Close-Fit und Schlauchlining: Material- und Know-how-Transfer in die Mongolei

ALTENBERG/ÖSTERREICH, 13.06.2019 – Das Trinkwasser-Leitungsnetz von Ulaanbaatar, Hauptstadt der Mongolei, wird mittels Close-Fit- und Schlauchlining-Technologie saniert. Im Mittelpunkt steht österreichische, aber auch deutsche Sanierungstechnik.

Close-Fit-Lining und Schlauchlining Mongolei
Sanierungsauftakt in der Mongolei. Der Close-Fit-Liner stammt vom österreichischen Produzenten Agru Kunststofftechnik.

Im Rahmen eines umfangreichen Soft Loan-Projektes, in dem zahlreiche staatliche Ebenen berücksichtigt wurden, hat die RTi Austria GmbH den Auftrag erhalten, die Wasserwerke Ulaanbaatar (USUG) mit Anlagen und Materialien zur Renovierung des öffentlichen Wasserversorgungsnetzes zu beliefern. Das Projekt sieht vor, dass die USUG mit technischem Support seitens der RTi-Gruppe die Rohrsanierungsarbeiten in Zukunft selbständig durchführen können.

Sämtliches Equipment wurde bereits 2018 ausgeliefert. Der österreichische Produzent Agru Kunststofftechnik lieferte den Close-Fit-Liner als einsatzfertigte Ringbunde zur Baustelle. Auf diese Weise kann ein gefalteter und somit im Querschnitt reduzierter PE-Rohrstrang, der sogenannte Agru SureFit-Liner, in das Altrohr ohne aufwändige Grabungsarbeiten eingezogen werden.

Umfangreiche Inspektions- und Sanierungstechnik

Die NordiTube Technologies SE, eine Tochtergesellschaft der RTi-Gruppe, war mit der Konfigurierung der Anlagen betraut. Insgesamt wurde eine komplette Schlauchlining-Sanierungsanlage mit Imprägnieranlage, Dampf-Heizanlage und Inversionstrommel sowie eine PE-Close-Fit-Installationsanlage, ein mobiler Fräsroboter, eine Höchstdruckreinigungsanlage und ein Inspektionsfahrzeug mit einem TV-Kamerasystem produziert. Dabei wurden auch einige Partnerunternehmen in das Projekt miteingebunden. Die Inspektionseinheit wurde mit einer Kameralösung von Ipek ausgestattet. Für die Fräsarbeiten wurde ein komplettes Robotersystem von Schwalm integriert. Als PE-Close-Fit-Lösung wird ein Agru-Liner vor Ort zum Einsatz kommen.

Erste Umsetzungsschritte

Um eine erfolgreiche Umsetzung sowie einen einwandfreien Know-how-Transfer gewährleisten zu können, wurden von RTi intensive Trainings abgehalten. Einige Vertreter der USUG wurden bereits im April letzten Jahres von den Mitarbeitern der NordiTube Technologies SE sowie von der RTi Austria GmbH in Österreich eingeschult. Die Kooperation zwischen den österreichischen und mongolischen Vertretern verlief ausgezeichnet.

Sanierungsanlagen gehen auf Reisen
Die Sanierungs- und Inspektionsanlagen machen sich auf den Weg nach Ulaanbaartar. | Fotos: RTi Rohrtechnik international GmbH

8.000 km mit der Transsibirischen Eisenbahn

Nach den Einschulungsarbeiten war es an der Zeit, die gesamte Flotte der Hightech-Sanierungsanlagen in die Mongolei zu überstellen. Dem Anlagenzug, der aus insgesamt fünf Fahrzeugen bestand, stand eine spektakuläre Fahrt von über 8.000 km am Landweg bevor. Dabei ging es durch insgesamt vier Länder und mit der weltweit längsten Eisenbahnstrecke, der Transsibirischen Eisenbahn, durch ganz Russland.

Eröffnungszeremonie in Ulaanbaatar

Nach erfolgreicher Überstellung der Anlagen konnten die Sanierungseinheiten zum ersten Mal in Ulaanbaatar vor Ort in Betrieb genommen werden. Zum feierlichen Anlass lud die Stadt Ulaanbaatar wichtige Vertreter aus Wirtschaft und Politik zu einer prunkvollen Eröffnungszeremonie ein, bei der auch Christian Hartl, geschäftsführender Gesellschafter der NordiTube Technologies SE, sowie Manfred Sieghartsleitner, geschäftsführender Gesellschafter der RTi Austria GmbH, vertreten waren. Im Rahmen der Feierlichkeit wurde ein 200 m langer Close-Fit-Liner DN 150 mm der Firma Agru installiert. Im Herbst 2018 wurden weitere 800 m PE Close-Fit-Liner im Zuge des Trainings und Know-how-Transfers eingebaut.

Festliche Eröffnungszeremonie des RTi-Soft Loan-Projektes in Ulaanbaatar

Sanierungsauftakt in der Mongolei

Nach dem strengen Winter wurden die Sanierungsarbeiten in diesem Frühjahr wieder aufgenommen. Die RTi unterstützt die USUG bei den ersten Projekten vor Ort weiterhin. Die grabenlose Sanierung leistet einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Infrastrukturentwicklung in der Mongolei und fördert durch Vermeidung von Verkehrsstörungen, geringer Anwohnerbelastungen sowie Reduktion von CO2-Emissionen den aktiven Klima- und Umweltschutz.