Hidromek erobert den deutschen Markt

KIEL, 24.10.2019 – Dass neue Wettbewerber im deutschen Baumaschinenmarkt nicht nur aus China kommen können, beweist der türkische Hersteller Hidromek. Mit 45.000 Maschinen im weltweiten Einsatz und einer Listung unter den 50 umsatzstärksten Baumaschinenherstellern der Welt nimmt das Unternehmen nun Kurs auf den deutschen Markt.

von Hendrik Stellmach

Der HMK 300, Kettenbagger von Hidromek in der 30-Tonnen-Klasse
Alternative in der 30-Tonnen-Klasse: Der HMK 300 von Hidromek setzt wie das Gros der Wettbewerber auf Komponenten anerkannter Hersteller. So kommt beispielswiese der Motor von Isuzu, die Hydraulik von Kawasaki. | Foto: Hidromek


Auf dem deutschen Markt bietet Hidromek zurzeit Radlader, Kettenbagger von sechs bis 50 Tonnen inklusive Umschlag-, Tunnel- und High-Reach-Abbruchbagger, zwei Mobilbagger-Modelle und vier verschiedene Walzenzüge an; ein fünftes Modell soll bald folgen. Im kommenden Jahr soll außerdem auch der elektrische Mobilbagger „Hicon“ erhältlich sein, den Hidromek in diesem Jahr auf der bauma in München erstmals vorgestellt hat. Das Radladermodell 640 mit 4,2 Kubikmetern Schaufelvolumen bekommt Mitte 2020 Verstärkung durch den kleineren 635 mit 3,5 Kubikmetern, und noch im selben Jahr soll auch der Mobilbagger 150 W H4 dazukommen.

Produktion in Ankara ausgeweitet


Unterdessen entstehen am Stammsitz in Ankara auf einem 120 Hektar großen neuen Werksgelände zurzeit neue Produktionshallen, die auch die umfangreiche Komponentenfertigung von Hidromek beherbergen werden und im dritten Quartal 2020 den Betrieb aufnehmen sollen. Im bisherigen Produktionsbereich werden derzeit etwa 5.500 Maschinen jährlich gefertigt, die maximale Kapazität liegt Vertriebsleiter Sebastién Zilyas zufolge aber bei 10.000 Maschinen. In Izmir entstehen seit 2001 die Baggerlader des Unternehmens, in Thailand die Motorgrader, die Hidromek 2013 von Mitsubishi Heavy Industries erwarb. Seit dem Tod von Hasan Basri Bozkurt im Jahr 2018, der das Unternehmen 1978 in Ankara als kleine Werkstatt gegründet hatte, führen seine beiden Söhne die Geschäfte des Unternehmens mit etwa 2.000 Mitarbeitern weiter.

Hidromek-Vertriebsleiter Sebastién Zilyas
Sebastién Zilyas, Hidromek-Vertriebsleiter für Deutschland,
freut sich über den schnellen Ausbau des hiesigen
Händlernetzes: In diesem Jahr sind die Firmen Manske (Lübeck)
und Atlas Leipzig neu dazugekommen, und Zilyas glaubt,
bis Jahresende noch ein oder zwei weitere Vertriebspartner
dazugewinnen zu können. | Foto: B_I

Acht Hidromek-Händler in Deutschland


Seinen Händler-„Beutezug“ in Deutschland begann Hidromek 2018 mit der Z&P Baumaschinen Mietservice GmbH im oberbayerischen Ilmendorf, der Anton Vihl Baumaschinen GmbH & Co. KG in Wertigen bei Augsburg und der Wild Baumaschinen GmbH in Blaufelden (Baden-Württemberg). Inzwischen hat Hidromek quer durch die Republik acht Vertriebspartner mit insgesamt zehn Niederlassungen gefunden und vier bis fünf potenzielle weitere Händler im Blick, und Sebastién Zilyas ist zuversichtlich, ein oder zwei davon noch in diesem Jahr ins Boot holen zu können.

Seit Anfang des Jahres sind auch die Atlas Leipzig Baupartner GmbH und die Manske Baumaschinen-PMS GmbH in Lübeck Hidromek-Händler. Manske, der in den vergangenen Jahren unter anderem Doosan- und anschließend – ab 2012 – Hyundai-Maschinen im Programm hatte, sich ab 2014 mit dem neuen Geschäftsführer Peter Möller aber vorübergehend auf Anbaugeräte für den Abbruch konzentrierte und Kompetenzcenter für Husqvarna-Abbruchtechnik wurde, hat heute neben den Hidromek-Maschinen unter anderem auch Hydrema- und Kubota-Bagger im Angebot.

Hidromek auf der Nordbau-Messe


Präsenz zeigte Hidromek in diesem Herbst auf der Nordbau in Neumünster: Bei seinem ersten Auftritt 2018 noch am südlichen Rand des Freigeländes Süd – inmitten von Nutzfahrzeugherstellern – untergebracht, war der Hersteller in diesem Jahr im Umfeld der großen Erdbeweger im Freigelände Nord schon deutlich besser aufgehoben. Hier, wo im vergangenen Jahr noch Kobelco ausgestellt hatte – gegenüber dem Swecon-Demogelände, das traditionell viele Schaulustige anzieht –, war dem türkischen Hersteller mehr Aufmerksamkeit der Messebesucher sicher.


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