Forschungseinrichtungen in Schleswig-Holstein forcieren sozialverträgliche und nachhaltige IT-Beschaffung

KIEL, 27.02.2019 - Die im Verbund "ITSH-edu" zusammengeschlossenen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Schleswig-Holstein wollen die faire Herstellung und Beschaffung von IT-Hardware forcieren.

 Foto/Copyright: Electronics Watch

Unter Führung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) haben sich

  • die Europa-Universität Flensburg
  • die Fachhochschule Kiel
  • die Fachhochschule Lübeck
  • die Fachhochschule Westküste
  • das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • die Hochschule Flensburg
  • das Institut für Weltwirtschaft
  • das IPN Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik
  • die Musikhochschule Lübeck
  • die Muthesius Kunsthochschule
  • das Studentenwerk Schleswig-Holstein
  • die Universität zu Lübeck und
  • das ZBW Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

zu dem Konsortium „ITSH-edu“ zusammengeschlossen.

"ITSH-edu" dient als Forum für den Austausch von Informationen und Ideen unter den 14 Mitgliedsinstitutionen. Sie wollen die faire Herstellung und Beschaffung von IT-Hardware forcieren. Bei der Gestaltung eines neuen gemeinsamen Rahmenvertrags für die IT-Beschaffung in 2017 wurde besonderes Gewicht auf die Einhaltung sozialer und nachhaltiger Kriterien gelegt.

Einhaltung von Arbeitsrechten und Sicherheitsstandards

Mit den abgeschlossenen Verträgen wird die Hardware wie PCs, Drucker, Bildschirme und Server bis 2020 damit vorrangig über Unternehmen beschafft, die sich zur Achtung der Arbeitsrechte und zur Einhaltung von Sicherheitsstandards in globalen Lieferketten verpflichten. Aus den auf insgesamt zehn Millionen Euro Volumen geschätzten Verträgen wurden bereits mehr als 1.200 Geräte beschafft.

Unterstützt durch „Electronics Watch“

Um die Einhaltung der Kriterien fairer Produktion und Beschaffung durch Anbieter und Hersteller von einer dritten Institution überwachen zu lassen, schloss sich der ITSH-edu der Nichtregierungsorganisation "Electronics Watch“ an. „Electronics Watch“ ist eine unabhängige Monitoring-Organisation, die öffentliche Auftraggeber dabei unterstützt, ihre Verantwortung für den Schutz der Arbeitsrechte in der globalen Lieferkette der Elektronikindustrie wahrzunehmen.

In Deutschland ist neben "ITSH-edu" bisher nur die Landeshauptstadt München Mitglied bei Electronics Watch. „Wenn öffentliche Auftraggeber in vielen Ländern zusammen aktiv werden, können sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Unser Engagement als Netzwerk von Forschungseinrichtungen kann somit durchaus als eine Art Pionierleistung eingestuft werden“, erklärt Dr. Lars Kühnel vom Rechenzentrum der CAU. Thomas Starck vom Zentrum für Informations- und Medientechnologien (ZIMT) der Europa-Universität Flensburg ergänzt: „Seit Jahren versuchen viele Beschaffer öffentlicher Einrichtungen einen Weg zu finden, über die Marktmacht der öffentlichen Beschaffung die Arbeitsbedingungen in den Fabriken der IT-Hersteller zu verbessern. Nachfragen von Beschaffungsverbünden anderer Bundesländer belegen, dass wir einen guten, pragmatischen Weg gefunden haben, der hoffentlich viel Nachahmer findet.“

(Quelle: Uni Kiel) | B_I MEDIEN

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