4. SLG-Fachtagung zum Thema Betonpflasterbauweisen

BONN, 16.01.2019 – Über 80 Teilnehmer, darunter auch zahlreiche externe Fachleute, zählte die 4. Fachtagung „Betonpflasterbauweisen“ des Betonverbands Straße, Landschaft, Garten (SLG) Ende letzten Jahres. Es ging dabei unter anderem um Betonelemente im GaLaBau und neue Regelwerke, die beim Betonbau zu beachten sind.

Ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm lockte über 80 Teilnehmer zur Fachtagung nach Frankfurt-Kelsterbach.
Ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm lockte über 80 Teilnehmer zur Fachtagung nach Frankfurt-Kelsterbach. | Foto: SLG

„Wir haben die Fachtagung in diesem Jahr erstmals auch für externe Teilnehmer geöffnet. Denn wir sind der Überzeugung, dass die Veranstaltung genauso für Sachverständige, Landschaftsarchitekten, Garten- und Landschaftsbauer sowie Vertreter der öffentlichen Verwaltung von Interesse ist“, so SLG-Geschäftsführer Dietmar Ulonska. Das Vortragsprogramm beleuchtete eine Vielfalt unterschiedlicher Aspekte der Betonpflasterbauweise.

Bauingenieur Klaus Wilmes vom Aachener Institut für Bauschadensforschung eröffnete die Vortragsreihe mit dem Thema „Anschluss von Pflasterdecken und Plattenbelägen an Gebäude“ und stellte die Anforderungen der neuen Normenreihe DIN 18533 vor. Er machte jedoch darauf aufmerksam, dass sowohl die Abdichtungsarbeiten selbst als auch der Schutz der Abdichtung in das Gewerk des Hochbaus fallen. Auf Basis der FLL-Empfehlungen für Planung Bau und Instandhaltung der Übergangsbereiche von Freiflächen zu Gebäuden erläuterte er die Besonderheiten verschiedener Außenwandkonstruktionen, die an der sensiblen Schnittstelle von Verkehrsfläche und Gebäude zu beachten sind.

Flächenbefestigung mit Betonelementen

Thomas Leopoldseder vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau der LWG Veitshöchheim referierte zum Thema „Begrünbare Flächenbefestigungen mit Betonelementen“ und bezog sich auf das gerade erschienene FLL-Regelwerk. Er ging ein auf die Nutzungsklassen der FLL-Richtlinien zu Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbelägen, bevor er die Bauweisen mit Rasenfugenpflaster und Rasengittersteinen aus Beton im Detail vorstellte. Hierbei erläuterte er neben der Dimensionierung der einzelnen Schichten die Anforderungen an die jeweiligen Baustoffe und den schichtbezogenen Einbau inklusive der zugehörigen Prüfungen.

Dr. Hans-Hubert Meseberg, ehemaliger Leiter des Referats „Straßenausstattung“ der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und Sachverständiger für Lichtmessung, thematisierte die „Bedeutung von Licht und Helligkeit bei Flächenbefestigungen“ sowie „Planungsgrundlagen und Fehlerquellen“. Er grenzte verschiedene lichttechnische Begriffe und Messgrößen voneinander ab und verwies auf die Bedeutung des Leuchtdichtekontrastes für Bodenindikatoren im öffentlichen Raum gemäß DIN 32984.

Lesen Sie auch unseren Artikel, in dem wir über Betonelemente als Designstück berichten.

Gerichtsstreitigkeiten

Prof. Jürgen Ulrich, Vorsitzender Richter am Landgericht a.D., referierte zum Thema „Bloß nicht vor Gericht – warum man teuren Gerichtsstreitigkeiten aus dem Weg gehen sollte und wie man das tut“. Zahlreiche Fallbeispiele aus seiner 38-jährigen Tätigkeit als Richter in Baurechtsprozessen verdeutlichten, dass sich viele Streitfälle auf der Grundlage eindeutiger vertraglicher Regelungen vermeiden lassen. Er hob die große Bedeutung des gerichtlich bestellten Sachverständigen hervor, dessen Ausführungen sich das Gericht in den allermeisten Fällen anschließt. Jan Peter Hecktor, Produktmanager Light Equipment der Bomag GmbH, sprach über „Einbau und Verdichtung von sensiblen Belagsprodukten“ und stellte die Vorzüge der Stoneguard-Rüttelplatten heraus, die mit ihrem angeklebten, ebenen Gummikeil speziell für das Abrütteln von sensiblen Belagsoberflächen entwickelt wurden.

Den Schlusspunkt der Vortragsreihe setzte Dietmar Ulonska mit seinem Vortrag zu den Neuerungen in den ZTV Pflaster und den ATV DIN 18318 und kündigte an, dass beide Regelwerke voraussichtlich bis Mitte 2019 veröffentlicht werden. Lebhafte Diskussionen im Anschluss an die Vorträge und der Erfahrungsaustausch unter den Beteiligten in den Pausen rundeten die Veranstaltung ab.