JCB’s erster Elektrobagger auf dem Markt

KIEL, 20.08.2019 – Im Juni hat JCB mit der Produktion seines ersten vollelektrischen Minibaggers 19C-1E begonnen. Als einer der ersten Baumaschinen-Hersteller überhaupt bietet JCB damit eine vollelektrisch betriebene Maschine für den Einsatz in Gebäuden und abgasgeplagten Innenstädten an.

JCB Elektro-Minibagger 19C-1E
Im Elektro-Minibagger 19C-1E nutzt JCB Batterietechnik aus der Automobilindustrie. Das ROPS/TOPS- und FOGS-zertifizierte Schutzdach ist zur Sicherheit bei Abbrucharbeiten mit dem Hydraulikhammer mit einer Polycarbonat-Frontscheibe ausgestattet. | Foto: JCB

Der 19C-1E kann durch den Verzicht auf einen Verbrennungsmotor in Gebäuden, beim Gleisbau in Tunneln und unterirdisch genauso eingesetzt werden wie bei nächtlichen Arbeiten oder in der Nähe von Krankenhäusern oder Schulen. Der Bagger soll die Leistung eines herkömmlichen dieselbetriebenen 1,9-Tonnen-Minibaggers liefern. Dafür kann er mit drei oder vier Lithium-Ionen-Batterien betrieben werden, die eine Speicherkapazität von 15 kWh oder wahlweise 20 kWh bieten. Das reicht den meisten Minibagger-Kunden für eine volle Arbeitsschicht.

Acht Stunden Ladezeit

Die Maschine ist für 230-Volt-Ladung ausgestattet, eine Schnellladefunktion soll in Kürze zur Verfügung stehen. Aus dem Leerzustand dauert das Aufladen mit 16 Ampere Ladestrom acht Stunden. Die Batterien sind darauf ausgelegt, die Nutzungsdauer der Maschine zu überdauern. Ein hocheffizienter Elektromotor mit 48-Volt-System liefert das notwendige Drehmoment für den Antrieb des bedarfsgeregelten Bosch Rexroth-Hydrauliksystems. Es verfügt außerdem über einen 32-l/min-Zweikreis-Hydraulik-Zusatzkreislauf.

Weil die Elektromotor-Hydraulik-Kombination sehr effizient arbeitet, kommt der 19C-1E mit einem klein dimensionierten Hydraulikkühler und einem kleinen, thermostatisch geregelten Elektrolüfter anstelle des konventionellen Motorkühlers aus. Das trägt zu einer längeren Lebensdauer der Batterie und einem niedrigeren Geräuschpegel bei. Da die täglichen Kontrollen von Kühlmittel- und Motorölstand entfallen, ist die Maschine schneller arbeitsbereit als ihr Diesel-Pendant.

Elektromotor stark wie ein Diesel

Die Maschine verfügt über drei Betriebsarten, die der Bediener mit einem Drehknopf anwählt. In der Einstellung „niedrig“ läuft der Elektromotor mit 1.200 U/min, in der Einstellung „allgemein“ mit 1.600 U/min und im Modus „hoch“ mit 1.800 U/min. Zusätzlich gibt einen „Auto Kick Up“-Modus mit 2.300 U/min für das schnelle Verfahren der Maschine zwischen Einsatzorten. Der 19C-1E hat den gleichen verstellbaren Unterwagen und wird mit den gleichen Grabausrüstungen angeboten wie das Dieselmodell und bietet mit dem längeren 1.344-mm-Stiel eine Grabtiefe von bis zu 2.891 mm. Nur sein Gewicht ist mit 1.862 kg geringer als das seines Diesel-Pendants (1.943 kg).

Da der Elektrobagger auf der Premium-Spezifikation des 19C-1 basiert, sind proportionale Kippschalter für Zusatzkreisfunktionen und Auslegerversatz vorhanden. Zur Premiumausstattung gehört außerdem ein Folienschalterfeld rechts neben dem Bediener für alle weiteren Bedienfunktionen. Die Tankuhr weicht hier einer bequem ablesbaren Ladezustandsanzeige. Der Verkauf des Elektrobaggers 19C-1E begann in Deutschland schon im April 2019, als viele andere Hersteller noch Prototypen ihrer Elektrobagger auf der bauma ausstellten. Sogar Elektro-Pionier Wacker Neuson bringt seinen akkubetriebenen Minibagger EZ17e voraussichtlich frühestens 2020 auf den Markt.

Update 26.08.2019:

50 Elektrobagger ausgeliefert

JCB hat im August den nach eigenen Angaben 50sten Elektrobagger 19C-1E ausgeliefert; das Werk von JCB Compact Products im mittelenglischen Cheadle hat seine volle Produktionskapazität erreicht. Überall in Europa und Nordamerika finden sich Interessenten für den elektrisch betriebenen Bagger, der nicht nur um ein Vielfaches leiser als ein dieselbetriebener ist, sondern auch mit niedrigeren Betriebskosten glänzt: JCB verspricht in den ersten fünf Jahren des Betriebs bis zu 50 Prozent niedrigere Kosten für das Laden der Batterien im Vergleich zum benötigten Diesel. Die Servicekosten lägen sogar um 70 Prozent niedriger als beim Dieselmodell.