Vier Asylheime für Köln:

Handlungsspielräume offen halten

MORSBACH, 07.05.2015 – Wie in vielen deutschen Städten und Gemeinden haben sich die Flüchtlingszahlen auch in Köln weiter deutlich erhöht. Vier neue Asylwohnheime plant die Stadt zurzeit. Die Modulbauweise ermöglicht eine schnelle und humane Unterbringung der Menschen, hält der Stadt aber auch eine flexible Zukunftsplanung offen.

Flüchtlingsunterkunft in Modulbauweise in Köln-Longerich
5.700 Asylsuchende muss die Stadt Köln derzeit unterbringen. Hier das neue Wohnheim in Logerich, einer der vier Standorte, die zusammen mit ALHO geplant wurden.

Die Zahl der Asylsuchenden steigt stetig, ein Ende des Zustroms ist angesichts der geopolitischen Lage nicht abzusehen. Auf die gesetzliche Unterbringungspflicht der Zufluchtsuchenden müssen die Verantwortlichen schnell reagieren und sind oftmals gezwungen, jede erdenkliche Quartiersmöglichkeit zu nutzen. Die Folge sind überfüllte und beengte Sammelunterkünfte mit maroden Sanitäranlagen und hellhörige Provisorien, die keinerlei Privatsphäre bieten. Soziale Konflikte sind dort vorprogrammiert. Um diesen vorzubeugen, plant die Stadt Köln derzeit vier neue, zweigeschossige Asylwohnheime für jeweils 72 Bewohner in ALHO Modulbauweise in den Stadtteilen Wahn, Longerich, Brück und Deutz. „Einer Konzentration von Flüchtlingen an einem Standort und der Bildung von sozialen Brennpunkten wollen wir wirksam entgegenwirken und für bestmögliche Integration sorgen, indem wir die Menschen über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Darum setzen wir vermehrt auf die Bebauung innerstädtischer Grundstücke in gewachsenen Wohngebieten“, erklärt ein Sprecher des Sozialdezernats der Stadt Köln. „Da diese aber nur begrenzt vorhanden sind, müssen beispielsweise auch landwirtschaftlich genutzte Flächen zur Bebauung herangezogen werden. Unser Ziel aber lautet an allen Standorten gleichermaßen: in sehr kurzer Zeit humanen, hochwertigen und flexiblen Wohnraum schaffen. Die Modulbauweise ist dafür ideal.“

Anpassungsfähig und flexibel

Im Wohngebiet lassen sich die vielseitigen, schnell zu errichtenden Gebäude gut in das Stadtbild eingliedern. Leise und saubere Baustellen mit Montagezeiten vor Ort von nur wenigen Tagen reduzieren die Baustellenbelastung auf ein Minimum und tragen zur Akzeptanz bei den umliegenden Bewohnern bei. Auch bei der Bebauung ehemals landwirtschaftlicher Flächen, deren Zukunft nach einem Rückgang der Flüchtlingszahlen noch nicht endgültig feststeht, liegen die Vorteile auf der Hand. Denn was auch immer die Stadtplanung zukünftig dort vorsieht – mit der Modulbauweise bleiben alle Handlungsspielräume offen. Modulare Bauten können für studentisches Wohnen genutzt oder zu Seniorenresidenzen und Singleappartements umgebaut werden. Erweiterungen, Aufstockungen, aber auch die komplette und rückstandslose Demontage oder der Aufbau an einem anderen Standort sind problemlos möglich. Zusammen mit dem verbindlichen Fertigstellungstermin und einem Fixpreis eröffnen Modulneubauten Optionen, die ein Massivbau nicht bieten kann. Sie gewährleisten, dass das Bereitstellen von neuem Wohnraum für Flüchtlinge für Städte und Gemeinden mit hoher Planungssicherheit und geringem Risiko verbunden ist.

Unterkunft für Asylsuchende in Köln-Longerich
Planer sind mit ALHO-Raummodulen in der Lage, optisch und funktional attraktive Gebäude zu errichten. | Fotos: ALHO/M. Lässig, Köln

Architektonische Qualität und soziale Sicherheit

Jedes der vier neuen Kölner Asylwohnheime bietet auf rund 1.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche 72 Personen Platz – aufgeteilt in elf Wohneinheiten für sechs bis acht Personen. Ein integrierter Verwaltungstrakt ergänzt das Wohnraumprogramm und gewährleistet die soziale und sicherheitsrelevante Betreuung der Menschen durch Sozialarbeiter und Hausmeister-/Sicherheitsdienst. Die vorgefertigten Raumzellen bestehen aus hochwertigen, emissionsarmen Materialien und ermöglichen bedarfsgerechte Raumaufteilungen und individuell gestaltete Fassaden. Vielfältige Raumkonzepte wie Einzel- oder Familienappartements, Wohngemeinschaften mit allgemeinen Aufenthaltsräumen und privaten Rückzugsmöglichkeiten, Einzelraumbädern oder Gruppenbädern schaffen mehr als nur ein Dach über dem Kopf: eine neue Heimat auf Zeit.
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