Umfrage: Schlimmste Baumängel bei Planung und Brandschutz

WIEN, 04.03.2019 – Die hohe Auslastung im Baugewerbe führt immer häufiger zu Mängeln. Eine aktuelle Umfrage von PlanRadar hat die häufigsten Fehler bei Elektroarbeiten und der Haustechnik ausgemacht. Die schwerwiegendsten Mängel treten danach jedoch beim Brandschutz und bei der Planung auf.

Häufigkeit von Mängeln am Bau
Die häufigsten Fehler am Bau geschehen bei der Elektrik, der Haustechnik sowie bei Heizung, Lüftung und Sanitär. | Grafik: PlanRadar GmbH

„Die gute Auftragslage bei Planern und ausführenden Unternehmen und die einhergehende Überlastung der handelnden Personen führt immer häufiger zu unkonzentrierten und übereilten Arbeiten“, sagt Sander van de Rijdt, Geschäftsführer und Mitgründer von PlanRadar. Nach der Befragung aus dem Januar werden am häufigsten Fehler am Bau gemacht bei der Elektrik und der Beleuchtung, der Haustechnik sowie bei Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen. Überdurchschnittlich viele Fehler müssen beim Brandschutz und bei Trockenbauarbeiten behoben werden. Die Erkenntnisse beziehen sich vor allem auf Immobilienprojekte mit Mischnutzung, Wohn-, Büro- und Handelsobjekte sowie Hotels und öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser.

Jeder dritte Fehler beim Brandschutz


„Die Häufigkeit auftretender Mängel sagt allerdings noch nichts über deren Bedeutung aus“, so Van de Rijdt. Schließlich müssten Gewerke, die bei falscher Ausführung Gefahren für Leib und Leben auslösen können, auch unter Zeitdruck einwandfreie Ergebnisse abliefern, so zum Beispiel bei Elektrik oder beim Brandschutz. Gerade beim Brandschutz und in der Planung treten laut Umfrage die schwerwiegendsten Mängel auf. Rund jeder dritte Fehler beim Brandschutz und jeder fünfte in der Planung wird von den Projektbeteiligten als schwerwiegend eingeschätzt. Auch Mängel an der Fassade (20 Prozent), am Dach (16 Prozent), bei den Fenstern/Verglasungen (15 Prozent) und beim Trockenbau sowie beim Rohbau (je 14 Prozent) sind oft schwerwiegend.

Bis zu zehn Stunden Mehraufwand pro Woche


Und das bedeutet zeitlichen und finanziellen Mehraufwand. „Den Großteil unserer Nutzer kostet die Bearbeitung der auftretenden Baumängel laut deren Aussage bis zu fünf Stunden Arbeitszeit pro Woche“, so Van de Rijdt. „Rund jedem Vierten gehen zwischen sechs und zehn Stunden verloren, und jeder Zehnte beziffert den Mehraufwand durch das Management von Baumängeln sogar auf mehr als zehn Stunden pro Woche.“
Die Mehrkosten, die durch das Auftreten und Beheben von Baumängeln verursacht werden, belaufen sich für jeden fünften Projektbeteiligten auf mindestens zwei Prozent der Bausumme. Ebenfalls jeder fünfte beziffert sie auf ein bis zwei Prozent der Bausumme.

Am folgenschwersten sind Mängel beim Brandschutz und der Planung.
Am folgenschwersten werden Mängel beim Brandschutz und der Planung eingeschätzt. | Grafik: PlanRadar GmbH

Mängelmanagement hilft beim Zeit sparen


Helfen könne laut PlanRadar hier nur ein besseres Mängelmanagement. So schätze die Hälfte der Befragten, dass durch digitales Management und Dokumentation von Baumängeln bis zu fünf Arbeitsstunden pro Woche eingespart werden könnten. Rund jeder fünfte sieht eine Zeitersparnis von sechs Stunden und mehr im Rahmen des Möglichen.
Die Umfrage hat die PlanRadar GmbH Anfang des Jahres unter seinen 3.500 Nutzern durchgeführt – ca. 160 Nutzer nahmen an der Umfrage teil. Das Unternehmen bietet eine gleichnamige Software zur Baudokumentation und zum Mängel- und Aufgabenmanagement an.


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