Konjunktur im Februar:

Baunachfrage zieht um 2 % an

BERLIN, 27.04.2015 – Die Nachfrage nach Bauleistungen ist im Februar langsam wieder angezogen. Vor allem die öffentliche Hand investiert. Das Bauhauptgewerbe ist gut ausgelastet, die Auftragsbücher sind voll. Nur im Wirtschaftsbau könnte es besser laufen.

Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines „Aktuellen Zahlenbildes“ mitteilt, ist der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Februar um nominal 1,7 % gestiegen (real: + 0,7 %). Für die ersten zwei Monate ergibt sich ein Plus von 1,1 % (real: + 0,0 %). Dies sei überwiegend auf eine zunehmende Ordertätigkeit der öffentlichen Hand zurückzuführen, die ihre steigenden Steuereinnahmen auch für Investitionen nutze, so der Verband.
Der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ist im Februar zwar um weitere 5,1 % (nominal) zurückgegangen (Jan.-Feb.: - 5,4 %). Diese Entwicklung allerdings nicht auf eine schwache Auslastung zurückzuführen, im Gegenteil: Das ifo-Institut meldet für die Branche eine saisonbereinigte Kapazitätsauslastung von 75 %, das war der zweithöchste gesamtdeutsche Februarwert. Der Rückgang ist, wie schon im Januar, auf einen Basiseffekt zurückzuführen: Der Umsatz war im Vorjahresmonat zweistellig gestiegen.

Öffentliche Hand investiert

Ausgesprochen gut abgeschnitten hat der öffentliche Bau: Die Bauunternehmen meldeten für Februar einen Anstieg des Auftragseingangs von 8,8 % (Jan.-Feb.: + 9,4 %). Die Gebietskörperschaften haben anscheinend ihre Investitionszurückhaltung aufgegeben und nutzen die sprudelnden Steuereinnahmen für mehr Investitionen. Angesichts des Zustandes der Verkehrsinfrastruktur sei zu hoffen, „dass es sich hierbei um eine nachhaltige Entwicklung und nicht wieder um ein Strohfeuer“ handele, hieß es vom Verband. Die Produktion ist allerdings wegen der rückläufigen Ordertätigkeit im vergangenen Jahr noch im Minus: Der Umsatz ging im Februar nochmal um 8,0 % zurück (Jan.-Feb.: - 8,5 %).

Hoher Auftragsbestand im Wohnungsbau

Im Wohnungsbau ließ das Tempo im Februar etwas nach: Der Auftragseingang legte nur um 1,3 % zu (Jan.-Feb.: + 3,9 %). Auch die Neubaugenehmigungen von Wohnungen in Wohngebäuden entwickelten sich zu Jahresanfang schwach (Jan.-Feb.: - 3,2 %). Der Auftragsbestand ist aber nach wie vor hoch: In den Büchern standen Anfang 2015 um knapp 15 % höhere Bestände als Anfang 2014. Entsprechend meldeten die Bauunternehmen den zweithöchsten Umsatzwert im Februar seit 14 Jahren. Aufgrund des Basiseffekts - der Umsatz stieg im Februar 2014 um 35 % - wurde aktuell aber ein Umsatzminus von 2,4 % gemeldet (Jan.-Feb.: - 0,9 %).

Wirtschaftsbau lässt nach

Obwohl die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit etwas nachgelassen hat, ist das Investitionsverhalten der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes noch eher zurückhaltend: Für den Wirtschaftsbau wurde im Februar ein weiterer Orderrückgang von 3,6 % gemeldet (Jan.-Feb.: - 5,9 %). Auch die Umsätze waren rückläufig und lagen um 4,5 % unter Vorjahresniveau (Jan.-Feb.: - 5,7 %). Aufgrund des gestiegenen Baugenehmigungsniveaus im vergangenen Jahr, insbesondere für Fabrik- und Werkstattgebäude, sowie des stabilen Auslastungsgrades der Kapazitäten im verarbeitenden Gewerbe, der zu Jahresbeginn leicht über dem langjährigen Durchschnitt lag, ist der Hauptverband nach wie vor für die Entwicklung im Gesamtjahr verhalten optimistisch.
bi

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