Leistungsschau wartet mit über 200 Neuheiten auf

BERLIN, 10.04.2019 – Am 9. Mai werden 300 Mittelständler und Wissenschaftler in Berlin erwartet. Auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) präsentieren sie über 200 Neuheiten. Darunter sind etliche Exponate, die für den Garten- und Landschaftsbau interessant sind.

Transportiert Lasten und unterstützt Landschaftsgärtner bei vielen weiteren Arbeiten: Entwicklungsleiter Reinhard Mersmann demonstriert die Vielseitigkeit des 500 kg leichten Akku-Laders.
Transportiert Lasten und unterstützt Landschaftsgärtner bei vielen weiteren Arbeiten: Entwicklungsleiter Reinhard Mersmann demonstriert die Vielseitigkeit des 500 kg leichten Akku-Laders. | Foto: Othmerding Maschinenbau

Mehrheitlich verdanken die beim Innovationstag gezeigten Innovationen ihre Existenz einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi. Das Bundesprogramm kann mittlerweile auf eine über zehnjährige Erfolgsbilanz zurückblicken. Für den Fahrzeugbau wurden in dieser Zeit über 200 Mio. Euro Fördermittel bewilligt und rund 1600 Innovationsprojekte angeschoben. Allein im vergangenen Jahr gingen Förderzusagen über 25 Mio. Euro an Unternehmen dieser Branche. Von dem ZIM-Programm hat auch die Firma Othmerding Maschinenbau aus Nordrhein-Westfalen profitiert.
Elektro-Minitruck auf drei Rädern

Flüsterleise, abgasfrei und vielseitig – so kommt ein neuartiger akkubetriebener Minitruck auf die eintägige Open-Air-Messe nach Berlin gefahren. Innerhalb von gut zweieinhalb Jahren haben Techniker und Entwickler der Firma Othmerding Maschinenbau ein vollelektrisch betriebenes Fahrzeug auf seine drei Räder gestellt. Der nur 80 cm breite Selbstfahrer mit separat angetriebenen Vorderrädern und gelenktem Hinterrad passt nicht nur durch enge Tore: Das kraftvolle Dreirad erlaubt den Transport von Stück- und Schüttgütern und ist dank diverser Zusatzgeräte wie hydraulisch bewegte Schaufeln, Palettengabeln, Walzen, Besen, Erdbohrer oder Streuer vielseitig einsetzbar. „Ohne die umfangreiche ZIM-Förderung wäre die Realisierung unseres Akku-Laders nicht möglich gewesen“, sagt Vertriebsleiter Markus Klostermann. „Unser erst 2010 gegründetes Unternehmen konnte so einen großen Schritt machen in Richtung Forschung und Entwicklung von Elektronik und Steuerung.“ Für eine erste Kleinserie noch in diesem Jahr gebe es bereits Interessenten. So solle das Unternehmen mittelfristig weiterwachsen und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Hier noch im Versuchsaufbau: Das „elektronische Auge“ soll bald für eine effektivere Bewässerung und Düngung sorgen.
Hier noch im Versuchsaufbau: Das
„elektronische Auge“ soll bald für eine
effektivere Bewässerung und Düngung
sorgen. | Foto: GMBU Jena

Leichter Sicherheitsschuh für grüne Berufe

Die Buck GmbH & Co KG aus Bondorf (Baden-Württemberg) stellt auf dem Innovationstag einen gemeinsam mit Partnern entwickelten, sehr leichten Sicherheitsschuh für grüne Berufe aus speziellem Schnittschutz-Verbundmaterial vor. Er soll Brennholzwerber, Gärtner sowie Landschaftsgärtner und Baumpfleger mit hohem Anspruch an Beweglichkeit und Komfort bei der Arbeit sicher schützen.
„Smarter“ Betongrenzstein
Den Prototyp eines ebenfalls selbst entwickelten „smarten“ Betongrenzsteins bringt dagegen das Ingenieurbüro Wuttke aus Chemnitz nach Berlin mit: Seine integrierte Sensorik erkennt Lageveränderungen durch absichtsvolle bzw. versehentliche Versetzungen und meldet diese zur Ursachenermittlung kabellos an eine Überwachungsplattform. Langwierige und teure Rechtsstreitigkeiten um Grundstücksgrenzen lassen sich so umgehen.

Neuer Schutz- und Pflegeanstrich für WPC-Bauteil

eDie Saicos Colour GmbH aus Sassenber (NRW) präsentiert ihren neuartigen Wetterschutz- und Pflegeanstrich für bereits bewitterte und gebürstete WPC Bauteile, Decks, Gartenmöbel, Roste für Terrassen und Balkone im Außen- und Innenbereich.

Sensorik und Augmented-Reality im Tiefbau

Erstmals wird auf dem Innovationstag auch das Konzept eines Firmen- und Forschungsnetzwerks unter Federführung der Zesys e.V. mit Sitz in Berlin-Adlershof vorgestellt: Es soll mit Hilfe präziser Ortungs- und Parametersensorik sowie Augmented-Reality-Instrumente Stromausfälle im Ergebnis von Kabelbeschädigungen bei Erd- und Tiefbauarbeiten verhindern. Datenzugriffsberechtigtes Personal soll perspektivisch bei Schacht- oder Bohrarbeiten mittels AR-Brille oder mit einem baustellengeeigneten Monitoring direkt vor Ort „in den Untergrund blicken“ und so die Lage bekannter Kabeltrassen oder anderer Versorgungsleitungen identifizieren können.

Vollautomatischer Reinigungsroboter

Ihren im eigenen Unternehmen entstandenen intelligenten Roboter zur autonomen Reinigung von Flächen mit starken Verschmutzungen wie Hofflächen wird die Perpetual Mobile GmbH, Havixbeck (NRW), den Veranstaltungsbesuchern vorführen. Kern der Innovation ist ein kostengünstiges Ortungssystem, das seine Vorteile gerade in dort ausspielt, wo keine GPS-Daten verfügbar sind. Erstmals vorgestellt wurde das System auf der Agritechnica 2017 in Hannover.

Erkennt eigene Lageveränderungen: „Smarter“ Beton-Grenzstein des Ingenieurbüros Wuttke aus Chemnitz.
Erkennt eigene Lageveränderungen:
„Smarter“ Beton-Grenzstein des
Ingenieurbüros Wuttke aus Chemnitz.
| Foto: Ingenieurbüro Wuttke

Sensorik für bessere Bewässerung und Düngung

Präsentiert werden darüber hinaus zahlreiche Projektergebnisse aus dem weiteren Spektrum der technologieoffenen BMWi-Förderung wie der vorwettbewerblichen „Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)“ und dem Programm „Innovationskompetenz (INNO-KOM)“. In diesem Rahmen forscht derzeit die Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien (GMBU) aus Jena für ein besseres Wachstum von Pflanzen. Ein gut zweijähriges Projekt widmet sich dort der Entwicklung eines optischen Reflexionssensors. „Dieses elektronische Auge leitet das von den Blättern reflektierte Licht an ein Spektrometer weiter. Das Licht wird in seine Bestandteile zerlegt, um daraus den Wasser- und Nährstoffgehalt sowie den Gesundheitszustand der Gemüsepflanzen zu ermitteln“, erklärt der Projektverantwortliche, Robert Skoczowsky. Die Elektronik sei dabei so kompakt, dass sie etwa an Traktoren oder Überwachungsmasten montiert werden kann. Die solcherart aufbereiteten Messdaten geben Gärtnern oder Landwirten exakte Hinweise für die Bewässerung, Düngung oder Gabe von Pflanzenschutzmitteln. 

Innovationtag Mittelstand

Die Berliner Leistungsschau im Grünen soll eine Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Journalisten und der interessierten Öffentlichkeit sein. Organisiert wird die BMWi-Veranstaltung, zu der rund 2.000 Besucher erwartet werden, von der AiF Projekt GmbH - Projektträger des BMWi für ZIM-Kooperationsprojekte. Auf ihrem Freigelände in der Tschaikowskistraße 45-49 in Berlin-Pankow, findet die eintägige Messe am 09. Mai von 10:00-16:00 Uhr statt. Das Ausstellungsgelände ist offen für alle Interessierten, der Besuch ist kostenfrei. Mehr Infos unter www.zim.de und www.aif-projekt-gmbh.de.

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