Dachdeckerhandwerk: Umsatz steigt auf 10 Milliarden Euro

KÖLN, 12.02.2019 – Die hohe Nachfrage am Bau hat dem Dachdeckerhandwerk nach sechs Jahren der Stagnation ein sehr positives Jahr gebracht. Für 2018 rechnet der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mit einem Umsatzplus von über neun Prozent. Für viel Arbeit sorgte unter anderem Orkantief „Friederike“.

Umsatz im Dachdeckerhandwerk 2018
Ein so hohes Umsatzplus gab es im Dachdeckerhandwerk seit sechs Jahren nicht. | Grafik: ZVDH
„2018 haben die Dachdecker erstmals über 10 Milliarden Euro Umsatz eingefahren und damit den Spitzenumsatz von 2011 mit 9,37 Milliarden Euro übertroffen“, bilanzierte ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk. Damit zeigt die starke Konjunkturentwicklung am Bau nun auch in dieser Handwerkssparte Auswirkungen. Hauptumsatztreiber sei aktuell der Neubau im Wohnungs- und im Wirtschaftsbau, aber auch der öffentliche Bau füllte mit immerhin 12,4 % Umsatzanteil die Auftragsbücher.

Dirk Bollwerk, ZVDH-Präsident
Freut sich über die Umsatzentwicklung: ZVDH-Präsident
Dirk Bollwerk

Orkantief sorgte für Umsatzhoch


Die wichtigsten Auftraggeber waren mit fast 60 Prozent die privaten Bauherren: Davon entfielen 80 Prozent auf Sanierungs- und Reparaturarbeiten. Eine bedeutende Rolle spielte hierbei das Wetter: So sorgten gleich zu Beginn des Jahres 2018 die beiden Sturmtiefs „Burglind“ und „Friederike“ für eine hohe Auslastung, und die Trockenheit im Anschluss lieferte den Betrieben beste Arbeitsbedingungen. Der Neubau war mit 20 Prozent am Umsatz beteiligt.


Positive Aussichten für 2019


Für das laufende Jahr zeigte sich Bollwerk optimistisch. Das Baukindergeld, höhere Abschreibungen für den Mietwohnungsbau und die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus lieferten günstige Rahmenbedingungen, so der ZVDH-Präsident. Allerdings komme auch das Dachdeckerhandwerk langsam an seine Kapazitätsgrenzen. Über 60 Prozent der Dachdeckerbetriebe sehen im Fachkräftemangel laut einer Verbandsumfrage inzwischen „ein ernstes Problem“ für ihre weitere Entwicklung.


Auch im Dachdeckerhandwerk steigen die Kosten, unter anderem wegen höherer Tariflöhne:
- 5,6 Prozent mehr Lohn für Dachdecker