Innerstädtische Gashochdruckleitung mit Primus Line saniert

CHAM, 25.9.2019 – Im Ruhrgebiet ist eine Gashochdruckleitung mit dem System Primus Line saniert worden. Dieses besteht aus einem flexiblen Hochdruckschlauch und spezieller Verbindungstechnik. Die sanierte Stahlleitung DN 250 PN 16 verläuft auf einer Länge von ca. 500 Metern innerstädtisch und kreuzt dabei die BAB 40.

Sanierung einer Gashochdruckleitung mit Primus-Line
Positionierung der Transporttrommel an der Baugrube

Bedingt durch einen in offener Bauweise zu erneuernden 90°-Bogen sowie durch eine Anbindung an eine bestehende Gasdruckregelstation wurde die Leitungstrasse in vier Sanierungsabschnitte unterteilt. Abschnittsweise erfolgte eine erste Kamerainspektion, um die Leitung auf mögliche Hindernisse zu untersuchen. Aufgrund der Verbindung der einzelnen Rohrschüsse der Leitung durch Glockenmuffen mit außenliegenden Schweißnähten waren Fräsarbeiten durch Robotereinsatz nur in geringem Umfang erforderlich. Die Inspektions-, Reinigungs- und Installationsarbeiten konnten innerhalb von zehn Arbeitstagen abgeschlossen werden.

Systemverbinder mit Anschweißenden
Installierter Systemverbinder mit Anschweißenden

Primus Line in der Gasversorgung

Das System Primus Line ist vielseitig einsetzbar. Die innere Schicht des Inliners ist medienspezifisch an das Einsatzgebiet der Leitung (Wasser, Gas oder Öl) auf der Basis von PE bzw. TPU angepasst; die Außenschicht besteht aus verschleißfestem PE. Die Bestandteile des Systems verfügen für den Einsatz in der Gasversorgung, auch über 16 bar, über ein DVGW-Baumusterprüfzertifikat.

Während die patentierte Verbindertechnologie bei der Sanierung von Wasserleitungen über DIN-Flansche mit dem Altrohr längskraftschlüssig verbunden wird, erfolgt die Verbindermontage bei Gasleitungen am sanierten Altrohr bzw. zur Einbindung am Bestandsrohr über Anschweißenden. Die werkseigene Produktion der Stahlverbinder garantiert dabei individuelle Lösungen für projektspezifische Besonderheiten wie z.B. Querschnittsreduzierungen oder Materialübergänge auf PE-HD.
Beim Einsatz von Primus Line in der Gasversorgung werden Maßnahmen zur Überwachung des Ringraumes erforderlich. Grundsätzlich findet bei kunststoffbasierten Rohr- und Sanierungssystemen eine spezifische Permeation zwischen dem Inneren des Liners und dem Ringraum statt. Diese wird durch den materialspezifischen Permeationskoeffizienten quantifiziert. Durch die verwendete spezielle TPU-Innenbeschichtung liegt dieser Koeffizient deutlich unter dem in der DVGW VP 643 festgelegten Grenzwert. Der Druck- und Konzentrationsausgleich zwischen Inliner und Ringraum wird durch eine projektbezogen festgelegte turnusmäßige Druckmessung betrieblich überwacht. Die Rädlinger primus line GmbH empfiehlt das Spülen des Ringraums mit Stickstoff vor Inbetriebnahme eines Sanierungsabschnittes.

Beispiel einer Ringraumüberwachung mit Drehplattenschieber und Kugelhahn | Fotos: Rädlinger Primus Line