Neuer Mischwasserkanal für Immenstadt

HAMM, 09.01.2019 – Im Frühjahr 2018 ist in der Bahnhofstraße in Immenstadt ein rund 200 m langer Abschnitt eines Mischwasserkanals erneuert worden. Hauptdarsteller der Tiefbauarbeiten waren verschiedene Funke-Produkte, die die Geiger Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG im Auftrag der Stadt Immenstadt i. Allgäu erstmals einsetzte.

Für die Erneuerung des Mischwasserkanals in der Bahnhofstraße in Immenstadt kamen braune HS-Kanalrohre zum Einsatz. Alle Bauteile des Kanalrohrsystems sind mit einer fest integrierten FE-Dichtung ausgestattet.
Für die Erneuerung des Mischwasserkanals in der Bahnhofstraße in Immenstadt kamen braune HS-Kanalrohre zum Einsatz. Alle Bauteile des Kanalrohrsystems sind mit einer fest integrierten FE-Dichtung ausgestattet.

Für die gesamte Bahnhofstraße sind aufwertende Umbaumaßnahmen geplant. Im Zuge dieser Planungen wurde auch der Zustand der unterirdischen Infrastruktur im Innenstadtbereich untersucht. Nach den durchgeführten Kamerabefahrungen und den daraus resultierenden Zustandsbewertungen bestand insbesondere für den alten Mischwasserkanal unter der Bahnhofstraße Handlungsbedarf. „Das Eiprofil aus Beton wies relativ starke Schäden auf, so dass nur eine Neuverlegung in Frage kam“, erläutert Robert Kennerknecht, Geschäftsbereich Bauen/Umwelt, Leitung Referat Tiefbau, Stadt Immenstadt i. Allgäu.

Erstmals PVC-U

Hierbei entschieden sich der Auftraggeber und das zuständige Planungsbüro Bauen und Umwelt (PBU) erstmals für die Verwendung von Kanalrohren aus PVC-U. Zum Einsatz kamen braune HS-Kanalrohre in den Nennweiten DN/OD 400 und DN/OD 500 von der Funke Kunststoffe GmbH. Sie zeichnen sich durch hohe Stabilität, hohe Sicherheit und gute Verlegbarkeit aus. Der Umstand, dass die Rohre aufgrund des leichten Gewichtes auf der Baustelle mit nur geringem Aufwand einfach und flexibel zu verarbeiten sind, hat vor Ort an der Einbaustelle überzeugt – das belegen die positiven Rückmeldungen von Bauleiter, Polier und Mitarbeitern des ausführenden Unternehmens.

Produkteigenschaften wie das niedrige Eigengewicht sorgen für ein einfaches Handling der HS-Kanalrohre an der Einbaustelle.
Produkteigenschaften wie das niedrige
Eigengewicht sorgen für ein einfaches
Handling der HS-Kanalrohre an der
Einbaustelle.

Gute Produkteigenschaften

Alle Bauteile des HS-Kanalrohrsystems sind wandverstärkt. Sämtliche Formteile entsprechen der Rohr-Klasse SDR 34. „Das Rohrsystem verfügt mindestens über eine Ringsteifigkeit von ≥ 12 kN/m2“, erklärt Ralph Seidel, Fachberater Außendienst, Geschäftsbereich Tiefbau, Funke Kunststoffe GmbH. „Das heißt, schon ab einer Verlegetiefe von 0,5 m hält es Verkehrslasten bis SLW 60 stand.“ Die wurzelfesten und -dichten Rohrverbindungen, die gute Hydraulik und die absatzfreien Verbindungen fördern eine sichere Wasserableitung. Auch die Verlegevorteile spielen eine Rolle. HS-Kanalrohre haben sich als wirtschaftlich erwiesen – vom Transport über das Abladen bis hin zum Verlegen. Eine Aussage, die Bauleiter Joachim Heßmann von der Geiger Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG bestätigt: „Der Grund hierfür liegt vor allem in dem niedrigen Eigengewicht, das schwere Baugeräte zum Einfädeln überflüssig macht.“
Polier Bernhard „Paule“ Müller, Geiger Hoch- und Tiefbau, hat vor allem ein anderes bautechnisches Merkmal überzeugt: Alle Bauteile des Kanalrohrsystems sind mit einer fest integrierten FE-Dichtung ausgestattet. Dabei ist das Dichtungsmaterial an den Stützring aus PP angespritzt. Bereits ab Werk ist die Dichtung in die vorgeformte Sicke bzw. Dichtungskammer eingelegt, so dass ein Herausdrücken oder Vergessen beim Verlegen gar nicht mehr auftreten kann. Ein Umstand, der erheblich dazu beiträgt, Verlegefehler zu vermeiden.

Eine perfekte Kombination: Mit BI-Adapter und VPC-Rohrkupplung lassen auch dauerhaft dichte Verbindungen zu Rohren schaffen, die nur innen kreisrund sind.
Eine perfekte Kombination: Mit BI-Adapter
und VPC-Rohrkupplung lassen auch
dauerhaft dichte Verbindungen zu Rohren
schaffen, die nur innen kreisrund sind.

Für alle Anschlusssituationen gerüstet

Im Rahmen der Tiefbaumaßnahme wurden zusätzlich 15 Hausanschlüsse neu erstellt. Sie wurden über den HS-Abzweig 45° in den Sammler eingebunden. Das Formteil kann mit einer VARIOmuffe ausgestattet werden. Sie sorgt dafür, dass angeschlossene Rohrverbindungen schwenkbar sind. Ein integriertes Kugelgelenk lässt sich im Bereich von 0° bis 11° frei bewegen. Ein entscheidender Vorteil bei der Verlegung von Hausanschlussleitungen, bei denen es erfahrungsgemäß zu Zwängungen im Muffenbereich kommen kann. Mögliche Folgen sind Undichtigkeiten oder Wurzeleinwuchs. Beim Übergang der neuen Hausanschlussleitungen an die alten Rohrmaterialien der betroffenen Grundstücke setzten die Tiefbauer darüber hinaus die VPC-Rohrkupplung von Funke ein. „Hiermit lassen sich Rohre der gleichen Nennweite aus unterschiedlichen Werkstoffen optimal und sicher miteinander verbinden – und das trotz bauartbedingt stark unterschiedlicher Außendurchmesser“, so Seidel weiter. Die VPC-Rohrkupplung besteht aus einer reduzierbaren Dichtmanschette aus Elastomergummi, einem zentrisch reduzierbaren Fixierkorb aus Kunststoff sowie zwei Edelstahlbändern zur Krafteinleitung für eine beidseitige, separate und stufenlose Durchmesseranpassung.

Eingebauter Eiprofiladapter. Eine VPC-Rohrkupplung sorgt für eine dichte Verbindung mit dem nächsten Rohr.
Eingebauter Eiprofiladapter. Eine VPC-
Rohrkupplung sorgt für eine dichte
Verbindung mit dem nächsten Rohr.

Lösung für Sonderfälle

In den Fällen, in denen die alten Hausanschlussleitungen nur innen kreisrund sind – wie zum Beispiel Betonrohre mit Fuß oder Betonrohre mit Scheitelverstärkung – sorgt der BI-Adapter von Funke für eine zuverlässige Verbindung. Er besteht aus einer Innenhülse aus nicht rostendem Stahl, einer abdichtenden EPDM-Manschette und einem Spreizkeil, der ebenfalls aus nicht rostendem Stahl gefertigt ist. Nach dem Einsetzen ins Rohr wird die EPDM-ummantelte Hülse durch das Einschlagen des Keils geweitet und an die Rohr-Innenwandung des Rohres formschlüssig angepresst. Mehrere ringförmig angeordnete Dichtungsrippen sorgen für eine dichte Verbindung. Auf das andere Ende des BI-Adapters wird im nächsten Arbeitsschritt die im Lieferumfang enthaltene VPC-Rohrkupplung aufgesetzt und befestigt. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass ein außen kreisrundes Rohr angeschlossen werden kann.
Die im Rahmen der Neugestaltung des Innenstadtbereichs von Immenstadt durchgeführten Arbeiten an der unterirdischen Infrastruktur konnten Ende Juni planmäßig und erfolgreich abgeschlossen werden. Die beteiligten Baupartner zeigten sich danach mit dem Ergebnis zufrieden – sowohl in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und technische Parameter wie auch mit Blick auf Nachhaltigkeitsaspekte. Ende Oktober war die neu gestaltete Bahnhofstraße für Einwohner und Besucher wieder zugänglich.

Lesen Sie unseren Bericht über ein Bauprojekt mit den DN 1000 Schächten von Funke.

Geiger-Bauleiter Joachim Heßmann, Robert Kennerknecht von der Stadt Immenstadt i. Allgäu und Funke-Fachberater Ralph Seidel im Gespräch (v.r.). | Fotos: Funke Kunststoffe
Geiger-Bauleiter Joachim Heßmann, Robert Kennerknecht von der Stadt Immenstadt i. Allgäu und Funke-Fachberater Ralph Seidel im Gespräch (v.r.). | Fotos: Funke Kunststoffe