WorldSkills 2019: Dieser Maurer startet durch

KIEL, 21.08.2019 – Ab morgen finden in Kazan, Russland, die WorldSkills, die Weltmeisterschaft der Berufe, statt. 1.350 Teilnehmer aus über 60 Ländern zeigen in 56 Berufsdisziplinen ihr Können. Für Deutschland geht Christoph Rapp in der Disziplin Maurer an den Start. Der 22-jährige Baden-Württemberger gewann 2018 schon die Goldmedaille bei der Europameisterschaft der Berufe, den EuroSkills.

Ingeborg Mell, Handwerksexpertin bei CWS, traf Christoph Rapp im Precamp.
Ingeborg Mell, Handwerksexpertin bei CWS, traf Christoph Rapp im Precamp. | Foto: CWS by CWS-boco, 2019
Die deutsche Nationalmannschaft wird von Spezialist CWS mit branchenspezifischer Berufskleidung ausgestattet. Jeder Teilnehmer erhält Kleidung für Training und Wettbewerbe, Freizeit und Business-Kleidung für öffentliche Auftritte. Ingeborg Mell, Handwerksexpertin bei CWS, berät die jungen Talente und begleitet sie auf ihrem Weg nach Kazan. Für das B_I baumagazin traf sie Christoph Rapp im Precamp und befragte ihn zu seiner Teilnahme.
Christoph Rapp (22) beim Training: Er tritt im Mauerwerksbau bei den WorldSkills 2019 in Russland an.
Christoph Rapp (22) beim Training: Er tritt im Mauerwerksbau
bei den WorldSkills 2019 in Russland an. | Foto: WorldSkills 2019

Ingeborg Mell: Welche Ausbildung hast du gemacht und wo bist du zurzeit beschäftigt?

Christoph Rapp: Ich habe eine Ausbildung zum Maurer absolviert, die auf 2,5 Jahre verkürzt wurde. Aktuell besuche ich eine Techniker- und Meisterschule, um meinen Meister zu machen. Nebenbei arbeite ich im elterlichen Betrieb Rapp Bau GmbH in Schemmerhofen.

Mell: Was gefällt dir am besten an deinem Beruf?

Rapp: Ich mag es, immer draußen zu sein und zu arbeiten. Auch, dass ich am Ende des Tages mein Arbeitsergebnis sehe.

Mell: Was zeichnet dich aus?

Rapp: Ich würde sagen, eine gute Portion Gelassenheit. Außerdem bin ich ehrgeizig und sehr zielstrebig.

Mell: Gegen wie viele Kontrahenten trittst du an? Welche Aufgabe kommen auf dich bei den WorldSkills zu?

Rapp: Ich werde gegen 30 Wettbewerber antreten. Die Aufgabe ist noch nicht bekannt und wird erst 2 Tage vor dem Wettbewerb an die Experten kommuniziert.

Mell: Warst du als EuroSkills Sieger automatisch für die WorldSkills qualifiziert?

Rapp: Nein, ich war nicht automatisch gesetzt und musste mich ebenfalls qualifizieren.

Mell: Du musstest für die WorldSkills sicher viel trainieren. Was sagen denn dein Arbeitgeber beziehungsweise deine Eltern dazu?

Rapp: Ich habe hart trainiert, aber nicht einen Tag in der Meisterschule gefehlt. Meine Eltern unterstützen mich voll und ganz und sind noch mehr „on fire“ als ich.

Mell: Wie hast du dich auf Kazan vorbereitet?

Rapp: Ich etwa zwei Monate trainiert und zehre noch von den EuroSkills in Budapest und den dadurch verbundenen zwei Jahre Training insgesamt.

Mell: Fühlst du dich als Europameister besonders unter Druck?

Rapp: Ich selbst fühle mich dadurch nicht unter Druck, aber vielleicht andere.

Mell: Wie siehst du deine Chancen?

Rapp: Neues Spiel, neues Glück. Alles ist möglich. Die Teilnehmerzahl hat sich seit den EuroSkills im vergangenen Jahr verdoppelt.

Mell: Worauf freust du dich am meisten?

Rapp: Ich freue mich auf die Erfahrung an sich vor allem. Ich bin wieder gespannt auf den Austausch mit den anderen Nationen.

Mell: Wie wichtig ist dir gute Berufskleidung?

Rapp: Berufskleidung ist sehr wichtig. Sie soll bequem sein, cool aussehen und auch die Branchenzugehörigkeit zeigen. Daher trage ich auch die CWS-Zunftkleidung bei den Wettbewerben.


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