Tarifrunde 2019: Hartes Ringen um den Bau-Mindestlohn

FRANKFURT, 17.10.2019 – Am 25. Oktober werden die Tarifverhandlungen über den Branchenmindestlohn für Beschäftigte am Bau fortgesetzt. Runde zwei am 23. September hatte erneut kein Ergebnis gebracht. Die Fronten scheinen verhärtet: Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgeber-Verbänden vor, die Sozialpartnerschaft in Frage zu stellen.

Dietmar Schäfers
„Absolut unverständlich, was den ZDB und HDB veranlasst, das
Fundament für faire Bedingungen am Bau zu zerstören. Mit dem
Weg machen sie den Bau unattraktiv.“ Dietmar Schäfers
Der Bau boomt weiter, die Branche feiert monatlich neue Umsatzrekorde. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes hat seine Umsatzprognose für dieses Jahr auf ein Plus von 8,7 Prozent angehoben, die Rendite bei den Unternehmen des Bauhauptgewerbes soll um drei Prozent steigen. Die IG Bau fordert eine entsprechende Beteiligung der Arbeitnehmer auch über die Mindestlöhne im Bauhauptgewerbe. Dem wollen der ZDB und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) aber offenbar nicht nachgeben.

Im Gegenteil, so die Gewerkschaftsvertreter. Sie werfen den Verbandsspitzen vor, den Mindestlohn für Facharbeiter im Westen abschaffen zu wollen, den Mindestlohn für Facharbeiter im Osten weiterhin nicht zuzulassen und den Mindestlohn für Hilfsarbeiter nur minimal anheben zu wollen. „Selten wurde so deutlich, dass die Arbeitgeber unser System der Sozialpartnerschaft in Frage stellen“, so IG Bau-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt. ZDB und HDB verträten die Philosophie, dass die Beschäftigten auf Grundlage von niedrigen Mindest-Tarifniveaus wesentliche Regelungen zu ihren Arbeitsbedingungen absichern und weitere individuell verhandeln müssten.

Diese Strategie der Arbeitgeber werde zu einer Verschärfung des Wettbewerbs am Bau führen, so Dietmar Schäfers, stellvertretender IG Bau-Bundesvorsitzender. Als billige Alternative würden Arbeitnehmer aus Osteuropa in Deutschland eingesetzt. Der HDB wies den Vorwurf, die Sozialpartnerschaft in Frage stellen zu wollen, zurück, wollte sich aber vor der dritten Runde nicht zu den Verhandlungen äußern.

Eine genaue Prozentzahl für ihre geforderte Erhöhung nannte die Gewerkschaft weiterhin nicht, nur dass sie ein „kräftiges Plus“ erwarte. Zudem fordert sie die Einführung des Mindestlohnes 2 in Ostdeutschland. Aktuell liegt der Bau-Mindestlohn bei 12,20 Euro pro Stunde für Hilfstätigkeiten in Ost- und Westdeutschland und bei 15,20 Euro für Facharbeiten in Westdeutschland.

Mindestlöhne im Dachdeckerhandwerk steigen


Die Mindestlohn-Tarifverhandlungen für das Dachdeckerhandwerk wurden am 17. Juli abgeschlossen. Für Dachdecker mit abgeschlossener Berufsausbildung erhöht sich danach der Mindestlohn ab 1. Januar 2020  um 0,40 Euro auf 13,60 Euro, ab 1. Januar 2021 steigt er auf 14,10 Euro. Für Helfer beträgt der Mindestlohn ab 1. Januar 2020 12,40 Euro, ab 1. Januar 2021 erhöht er sich auf 12,60 Euro.



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