Druckentwässerungssystem mit Nexos-Intelligenz

DORTMUND, 12.12.2018 – Ungereinigtes Abwasser zu fördern wird immer anspruchsvoller; Betriebssicherheit, Langlebigkeit und eine intelligente Vernetzung von Pumpen und Pumpensystemen werden immer relevanter. Das neue Druckentwässerungssystem mit Nexos-Intelligenz von Wilo sichert die optimale Fließgeschwindigkeit in den Sammelrohrleitungen und minimiert die Gefahr von Ablagerung und Verstopfung. Erfolgreich getestet wurde es bereits in Polen.

Das neue Druckentwässerungssystem mit Nexos-Intelligenz von Wilo dient der Vernetzung, Überwachung und Steuerung.
Das neue Druckentwässerungssystem mit Nexos-Intelligenz von Wilo dient der Vernetzung, Überwachung und Steuerung. Es setzt sich zusammen aus dem Pumpenschacht Wilo-Port 800, der Abwasser-Tauchmotorpumpe mit Schneidwerk Wilo-Rexa Cut, dem Schaltgerät Wilo-EC Lift mit Radioantenne, einem Gateway (für 70 Pumpwerke), einer Cloud und einer neuen Bedienungssoftware.

Tczów ist eine kleine polnische Gemeinde mit 4.500 Einwohnern, etwa 120 km entfernt von Warschau. Mit hochmodernen Gehöften, Sportanlagen und neu angelegten Straßen zeichnet sie sich deutlich von anderen ländlichen Gemeinden ab. Bereits vor zehn Jahren hatte Wilo hier ein Druckentwässerungssystem installiert. Dieses war im Vergleich nicht nur kostengünstiger als eine Freispiegelentwässerung, sondern ließ vor allem eine Versorgung aller Einwohner zu.

Vorreiter mit Testversion

Im Betrieb wurde deutlich, dass eine Rohrleitung besonders anfällig für Verstopfungen war. Neben den Unannehmlichkeiten für die Einwohner mussten große Mengen an Frischwasser aufgebracht werden, um das System richtig durchzuspülen. Die Lösung folgte damals noch als Testversion. Als erste Gemeinde sollte Tczów die Druckentwässerung mit Nexos-Intelligenz testen. „Ich habe schon immer an neue Technologien geglaubt. So haben wir es geschafft, diese Entwicklung in der Gemeinde umzusetzen. Die Nutzung solcher Technologien hat uns ermöglicht, Vorreiter auf dem Gebiet in Polen zu werden“, sagt Bürgermeister Andrzej Wolszczak.

Neues Kontrollsystem sorgt für Vernetzung

Über 750 Pumpstationen sind in den Haushalten des Städtchens installiert. Davon werden 185 mittels einer Software überwacht. Der Einsatz des neuen Kontrollsystems reduziert den Energieverbrauch der Pumpen um bis zu 30 Prozent. Das wird durch eine Verteilung der Tages-Zulaufspitzen erreicht, an denen das System stark beansprucht wird, wie beispielsweise an Feiertagen.
In Zeiten, in denen das System weniger stark belastet ist, sorgt die Software dafür, dass die Mindestfließgeschwindigkeiten von 0,7 m/s auch in den Sammelrohrleitungen sichergestellt sind, um die Verstopfungsgefahr durch Ablagerungen zu verhindern. „Sobald ein Fehler auftritt, kann über die Fehlerbilder im System der Ursprung und der Grund des Problems identifiziert werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um Verstopfungen in den Rohrleitungen oder Regenwasserzufuhr handeln“, so Andrzej Szeroki, Business Developer bei der Wilo SE und Erfinder der Software. „Fehlerhafte Stellen werden auf dem Bildschirm markiert und reduzieren die Reaktionszeit für das Wartungspersonal der Gemeinde. Zudem lassen sich über das System tägliche, monatliche oder jährliche Statistiken der Anlage abrufen.“

Die intelligente Lösung sichert die optimale Fließgeschwindigkeit in den Sammelrohrleitungen sowie in der Sammelpumpstation und minimiert die Gefahr von Ablagerung und Verstopfung. | Abbildungen: Wilo SE
Die intelligente Lösung sichert die optimale Fließgeschwindigkeit in den Sammelrohrleitungen sowie in der Sammelpumpstation und minimiert die Gefahr von Ablagerung und Verstopfung. | Abbildungen: Wilo SE

Standort, Rohrdurchmesser und Abwasserniveau als Grundlage

Als Informationsgrundlage dienen dem Kontrollsystem der Standort der Pumpstation, der Durchmesser der Rohrleitung, an den diese Station angeschlossen ist, und ihr aktuelles Abwasserniveau. Darauf basierend legt das System die Abfolge der Pumpstationsanläufe fest. So können die Mindestfließgeschwindigkeiten in Zeiten geringer Abwassermengen gewährleistet und ein zu hoher Gegendruck an den Endpumpstationen bei hohen Abwassermengen vermieden werden. Die Software kann problemlos in bestehende oder neue Systeme integriert werden. Es ist unabhängig vom Pumpenhersteller und Modell der Pumpe, egal ob es sich um Verdränger- oder Kreiselpumpen handelt.
„Seit wir die neue Lösung von Wilo nutzen, hatten wir keinen einzigen Ausfall mehr. Das ist für mich ein sehr guter Beweis für die Effizienz und Zuverlässigkeit“, so Wolszczak. „Mittlerweile kommen immer mehr Vertreter aus Gemeinden in Polen auf uns zu, um sich über unser neues System zu informieren und mehr darüber zu lernen.“

Druckentwässerungssysteme mit Nexos-Intelligenz

Druckentwässerungssysteme können dort eine flexible und nachhaltige Lösung bieten, wo der Bau eines Kanalnetzes nicht möglich oder unwirtschaftlich ist. Für die Betreiber findet sich ein weiterer Vorteil in den niedrigen Installationskosten wieder, denn aufwändige Tiefbauarbeiten entfallen hierbei. Aber selbst die Entwässerungssysteme können Herausforderungen bergen: Meist arbeiten entweder viele oder wenige Pumpen gleichzeitig, da sich die Abwassermengen je nach Tages- und Jahreszeit unterscheiden. Dadurch sind die Pumpstationen nicht dauerhaft in Betrieb, so dass Druckentwässerungssysteme ca. 70 % der Zeit zu wenig Abwasser führen. Der unregelmäßige Volumenstrom erhöht die Energiekosten und verursacht Ablagerungen oder sogar Verstopfungen in den Rohrleitungen, die die Betreiber unter hohen Kosten beseitigen lassen müssen.

Das neue Druckentwässerungssystem mit Nexos-Intelligenz dient der Vernetzung, Überwachung und Steuerung. Es setzt sich aus verschiedenen Wilo-Komponenten zusammen: dem Pumpenschacht Wilo-Port 800, der Abwasser-Tauchmotorpumpe mit Schneidwerk Wilo-Rexa Cut, dem Schaltgerät Wilo-EC Lift mit Radioantenne, einem Gateway (für 70 Pumpwerke), einer Cloud und einer neuen Bedienungssoftware. Die intelligente Lösung sichert das Einhalten der optimalen Fließgeschwindigkeiten in den Sammelrohrleitungen sowie in die Sammelpumpstation und minimiert die Gefahr von Ablagerungen und Verstopfungen. Auch die Pumpen profitieren von dieser Systematik, da sie im Betriebsoptimum laufen.

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