Schwimmhallenbau: Flexible Unterstützung für geneigte Unterzüge

ENNEPETAL, 15.08.2019 – Unterzüge schalen kann doch jeder? An sich schon, aber bei den Barbarossa-Thermen in Göppingen sind die Unterzüge geneigt, unterschiedlich groß und teilweise bis zu 2,40 Meter hoch. Eine flexible und tragfähige Unterstützung war gefragt. Das Alu-Schalungsgerüst „Titan“ meisterte diese Herausforderung spielend.

Vorbau der Barbarossathermen
Die Barbarossa-Thermen in Göppingen: der neue Vorbau nach Entfernung der Traggerüste | Fotos: Ischebeck

In zwei Bauabschnitten lassen die Stadtwerke Göppingen die Barbarossa-Thermen für knapp 13 Millionen Euro umbauen. Die runderneuerte Badearena wurde im Oktober 2018 eröffnet, seit Anfang April laufen die Arbeiten für den neuen Kind-Eltern-Bereich, die Umkleiden sowie den neuen Eingangsbereich. Die Umbauarbeiten liegen in den erfahrenen Händen der mittelständischen Bauunternehmung Grötz, Niederlassung Nürtingen. Die größte Herausforderung bei diesem Projekt sind drei aufeinander zulaufende geneigte Unterzüge, die den neuen Eingangsbereich der Thermen prägen. Aus unterschiedlichen Richtungen kommend, treffen sich die 25 cm breiten und etwa 10, 16 und 27 Meter langen Unterzüge in ungefähr sieben Meter Höhe an einem Punkt an der äußersten Spitze des Vorbaus. Dort sind sie 1,10 Meter hoch, am tiefsten Punkt sogar bis zu 2,37 Meter. Der mittlere, kürzeste Unterzug erhält zudem eine um 10 Grad geneigte Stahlstütze, die zusammen mit dem Unterzug ausbetoniert wird.

Zur Unterstützung der Unterzugschalung ist also Flexibilität gefragt. Michael Bär, Polier bei Grötz, hat sich für das Alu-Schalungsgerüst „Titan“ von Ischebeck ausgesprochen, das er schon bei mehreren Projekten im Einsatz hatte. „Es bietet einfach so viele Aufbaumöglichkeiten und lässt sich der Situation vor Ort problemlos anpassen“, so Bär. Bezogen hat Grötz das Material über die Stuttgarter Niederlassung der Firma Elvermann, die auch das weitere Schalmaterial geliefert hat.

Verschiedene Alu-Schalungstürme stützen die Unterzüge.
Verschiedene Alu-Schalungstürme stützen die Unterzüge.

Turm-Varianten passen sich Boden und Höhen an


Bedingt durch die Neigung der Unterzüge müssen die Schalungstürme unterschiedlich hoch sein. Außerdem variiert die Aufstellhöhe, da zum Teil auch innerhalb eines Turmes einige Stützen auf der betonierten Bodenplatte stehen, andere wiederum im Außenbereich auf gewachsenem oder aufgefülltem Boden. Zudem sind je nach Platzierung des Schalungsturmes unterschiedliche Lasten abzutragen. Das Alu-Schalungsgerüst „Titan“ bietet mit seinen zahlreichen, nach DIN EN 12812 typengeprüften Turmvarianten für fast jeden Ort eine Lösung. Und wo vom typgeprüften Aufbau abgewichen werden muss, kann von Ischebeck der statische Nachweis mit Hilfe der neuen Bemessungs-Software „smartTitan“ erbracht werden.

Flexibilität im Aufbau der Schalungstürme bringen zunächst die unterschiedlich großen Alu-Spindelstützen, die zur Höhenanpassung entsprechend ausgespindelt werden können. Hier setzt Grötz alle drei erhältlichen Größen ein und deckt damit Höhen von bis zu 5,50 Metern ab. Höher hinaus geht es mit zusätzlichen 1,20 Meter langen Alu-Spindeln. Stabilität und ein Plus an Tragfähigkeit geben den Türmen schließlich verschiedene Alu-Aussteifrahmen in Breiten von 0,90 Metern bis 1,80 Metern, die zudem in unterschiedlichen Höhen montiert werden. Für den längsten Unterzug kommen beispielsweise sieben unterschiedliche Schalungstürme zum Einsatz, sechs davon neunstielig, einer zwölfstielig. Sie werden liegend am Boden vormontiert und per Kran an ihren Einsatzort gehoben.
Die ausgeschalten Unterzüge lassen den Vorbau bereits erkennen.
Die ausgeschalten Unterzüge lassen den Vorbau bereits erkennen.

Schalmaterial unterschiedlicher Hersteller kompatibel


Die Schalungstürme erhalten H20-Täger als Jochträger, die mittels Ischebeck-Kreuzkopf sicher auf Spindel oder Kopfplatte aufliegen. Belagsträger sind ebenfalls H20-Träger. Nur an einigen Stellen wurden nachträglich Alu-Schalungsträger „Titan 160 H“ eingeschoben, um die Richtstreben „Titan RSK“ zur Ausrichtung der Seitenschalung mit Hilfe von Klemmstücken R 12 x 50 befestigen zu können. Zum Schutz der Arbeiter während der Schalarbeiten erhalten die Arbeitsplattformen links- und rechtsseitig der Unterzugschalung jeweils Alu-Seitenschutzgitter „Titan“ zur Absturzsicherung, die mit Multizwingen und Einsteckpfosten an den Belagsträgern befestigt werden können.

Inzwischen steht der Rohbau in Göppingen, und es laufen Arbeiten wie die Isolierung der Außenwände, das Verlegen von Lüftungsrohren oder der Einbau von Fenstern. Die Fertigstellung ist für September geplant, so dass die Barbarossa-Thermen Anfang Oktober wieder Badegäste empfangen können.


Lesen Sie auch:
- Terrorabwehr: Poller mit Mikropfählen besteht Crashtest
- Baustellen-Absicherung: Sicheres Arbeiten auf 14 Etagen