Geräteträger: Hybridantrieb und autonomes Arbeiten

WELS (ÖSTERREICH), 15.03.2019 – Der Metron P48 RC von Reform ist der erste funkferngesteuerte Geräteträger mit einem Hybridantrieb. Erstmals auf der GaLaBau 2018 vorgestellt und mit einer Innovationsmedaille ausgezeichnet, kündigt das Welser Unternehmen jetzt den Start der Serienproduktion für Ende des Jahres an.

Prototyp im Leistungstest: Der Metron P48 RC mit Schneefräse.
Prototyp im Leistungstest: Der Metron P48 RC mit Schneefräse.

Serienmäßig ist der Metron mit einem Fronthubwerk und Zapfwelle (540 & 1.000 U/min) ausgestattet. Optional steht auch ein Heckhubwerk zur Verfügung. Drei vollwertige Anbauräume für Zusatzgeräte und ein umfangreiches Anbauprogramm, wie u.a. Schlegelmulcher, Schneefräsen und Kehrbesen, erlauben den flexiblen Einsatz des Geräteträgers. Eine Standardschnittstelle, in diesem Fall ein Kat. I Dreipunktanbau, trägt ebenfalls dazu bei, dass der Metron P48 RC für 365 Tage im Jahr in der Land-, Forst- und Kommunalwirtschaft eingesetzt werden kann.

Innovativ angetrieben und leicht zu bedienen

Der 48 PS starke Benzinmotor treibt einen angeflanschten Generator an. Dieser erzeugt eine Versorgungsspannung von 48 V und liefert die Energie zum Batteriepaket und zu den vier elektrischen Radmotoren. Der Generator verfügt zusätzlich über einen direkten Durchtrieb, der die mechanische Frontzapfwelle antreibt. Auf Hydraulikkomponenten wurde im Metron P48 RC komplett verzichtet. So sind sowohl die Lenk- als auch die Hubwerkszylinder mit elektrischen Stellmotoren anstelle von Hydraulikzylindern bestückt. Verschmutzungen durch Ölverlust gehören somit der Vergangenheit an.

Bedient wird der Metron über eine Funkfernbedienung mit integriertem Farbdisplay. Auf dem 4.3“ großen Bildschirm kann der aktuelle Status des Fahrzeugs, der Ladezustand der Batterie und weitere wichtige Infos überprüft werden. Optional gibt es für den Metron ein Kamerasystem, das die Arbeitsumgebung des Fahrzeugs über das Display der Funkfernbedienung anzeigt. Sämtliche Sonderfunktionen der Anbaugeräte, wie Klappensteuerungen, Verschub- oder Schwenkbewegungen, werden ebenfalls über die Fernbedienung angesteuert. Das Fahrzeug kommuniziert über eine 16-polige Steckdose und CAN-Bus mit dem jeweiligen Anbaugerät. Die Reichweite der Funkfernbedienung beträgt bis zu 400 m.

Vorführungen in verschiedenen Einsatzgebieten und Ländern
Neben Vorführungen in verschiedenen Einsatzgebieten und Ländern sind laut Reform Projekte rund um den Metron derzeit in Arbeit, bei denen das autonome Arbeiten in der Grünflächenpflege oder automatisierte Transportaufgaben eine wichtige Rolle spielen. | Fotos: Reform

Testversuche im Schneechaos

Die starken Schneefälle Anfang Januar ermöglichten dem Reform Entwicklungsteam Leistungstests, was das Winterdienst-Anbauprogramm betrifft. So konnten die meterhohen Schneemassen intensiv genutzt werden, um mit Schneefräsen und -pflügen die Wintertauglichkeit auf Herz und Nieren zu prüfen. Das Ergebnis ist nach eigener Aussage vielversprechend: Vor allem bei der Schneeräumung in schmalen Gassen und auf Forststraßen habe sich die kompakte Bauweise (LxBxH: 2,2x1,4 (AS Bereifung) x 1 m) des Metron bewährt. Bei hohem Leistungsbedarf, wie dem Arbeiten mit einer Schneefräse, biete die Boost Funktion der Zapfwelle (Benzin- und Elektromotor kombiniert) ausreichend Kraft, um schwere Schneemassen zu bewegen.

Bei Gehsteigräumungen mittels Schneepflug habe sich gezeigt, dass der rein elektrische Antrieb vollkommen ausreicht, heißt es von Unternehmensseite. Insbesondere in Siedlungsgebieten, entlang von Alten- und Pflegeheimen punkte der Metron mit dem lärmarmen Betriebsgeräusch. Der Lautstärkepegel gleiche jenem, der händischen Schneeräumung mittels Schneeschaufel. Als vorteilhaft habe sich auch die Fernbedienung erwiesen, heißt es weiter, da der Nutzer nicht unmittelbar der Gefahr von Dachlawinen oder herabfallenden Eiszapfen an den Dachkanten ausgesetzt ist.

Auf dem Versuchsplan stehen weitere Tests mit einer Schneeräum-/Streukombination. Dabei soll ein Streugerät (Salz, Sole oder Rollsplitt) am dritten Anbauraum befestigt werden, was die Schlagkraft des Metron, durch die Kombination von Arbeitsgängen, nochmal erhöhen soll.

Lesen Sie unseren Bericht über einen etwas herkömmlicheren Geräteträger.