JCB eröffnet neue Deutschlandzentrale

KIEL, 30.10.2019 – JCB hat seine neue Deutschlandzentrale in Frechen bei Köln eröffnet. Rund 40 Millionen Euro hat die Einrichtung gekostet, die neben Büros auch ein modern ausgestattetes Trainings- und Kompetenzzentrum für Kunden und Händler von JCB beherbergt.

von Hendrik Stellmach

JCB Deutschlandzentrale in Frechen bei Köln
JCB eröffnete Anfang Oktober mit Händlern und Geschäftspartnern das neue Trainings- und Kompetenzzentrum in Frechen – laut JCB ein „Erlebnisort für Trainings, Veranstaltungen und Konferenzen für Händler und Kunden, die dem technischen Fortschritt folgen wollen“. | Foto: JCB
Die neue Zentrale in Frechen ist rund dreimal so groß wie der ehemalige Stammsitz der JCB Deutschland GmbH in Köln und liegt im Herzen der Rhein-Ruhr-Region. Direkt an der Autobahn A4, der West-Ost-Verbindung Richtung Niederlande und Belgien, sowie der Nord-Süd-Achse A1 gelegen verfügt JCB hier über eine hervorragende Verkehrsanbindung.

Auf dem über sechs Hektar großen Grundstück befinden sich neben Büros mit mehr als 75 Arbeitsplätzen unter anderem Trainings- und Konferenzräume, Trainingswerkstätten, eine Multifunktionshalle, Produktions- und Lagerhallen sowie eine Kantine. Auf dem gleichen Grundstück befindet sich – mit etwa 75 weiteren Beschäftigten – das vor zwei Jahren errichtete Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum, das Kunden sowie das Händlernetz von JCB Deutschland betreut, das rund 2.000 weitere Mitarbeiter beschäftigt.

Am 1. Oktober eröffnete der JCB-Vorsitzende Lord Bamford die neue Zentrale während einer internen Konferenz, zu der die 50 wichtigsten JCB-Händler aus aller Welt eingeladen waren. „Deutschland ist für JCB ein wichtiger Markt: der zweitgrößte Baumaschinenmarkt in Europa und der fünftgrößte der Welt. Mit dieser Investition setzt JCB auch in den kommenden Jahren auf weiteres Umsatzwachstum“, so Lord Bamford. 2018 erzielte JCB einen Rekordumsatz und verkaufte mit fast 100.000 Maschinen weltweit mehr als je zuvor.
Foyer der JCB-Deutschlandzentrale in Frechen
Mehr als 350 Gäste - mehrheitlich deutsche Händler und Kunden,
aber auch Vertreter aus Politik und regionaler Wirtschaft - kamen
zur Eröffnung im Foyer der neuen JCB-Deutschlandzentrale zu-
sammen. | Foto: B_I

Steigender Bedarf an Schulungen

Komplexere Maschinen und zunehmende Automatisierung stellen Anwender und Servicetechniker vor neue Herausforderungen. Daher müssen Bauunternehmen und Händler in Zukunft mehr in Schulungen und bessere Ausbildung der Mitarbeiter investieren. Das neue Trainings- und Kompetenzzentrum in Frechen soll genau das leisten.

Mittelfristig sollen hier mehr als 3.000 Schulungsteilnehmer pro Jahr zu Themen wie Verkaufstraining, technisches Training, Fahrertraining in Theorie und Praxis und weiteren Themen geschult werden. Dazu dient ein eigener, 1.500 Quadratmeter großer Vorführbereich, in dem der sichere und wirtschaftliche Umgang mit Maschinen trainiert und Kunden die Maschinen vorgeführt werden können.

Treffpunkt für die Baubranche

JCB möchte dadurch laut eigener Aussage auch die langfristige Partnerschaft mit Händlern, Kunden und Zulieferanten im JCB-Händlernetz stärken. Das Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum soll insbesondere Anwendern die Möglichkeit geben, sich partnerschaftlich auszutauschen und die Baubranche technologisch weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei weniger der direkte Maschinenverkauf, sondern die bestmögliche Anwendungslösung für den jeweiligen Kunden. Zudem sind mit den Zulieferanten gemeinsame Trainingseinheiten und Workshops geplant. Außerdem möchte JCB – ähnlich wie das Handelsunternehmen Kiesel in seinem im Oktober 2018 eröffneten „Coreum“ – den über 150 Verbänden und Organisationen, mit denen JCB in verschiedenen Branchen zu tun hat, die Möglichkeit eröffnen, die neuen Räumlichkeiten für Konferenzen und Veranstaltungen für ihre Belange zu nutzen, um branchenspezifische Netzwerke weiter auszubauen.

JCB-Trainingszentrum in Frechen
JCB schult zurzeit 500 Servicemitarbeiter pro Jahr. Die neuen Trainingshallen in Frechen sollen die Bedingungen hierfür deutlich verbessern und langfristig auch JCB-Monteuren aus anderen europäischen Ländern zur Verfügung stehen. | Foto: B_I

Umbauten und Sonderlösungen

Neben den Trainings- und Veranstaltungsoptionen plant JCB, am neuen Standort künftig marktgerechte Um- und Anbauten von Arbeitswerkzeugen sowie Sonderbaulösungen für Großmaschinen anzubieten. Dazu sind die neuen Produktions- und Werkstätten bereits technisch ausgerüstet worden. „Unser größtes Anliegen ist es, eine auf den Kunden perfekt abgestimmte Anwenderlösung zu bieten. Hierzu werden wir entsprechende Kompetenz aufbauen“, so Frank Zander, Geschäftsführer der JCB Deutschland GmbH.

Wachstumschancen auf dem deutschen Markt

JCB hat in den letzten Jahren in Deutschland eine gute Marktentwicklung erlebt. So konnten die Stückzahlen in den vergangenen fünf Jahren – dank der erweiterten Produktpalette und der Verbesserungen im Vertriebsnetz – auf mehr als 4.000 Maschinen verdoppelt werden; 70 Prozent davon gingen an Bauunternehmen. „Die JCB-Produkte passen zum Markt, und mit einem Vertriebsnetz aus engagierten Handelspartnern für Bau, Industrie- und Landmaschinen haben wir alle Chancen, weiter zu wachsen“, sagt Zander. Das Unternehmen plant, seinen Markanteil in den kommenden fünf Jahren auf 14 Prozent zu verdoppeln.

JCB-Deutschland-Geschäftsführer Frank Zander
„Wir haben für den deutschen Markt eine größere Sortimentsbreite als je zuvor.“ – Frank Zander, Geschäftsführer der JCB Deutschland GmbH, glaubt fest an weiteres Wachstum auf dem deutschen Markt. | Foto: B_I
„Deutschland hat sich als besonders stabiler und wenig volatiler Markt auch in Krisenzeiten behauptet. Deshalb zählt Deutschland für JCB zu den Top-5-Regionen weltweit und gilt als sicherer und zuverlässiger Absatzmarkt“, sagt Zander. „Deutschland ist technologisch einer der anspruchsvollsten Märkte überhaupt. JCB sieht sich hier in einer Vorreiterrolle, besonders was Innovationen betrifft, wie zum Beispiel den kompakten Mobilbagger „Hydradig“, den elektrischen Minibagger 19C E-Tec und den elektrischen Teletruk 30-19 E oder unsere Motorentechnologie „Stufe V“, um nur einige davon zu nennen“, so Zander weiter. Auch in der Digitalisierung sei das Unternehmen führend: Weltweit seien schon über 250.000 Maschinen an das Telematiksystem „Livelink“ angebunden, das vorausschauende Wartungen ermöglicht.