Testmuster einer Architektur-Lichtbetonplatte
Prototyp einer Lichtbetonplatte: Im späteren Praxiseinsatz können mit der dahinter angebrachten LED-Matrix Muster, Bilder oder Animationen in bis zu 16 Millionen Farben dargestellt werden. | Foto: Karlsruher Institut für Technologie

Licht durch die Wand: Betonplatten mit LED-Matrix

BERLIN, 08.05.2015 – Wände so fest wie Beton und dabei lichtdurchlässig wie Glas: Die Lucem GmbH hat gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Karlsruhe Architektur-Lichtbetonplatten entwickelt. Auf dem Mittelstandstag des Bundeswirtschaftsministeriums im Juni werden sie vorgestellt.

Die transluzenten Mauern gehören zu den rund 200 aktuellen Highlights aus Forschung und Technik, die auf dem 22. Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie am 11. Juni in Berlin zu sehen sind. Für die Förderung zukunftsweisender Innovationen im Bereich von Elektrotechnik, Messtechnik und Sensorik hat das Ministerium im Rahmen des seit 2008 laufenden Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) bisher fast 450 Millionen Euro bewilligt.
 

16 Millionen Farben darstellbar

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und Praktiker der Lucem GmbH aus Stolberg bei Aachen haben mit der Kombination von Beton und Glasfasern in zweijähriger gemeinsamer Arbeit den Weg für neue architektonische Konzepte bereitet. „Das reicht von Designideen wie durchleuchteten Duschtrennwänden bis hin zu ganzen Hochhausfassaden, die Tageslicht ins Gebäude lassen“, erläutert Projektmitarbeiter Christian Herbold vom Lichttechnischen Institut des KIT. Zum bereits seit 1935 bekannten Lichtbeton komme nun völlig neu hinzu, sehr sparsame LED-Technik speziell für die Durchleuchtung von Architektur-Lichtbetonplatten zu entwickeln. Dabei erlaube eine Lichtmatrix aus 10x10 Zentimeter großen einzeln ansteuerbaren Pixeln die Darstellung von insgesamt 16 Millionen verschiedenen Farben. Statische Muster oder Bilder sind ebenso möglich wie Animationen oder Farbverläufe. „Die erfolgreiche Verknüpfung von Hochschulforschung und Praxis-Know-how wäre ohne die umfangreiche ZIM-Förderung nicht möglich gewesen“, so Herbold. Abhängig vom Aufbau der Fassade kann in vielen Fällen Lichtbeton auch nachgerüstet werden.

Förderung wird bis 2019 fortgesetzt

Die branchen- und technologieoffene ZIM-Förderung gilt seit ihrem Start im Jahr 2008 als Flaggschiff der Innovationsförderung des Bundes für kleinere und mittlere Unternehmen. Bislang wurden für rund 29.000 Projekte aus Forschung und Entwicklung nahezu 4 Milliarden Euro Fördermittel bewilligt. Das Programm wird wegen seiner Praxisnähe, geringer bürokratischer Hürden sowie effizienter Bearbeitungs- und Genehmigungsabläufe von der Wirtschaft geschätzt. Mit erhöhtem Budget und optimiertem Regelwerk läuft es nun bis 2019 weiter.
Bei der 22. Open-Air-Leistungsschau auf dem Parkgelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow präsentieren wiederum 300 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kooperationsnetzwerke aus ganz Deutschland ihre Innovationen.
bi