SpectraShield: Schachtsanierung mit „Sandwich-System“

METTMANN, 29.10.2019 – Das Beschichtungsverfahren SpectraShield zeichnet sich durch eine schnelle Aushärtung der Beschichtungsmaterialien und die dadurch stark reduzierbaren Ausführungszeiten aus. Es stammt aus Amerika und wurde dort jahrelang mit Erfolg eingesetzt.

Auftrag des Primers auf die vorgereinigte Fläche
Auftrag des Primers auf die vorgereinigte Fläche

Die Sanierung von Abwasserbauwerken findet in der allgemeinen Sanierungsplanung eine immer größer werdende Bedeutung. Jahrelang wurde bei diesen immer die Sanierung der Kanalhaltungen im Vordergrund betrachtet. „Ein Grund mehr, sich bei der nachfolgenden Sanierung der Abwasserbauwerke Gedanken über ein System zu machen, das auch mit den allgemein angewandten Kanalsanierungsverfahren verbunden werden kann“, meint Uwe Haas, Geschäftsführer der FSB Bautechnik GmbH aus Mettmann. FSB Bautechnik ist Lizenznehmer und einer der Systemanbieter des Beschichtungsverfahrens SpectraShield.

Sandwichbauweise

Die Beschichtung besteht aus zwei Komponenten, die in den Tanks der Beschichtungsanlage vorgehalten, über die Pumpanlagen und Druckschläuche gefördert und erst in der Sprühpistole kurz vor dem Austritt miteinander vermischt werden. Für einen gleichmäßigen Auftrag muss die Verarbeitungstemperatur während des Sprühvorgangs konstant auf 80 Grad gehalten werden.
Kennzeichnend für das Beschichtungssystem SpectraShield ist insbesondere die patentierte Sandwichbauweise. Bei dem mehrlagigen Verfahren wird auf die vorgereinigte Fläche ein Primer aufgetragen. Nachfolgend wird die erste Polyurea-Lage und die „Sandwichfüllung“, ein Polyurethanschaum, aufgetragen. Der Schaum übernimmt durch Aufquellen eine reprofilierende Funktion. Aufgetragen schäumt das Material sekundenschnell auf und die einzelnen Lagen erhärten innerhalb kürzester Zeit. Als letzte Lage der Sandwichbauweise wird die Versiegelungsschicht, eine zweite Polyurea-Lage aufgesprüht.

Beschichtung mit Polyurea
Beschichtung mit Polyurea | Fotos: FSB Bautechnik

Reinigung wichtige Grundlage

Vor Anwendung des Beschichtungsverfahrens werden die zu sanierenden Flächen mit Wasserhöchstdruck gereinigt und durch Haftzugfestigkeitsprüfungen die Sanierbarkeit geprüft. „Auf die Reinigung und die nachfolgende Prüfung der Oberfläche ist ein besonderes Augenmerk zu richten, ansonsten ist mit einem Systemversagen, wie es bei der IKT-Prüfung entstanden ist, zu rechnen“, so Haas. Falls nach der Reinigung festgestellt wird, dass z.B. vorher nicht erkennbare Betonausbrüche sichtbar oder punktuelle Wassereintritte vorhanden sind, müssen diese verschlossen bzw. vorabgedichtet werden.
Im Zuge der Lizenzübernahme wurden die Beschichtungsmaterialien der Prüfung des Deutschen Institutes für Bautechnik (DIBt) unterzogen. In Verbindung mit dem Ausführungshandbuch sind alle Arbeitsschritte geregelt, so dass eine fachgerechte Bauausführung gewährleistet wird.