Intermat 2015: Konjunkturerholung setzt sich fort

PARIS, 24.04.2015 – Die besten Rahmenbedingungen für eine Baumaschinenmesse wie die Intermat sind das sicherlich nicht: Der französische Markt, noch Ende 2014 der europäische Hoffnungsträger, ist aktuell in desolater Verfassung. Auf europäischer Ebene sieht es gottseidank besser aus, und sogar Südeuropa meldet sich zurück.

Baumaschinenverkäufe 2014: Nordamerika und Europa vorn
Europa war 2014 nach Nordamerika die zweitdynamischste Region weltweit. Sorgenkinder waren Russland und – etwas weniger ausgeprägt – auch die Türkei. | Fotos: CECE
CECE-Präsident Eric Lepine
„2016 sollte sich die Baumaschinenindustrie
in Europalangsam weiter erholen.“
– CECE-Präsident Eric Lepine
schaut zuversichtlich in die Zukunft.

„Die Intermat findet zu einer Zeit statt, da die Marktbedingungen für unseren Industriesektor gemischt sind, jedoch mit deutlichen Zeichen der Erholung“, sagte der Präsident des europäischen Baumaschinenverbands CECE, Eric Lepine, auf der Pressekonferenz des Verbands auf der Messe. “Es gibt noch immer Unsicherheit in vielen Regionen der Welt und insbesondere in Europa, aber die gute Nachricht ist: Die Zahlen zeigen, dass Europa sich erholt.“

Schon im vergangenen Jahr ist die europäische Bauindustrie in die Wachstumszone zurückgekehrt, wenn auch von einem niedrigen Niveau aus. Für dieses Jahr sagt die CECE eine Seitwärtsbewegung voraus. Wachstum wird von den in den letzten Jahren arg gebeutelten Märkten Spanien, Portugal und Italien erwartet, während reife Märkte wie Großbritannien, Deutschland oder Skandinavien, die 2014 bereits robust gewachsen sind, wahrscheinlich stagnieren werden.

US-Markt glänzt

Die Aussichten für Frankreich, einen der größten Märkte in Europa, sind in diesem Jahr eher düster. Die Investitionen sind beinahe vollständig zum Erliegen gekommen; Mietgesellschaften, die Hauptkunden der Industrie, zeigen keine große Kaufbereitschaft. „2016 sollte sich unsere Industrie in Europa langsam weiter erholen“, sagte Lepine. „Es gibt noch immer große Ungleichgewichte zwischen den europäischen Märkten, aber die CECE glaubt, dass diese nicht größer werden.“ Im weltweiten Vergleich ist Nordamerika ein Lichtblick. Da Europa ein wichtiger Zulieferer für die USA ist, sollten viele Unternehmen von der dortigen guten Marktentwicklung profitieren.

Stufe V: Zeit drängt

Zugleich betonte Lepine die Notwendigkeit einer schnellen Entscheidung hinsichtlich der kommenden Abgasstufe V. „Die Gesetzgebung muss bis Ende 2015 auf den Weg gebracht werden, damit unsere Industrie genug Zeit hat, alle notwendigen Veränderungen an den Motoren und Maschinen umzusetzen, um die Anforderungen dieser sehr strengen Abgasstandards zu erfüllen.“ Die Branche sei jedoch auf eine Gesetzgebung angewiesen, die „funktioniere“. Die EU-Abgasstufe, die voraussichtlich 2019 in Kraft treten wird, wird die strengste Emissionsvorschrift der Welt sein. Die entsprechende Richtlinie 97/68/EC wird noch immer von Parlament und Rat überarbeitet.
hst

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