E-Power Pipe für bauma Innovationspreis 2019 nominiert

SCHWANAU, 01.03.2019 – E-Power Pipe, ein grabenloses Verfahren für die wirtschaftliche und umweltschonende Verlegung von Erdkabeln mit hoher Präzision und Geschwindigkeit, ist für den bauma Innovationspreis 2019 in der Kategorie „Maschine“ nominiert. Die Neuentwicklung von Herrenknecht bietet gegenüber der konventionellen offenen Bauweise deutliche Vorteile.

Nahe dem rheinland-pfälzischen Bacharach findet derzeit das dritte Pilotprojekt des E-Power Pipe-Verfahrens statt.
Mit E-Power Pipe hat die Herrenknecht AG ein innovatives Verfahren entwickelt, das allen Anforderungen der grabenlosen Verlegung von Kabelschutzrohren gerecht wird und eine echte wirtschaftliche Alternative zur offenen Verlegung darstellt. | Fotos: Herrenknecht

Mit E-Power Pipe hat Herrenknecht ein neues Verfahren entwickelt, um Kabelschutzrohre kleineren Durchmessers über lange Strecken von über einem Kilometer schnell und sicher im Untergrund zu installieren. Das innovative Verfahren hat bewährte Bohrtechnologien zielführend modifiziert und weiterentwickelt, so dass Erdkabel zukünftig grabenlos und oberflächennah in 2 bis 4 m Tiefe mit minimalem Eingriff in die Landschaft verlegt werden können.

Herzstück Vortriebsmaschine

Die komplett ferngesteuerte Vortriebsmaschine AVNS350XB ist mit einem Bohrdurchmesser von 505 mm für Haltungslängen über 1.000 m ausgelegt. Mit hoher Präzision kann die Maschine den geplanten Streckenverlauf einhalten und so bestehende Infrastrukturen wie Rohrleitungen, Straßen, Schienen oder kleinere Gewässer sicher unterqueren. Einzelne Bohrungen können in einem geringen Abstand von lediglich 1 - 2 m realisiert und so mehrere Leitungen parallel verlegt werden.
Die Vortriebsmaschine ist mit einer Strahlförderpumpe (Jetpump) und einem integrierten Hydraulikaggregat ausgestattet. Die beengten Platzverhältnisse limitierten mit herkömmlichen Methoden die Materialabförderung über längere Abschnitte und begrenzten damit bislang auch die mögliche Vortriebslänge. Durch den Einsatz der Jetpump zur Abförderung des Abraummaterials können im kleinen Durchmesserbereich bis zu 10-fach längere Vortriebsstrecken bei hohen Geschwindigkeiten realisiert werden.

Zweistufiges Verlegeverfahren

Am Startpunkt wird eine neu entwickelte Vorschubeinheit installiert, mit deren Vorschubkraft Vortriebsrohre und Vortriebsmaschine entlang der vorgegebenen Trasse in Richtung des Zielpunkts gedrückt werden. Das Bohrloch bleibt hierbei permanent durch die Maschine bzw. die Vortriebsrohre sicher gestützt. Nach dem Durchstich am Zielpunkt wird die Vortriebsmaschine von den Vortriebsrohren getrennt. Im Anschluss wird das vorgefertigte Kabelschutzrohr mit den noch im Bohrloch befindlichen Vortriebsrohren verbunden und über die Vorschubeinheit im Startschacht zurück- und damit eingezogen. Nach der Installation des Schutzrohrs ist die Mission von E-Power Pipe abgeschlossen. Der finale Einzug der Erdkabel erfolgt durch entsprechend spezialisierte Unternehmen.

Umweltschonende Alternative zur offenen Bauweise

Die Leistungsfähigkeit von E-Power Pipe konnte in Pilotprojekten bereits erfolgreich unter Beweis gestellt werden. Dabei wurden Tagesbestleistungen von 184 m beim Vortrieb und 266 m während des Schutzrohreinzugs erzielt.
Die Installation von Erdkabeln mit dem E-Power-Pipe-Verfahren bietet eine bodenschonende Alternative zur konventionellen offenen Bauweise. Durch das grabenlose Verlegeverfahren reduzieren sich die Erdbewegungen auf die Stellen, an denen später HGÜ-Kabel verbunden werden müssen. Dies kann auf die gesamte Trasse bezogen eine Reduktion um etwa 90 Prozent bedeuten. Die Verlegung erfolgt über lange Strecken ohne Umwelteinflüsse, da die Oberflächen und der Bodenaufbau weitgehend erhalten bleiben. Der Einsatz von Baumaschinen und Lkw wird auf diese Weise ebenso wie die Lärm- und Emissionsbelastung erheblich verringert.

Verleihung im April

Der Preis wird Mitte April vergeben. Eine Fachjury bewertet Praxisrelevanz, wirtschaftliches Potenzial und Beitrag zum Umweltschutz der Innovationen. Der Preis wird gemeinschaftlich ausgelobt und in fünf Kategorien vergeben vom VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.), der bauma und den Spitzenverbänden der deutschen Bauwirtschaft, HDB (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.), ZDB (Zentralverband des deutschen Baugewerbes e.V.) und BBS (Bundesverband Baustoffe-Steine und Erden e.V.).

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