Bauwirtschaft verbucht Rekord-Aufträge im Februar

BERLIN/WIESBADEN, 26.04.2019 – Die Baukonjunktur erlebt weitere Höheflüge. Das Bauhauptgewerbe verzeichnete im Februar den höchsten Auftragseingang, der jemals in diesem Monat gemessen wurde und toppt damit die Rekordwerte der Vormonate. Für weiter steigende Umsätze sorgte vor allem der öffentliche Bau.

Umsätze und Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Februar 2019
Dieser Februar toppte sogar die Rekordwerte vom Dezember und Januar.
Mit seiner relativ milden Witterung tat der Februar den Bauunternehmen einen Gefallen. Sie konnten den Monat nutzen, um die hohen Auftragsbestände ohne Winterpause abzuarbeiten. Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes für das Bauhauptgewerbe zum Februar 2019 haben die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten weiteres Personal eingestellt und so 25 Prozent mehr Stunden geleistet als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Beschäftigten stieg nochmal um gut 10.000.

Auftragseingangsvolumen auf Rekordniveau


Die ohnehin hohen Auftragsbestände sind weiter angeschwollen. Die Auftragseingänge lagen im Februar nominal mit rund 6,6 Milliarden Euro um 8,2 % höher als im letzten Jahr. Das war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem Februar in Deutschland. Schon im Januar und im Dezember waren Rekordwerte erreicht worden.

Saison-, arbeitstäglich- und preisbereinigt lag der Auftragseingang im Februar zwar um 2 % niedriger als im Januar 2019, das wird aber auf den besonders hohen Auftragseingang des Vormonats zurückgeführt. Gegenüber dem Februar 2018 nahm der der bereinigte Auftragseingang um 1,1 % zu. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2019 stieg er um 5,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Insbesondere die Auftraggeber im Wohnungsbau und dem öffentlichen Bau zeigen sich in Investitionslaune“, sagte dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. „So haben die Aufträge der öffentlichen Hand gegenüber Februar 2018 um gut 22% und die im Wohnungsbau um 6,5% zugelegt.“ Einzig im Wirtschaftsbau und hier insbesondere im Tiefbau gab es einen Rückgang (-2%).

Hohes Umsatzplus im öffentlichen Bau


Entsprechend sind die Umsätze gestiegen: Für Februar meldeten die Baubetriebe ein Umsatzplus von nominal 16 % (real: + 9,6 %), das ergibt für die ersten zwei Monaten ein Plus von 13,2 % (real: + 6,8 %). Die deutlichsten Impulse für diese Entwicklung kämen dabei von den öffentlichen Auftraggebern, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel zu den aktuellen Konjunkturdaten. Hier sei der Umsatz im Februar sogar um nominal 20,9 %, von Januar bis Februar um 18,3 % gestiegen.

Vor allem der Straßenbau hat zu diesem hohen Zuwachs beigetragen, die Umsätze legten hier in den ersten zwei Monaten um 25,6 % zu. Weiterhin profitiert diese Bausparte vom Investitionshochlauf des Bundes, so Babiel. Die Aufträge lägen im Straßenbau um nominal 19,1 % über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum, deshalb sei man Auch für die kommenden Monate weiter optimistisch.

Preise für Bauleistungen steigen weiter


Die Preise entwickelten sich derweil weiter nach oben. Sie lagen im Januar und Februar für Bauleistungen an Wohn- und Bürogebäuden knapp 5% höher, im Straßenbau sogar 7%. „Den Unternehmen gelingt es angesichts der nachhaltigen Auftragslage besser, Kosten für Löhne und Material einzupreisen“, so Pakleppa. So hätten beispielsweise die Preise für Bitumen im ersten Quartal 2019 um gut 11 Prozent über dem Vorjahresvergleichswert gelegen. Die Preissteigerungen seien auch auf deutlich erhöhte Mindestlöhne (+4 %) und Facharbeiterlöhne (+6 %) zurückzuführen.


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