. Dazu zählt z. B. ein Programm, das mittels VR-Brille ein gefahrloses Training mit der Kettensäge im virtuellen Raum erlaubt.

Lesen Sie auch unseren Bericht von der Weltmeisterschaft der Waldarbeiter die in diesem Herbst in Norwegen Stattfand. Im Rahmen der Weltmeisterschaft stellte Stihl ein interessantes, neues Produkt vor.