Ruhe im Affenhaus: Bewegte Schallschutz-Decke aus Furnier

BAD HONNEF/MÜNCHEN, 08.03.2019 – Eine gestalterish besonders gelungene Schallschutzmaßnahme wurde im Münchner Tierpark Hellabrunn vorgenommen: Im Besucherbereich des Affenhauses sorgen 12.000 Furnierstreifen an der Decke für mehr Ruhe – und bewegen sich bei jedem Luftzug sanft wie Blätter im Urwald.

von Britta Brinkmeier

12.000 Furnierstreifen an der Decke des Besucherbereiches sorgen für Lärmminderung.
12.000 Furnierstreifen an der Decke des Besucherbereiches sorgen für Lärmminderung und schaffen zudem eine ganz besondere, natürliche Atmosphäre. | Fotos: Matthias Groppe, Paderborn

Der Besucherbereich des Affenhauses des Münchner Tierparks Hellabrunn wurde im Dezember 2018 komplett neu gestaltet. Die Halle, die aus den Dreißigerjahren stammt, hatte die Umbauarbeiten schon länger nötig. Vor allem der Lärm, der zwangsläufig entstand, wenn mehrere Besuchergruppen gleichzeitig im Raum waren, störte Mensch und Tier. So gehörten zur Neukonzeptionierung auch Maßnahmen zum Schallschutz.

Das Konzept, das hier umgesetzt wurde, ist nicht nur technisch überzeugend, sondern schafft auch eine besondere Raum-Atmosphäre. Rund 12.000 Furnierstreifen aus unterschiedlichen heimischen Hölzern wie Esche, Eiche, Birke, Buche und Nussbaum hängen jetzt von der Decke. Weil sie weder mit Lack noch mit Öl behandelt wurden, verströmen die Streifen mit mehr als 1.100 Quadratmeter Furnierfläche ihren natürlichen Holzgeruch.

Orang Utan im Affenhaus des Tierparks Hellabrunn
Ein Bewohner des Affenhauses verfolgt die Bauarbeiten.

Furnier vom Spezialisten


Die Streifen sind zwischen 40 und 60 Zentimeter lang und wurden von dem Spezialisten Furwa Furnierkanten aus Walkertshofen mit einer Spezialverklebung längs auf längs hergestellt. Um das Furnier bei der schwankenden Luftfeuchtigkeit und der Luftzirkulation im Zuschauerbereich vor Bruch zu schützen, wurde ein nicht sichtbares Glasfasergewebe zwischen die Furnierlagen geklebt.

Den Innenausbau übernahm die Schreinerei Köberlein aus Fahrenzhausen bei München. „Alle Furnierstreifen wurden mit einer Lochung versehen und mit Fäden in die vormontierten Schraubösen der Deckenelemente eingehängt“, erklärt Unternehmer Gerhard Köberlein. „So können die Furnierstreifen an der Decke ähnlich den Blättern im Urwald immer leicht in Bewegung sein.“
Bauarbeiten im Besucherbereich des Affenhauses: Die Furnierstreifen wurden einzeln an die Decke gehängt (hinten rechts). Wollen Mensch und Tier sich etwas näherkommen, gibt es dafür einen „Begegnungstunnel“ (hinten im Bild).

Fertig waren die Bauarbeiten nach vier Wochen pünktlich vor Weihnachten 2018. Im Affenhaus sind die Geräusche nun gedämpft, es duftet nach Holz, und die leichte Bewegung an der Decke erfüllt den Raum mit einem besonderen Zauber.


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