Soka-Bau: Baukonjunktur im Juni ohne Kraft

WIESBADEN, 07.08.2015 – Im Juni sind das Arbeitsvolumen, die Beschäftigung und die Bruttolohnsumme in der Bauwirtschaft weiter gesunken. Das hat die Auswertung der Beitragsmeldungen an Soka-Bau ergeben. Die steigenden Auftragseingänge deuten aber auf eine Besserung.

Grafik: Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer und Arbeitsstunden
Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer und Arbeitsstunden gewerblicher Arbeitnehmer (saisonbereinigt): Das Arbeitsvolumen ist auf den niedrigsten Stand seit September 2014 gesunken. | Grafik: Soka-Bau

Das effektive Arbeitsvolumen ist im Juni saisonbereinigt um 1,0 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Vormonat war das Arbeitsvolumen korrigierten Angaben zufolge bereits um 2,4 % gesunken. Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer sank im Juni weiter, und zwar um 1,9 %, während die Bruttolohnsumme um 0,5 % zurückging. Damit ist das Arbeitsvolumen auf den niedrigsten Stand seit September 2014 gesunken. Die volumenmäßigen Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind laut Soka-Bau im Mai um 5,0 % gegenüber dem Vormonat gestiegen, das deute zumindest eine kurzfristige Besserung der Baukonjunktur an. Mittelfristig hätten sich die Aussichten allerdings nicht gebessert: Die Baugenehmigungen im Hochbau seien im Mai bereits den zweiten Monat in Folge gesunken (-3,4 %).

Wohnungsbau trägt Baukonjunktur

Immerhin konnte sich das Genehmigungsvolumen im Wohnungsbau behaupten. Zwar sind die Zinssätze für neue Wohnungsbaukredite im Juni wieder gestiegen, die privaten Haushalte sind aber weiter geneigt, in Immobilien zu investieren. Laut einer Umfrage der Europäischen Kommission wollen mehr private Haushalte in Deutschland ein Eigenheim kaufen oder modernisieren. Dem stehen allerdings nach wie vor ein schwächerer Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau gegenüber. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sind zwar nach dem vorläufigen Höhepunkt der Griechenlandkrise wieder gestiegen, die Kapazitätsauslastung hat allerdings vorerst weiter nachgegeben. Das spricht gegen baldige Erweiterungsinvestitionen.

Kommunen investieren nur begrenzt

Trotz offensichtlich großen Investitionsbedarfs, der von der Kommunen auf rund 150 Milliarden Euro geschätzt wird, werden diese ihre Investitionen angesichts begrenzter Mittel in diesem Jahr nur leicht ausweiten. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erwarten für dieses Jahr einen Anstieg des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 2 % gegenüber dem Vorjahr bei konstanter Beschäftigung. bi

Hier erfahren Sie alles, was den Bau bewegt.

Jetzt den B_I Newsletter abonnieren!
✔ ca. 1x pro Monat - ✔ Jederzeit abbestellbar