Schutzrohre für Schacht-Audorf:

Höchstspannung unter der Erde

ERLANGEN, 12.08.2015 – Für die Verlegung von Höchstspannungsleitungen unter der Erde hat Rehau das neue Schutzrohrsystem Rauguard HV entwickelt. Bei der Erweiterung des Umspannwerkes Schacht-Audorf in Schleswig-Holstein wurde es bereits erfolgreich eingesetzt.
 

Rohrverbund mit Zugankern in Schacht-Audorf
Rohrverlegung in Schacht-Audorf: Während des Flüssigbodeneinbaus wurden die Dreiecksverbunde gegen Auftrieb mit Zugankern im Untergrund verspannt.

Für den weiteren Ausbau von Windstromerzeugung „onshore“ und „offshore“ in Norddeutschland muss die Übertragungskapazität der Nord-Süd-Stromautobahnen erhöht werden. In diesem Zusammenhang wurde auch das Umspannwerk Schacht-Audorf erweitert. Für die Stromübertragung innerhalb des ausgebauten Umspannwerkes wurde eine rund 300 Meter lange erdverlegte Höchstspannungskabeltrasse benötigt. Insgesamt wurden sechs 220 Kilovolt Höchstspannungskabel in zwei Dreiecksverbunden installiert, die zum Schutz und zur möglichen Austauschbarkeit in Schutzrohren verlegt wurden.

Wärmestabilisiertes Schutzrohr

Wegen der erhöhten Anforderungen für Höchstspannungskabel entscheid sich der Bauherr Tennet für das Schutzrohrsystem Rauguard HV. Es besitzt eine hohe Längssteifigkeit und eine dichte Steckmuffen-Verbindung für eine schnelle Verlegung und Einbettung in Flüssigboden. Der Flüssigboden wurde für erhöhte Wärmeleitfähigkeit errichtet, um die entstehende Abwärme besser in den Untergrund abführen zu können. Für die zu erwartenden Temperaturbelastungen ist Rauguard HV entsprechend wärmestabilisiert und als Vollwandrohr ausgeführt. Für den Kabeleinzug ist die Rohrinnenseite mit einer gleitfähigen Beschichtung ausgestattet, die die Reibungskräfte zwischen Kabel und Schutzrohr minimiert.

Schutzrohrsystem im Umspannwerk Schacht-Audorf
Umspannwerk Schacht-Audorf: Das neue auf erdverlegte Höchstspannungskabel abgestimmte Schutzrohrsystem Rauguard HV hat sich erfolgreich in der Praxis bewiesen. | Fotos: Rehau

Die Verlegung im Dreiecksverbund mit Kabelabständen von 30 Zentimetern erfolgte durch den Zusammenschluss der Einzel-Schutzrohre. Gegen Auftrieb während des Flüssigbodeneinbaus wurden die beiden Dreiecksverbunde jeweils mit Zugankern im Untergrund verspannt. Der Flüssigboden wurde in zwei Lagen eingebaut. Die erste Lage bildete die Sohlbettung sowie Verfüllung bis zur Krone der ersten Rohrlage. Die zweite erfolgte nach dem Erhärten der ersten Schicht, um die zweite Rohrlage sowie die Scheitelüberdeckung einzubringen.

Geringe Kräfte beim Einzug

Für die Aufnahme der Kräfte während des Kabeleinzugs wurde das Ende der Schutzrohrtrasse mit einem Betonriegel fixiert. Für den Kabeleinzug war aufgrund der relativ geraden Trasse und der speziellen Innenbeschichtung der Rauguard HV Rohre nur eine Zugkraft von 1,5 Tonnen notwendig. Der Einzug erfolgte schnell und ohne Schwierigkeiten. bi