Keine Trendwende: Bauhauptgewerbe hält das Tempo

BERLIN, 26.06.2019 – Mit kräftiger Dynamik ist das Bauhauptgewerbe in das zweite Quartal gestartet. Die Auftragslage ist gut, der Ordereingang nach wie vor hoch. Die Bauunternehmen haben ihre Produktion im April um über 10 Prozent gesteigert. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.

An der Sparkassen-Arena in Kiel wird ein Hotel gebaut
Hotel-Neubau in Kiel: Die Bauverbände registrieren aktuell keine Zurückhaltung bei den Investitionen, auch nicht im Wirtschaftsbau. | Foto: BB/B_I

Die Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten haben im April nach den Daten des Statistischen Bundesamtes knapp 6 % mehr Stunden geleistet als im April 2018. „Besonders erfreulich ist die anhaltend gute Auftragslage. Die Auftragseingänge legten im April insgesamt um 12,7 %; (real +6,3 %) zu, im Wirtschaftsbau stiegen sie sogar um fast 15 %. Noch sehen wir hier keine Investitionszurückhaltung“, sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), mit Blick auf die verhalteneren Erwartungen zur Geschäftsentwicklung aus der Wirtschaft.

Auch bei der öffentlichen Hand bleibt es beim Investitionshochlauf. Mit fast 15 % Orderzuwachs wurde im Mai das Tempo aus den Vormonaten gehalten. „Wenn auch der Wohnungsbau bei den Auftragseingängen „nur“ Zuwächse von 6 % aufweist, sehen wir hier keine Trendumkehr“, so Pakleppa. Der Auftragseingang bleibe auf hohem Niveau. So sind die Umsätze im Bauhauptgewerbe im April um 15,7 %; (real 9,3 %) gestiegen. Die Preisentwicklung für Bauleistungen liegt bei 6 %. Kumulativ erreichen die Umsätze 23,6 Milliarden Euro. Die Umsatzsteigerung beträgt damit bis Mai 17 %.


Bauindustrie sieht Prognose bestätigt


„Die April-Daten bestätigen uns in der Anhebung unserer Umsatzprognose für das Bauhauptgewerbe von nominal 6 auf nunmehr 8,5 % (real 3 %) für das Gesamtjahr 2019“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel. Die Bauunternehmen konnten ihre Produktion trotz guter Auslastung preisbereinigt um 10,6 % steigern. Die Umsatzentwicklung habe ihren Grund nicht nur in den milden Temperaturen in den Wintermonaten. Auch der April lag mit einem Umsatzplus von 15,7 % (real 9,3 %) deutlich über dem Niveau des Vorjahreswertes.

Gestützt werde die Jahresprognose zudem durch den weiterhin hohen Auftragseingang, so Babiel. Die Bauunternehmen meldeten für April im Vorjahresvergleich ein Orderplus von nominal 12,7 % (real: 6,3 %). Für den Zeitraum von Januar bis April ergebe sich damit ein Anstieg von nominal 13,9 % (real: 7,4 %).