Terrorabwehr: Poller mit Mikropfählen besteht Crashtest

ENNEPETAL, 11.06.2019 – Zum Schutz vor Terroranschlägen an öffentlichen Plätzen hat das Unternehmen PollerMax ein versenkbares Pollersystem entwickelt. Es lässt sich deutlich schneller einbauen als bisher erhältliche Systeme. Seine Standfestigkeit hat es jetzt in Kombination mit einer Mikropfahl-Gründung bei einem Crashtest bewiesen.

Pollermax im Lkw-Crashtest
Test-Vorbereitung auf dem DEKRA-Gelände in Eggebek: Der Poller hat eine Gründung mit Mikropfählen erhalten.
Seit 2017 bietet das Unternehmen PollerMax aus Heek im Münsterland das versenkbare Pollersystem an. Die Poller werden mit einem maßgeschneiderten Betonfundament angeliefert und sind inklusive Aushub und abschließender Erdverdichtungsarbeiten in weniger als sechs Stunden aufgebaut. Das Gießen und Trocknen von Fundamenten vor Ort entfällt.
Die Poller gibt es in unterschiedlichen Größen. Das Modell PM-320 ist nach IWA 14-1 (technische Regeln für Fahrzeugrückhaltesysteme) zertifiziert und erfüllt die höchsten Sicherheitsanforderungen zum Schutz öffentlicher Räume: Er muss einem Anprall von 7,2 Tonnen bei 80 km/h standhalten.

Pollermax mit Mikropfahl von Ischebeck
IWA 14-1 zertifizierter Poller PM-320 mit Mikropfählen TITAN 52/26

Gründung mit Mikropfählen erhöht Standfestigkeit


Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Erhöhung der Standfestigkeit des Poller-Blocks stießen die beiden PollerMax-Geschäftsführer Andreas Rosery und Jürgen Weitkamp auf das Ischebeck-System Mikropfahl „Titan“ und waren sofort überzeugt davon, dass dies die Lösung für die maximale Widerstandskraft ist.

Hauptbestandteil des Systems ist das Stahltragglied „Titan“ mit seiner 3-in-1-Funktion: Das gerippte Stahlrohr aus Feinkornbaustahl dient zugleich als verlorene Bohrstange, Injektionsrohr und Bewehrungsstab. Nach drehschlagendem Einbohren mit Zementsuspension und anschließendem Verpressen unter gleichzeitiger Rotation bildet sich ein fest mit dem anstehenden Boden verzahnter Verpresskörper aus, der das innenliegende Stahlrohr sicher vor Korrosion schützt. Und zwar dauerhaft, wie die Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik bestätigt.

Das Einbringungsverfahren für dieses System ist immer gleich, unabhängig von Bodenbeschaffenheit und Anwendungsfall. Die Mikropfähle „Titan“ können sowohl Druck-, Zug- als auch Wechsellasten abtragen und verfügen je nach Innen- und Außendurchmesser des Stahltraggliedes über eine charakteristische Tragfähigkeit von bis zu 2.500 kN.
Nach dem Crashtest: der Lkw zerstört, der Poller unversehrt
Nach dem Crash: Der mit 80 km/h anprallende Lkw hat sich völlig zerlegt, der Poller steht unversehrt inmitten der Trümmer.

PollerMax und Ischebeck Geotechnik hält Lkw-Anprall stand


Dass die Kombination aus Mikropfahl Titan und PollerMax auch unter schwierigen Bodenbedingungen funktioniert, hat ein Crashtest auf dem Dekra-Gelände in Eggebek in Schleswig-Holstein bewiesen. Im Crashtest ist der Mikropfahl als Zugpfahl gefragt, der beim Anprall des 7,2 Tonnen schweren Versuchs-Lkw Lasten von 2.000 kN aufnehmen und in den Boden abtragen muss. Wegen des kiesigen, locker sandigen und damit wenig tragfähigen Bodens auf dem Dekra-Gelände fiel die Wahl auf Titan 52/26-Mikropfähle, von denen jeweils zwei 19,5 Meter lange Pfähle je Poller eingebohrt wurden.
Den Crashtest bestand das System problemlos: Der Poller blieb unversehrt stehen. Auch die Mikropfähle haben den Anprall schadlos überstanden, wie sich während des Rückbaus der Versuchsanordnung zeigte.

Wie standhaft der Pollermax mit Mikropfahl-Gründung ist, zeigt ein Video des Crashtests.

Dem Einsatz des Pollers mit den Ischebeck-Mikropfählen steht nichts mehr im Wege. Laut PollerMax laufen dazu aktuell Gespräche mit großen Städten und Kommunen.
Rückbau nach dem Crashtest: Die Mikropfähle TITAN 52/26 sind unbeschädigt.
Rückbau nach dem Crashtest: Die Mikropfähle TITAN 52/26 sind unbeschädigt. | Fotos: Ischebeck