Kompakter Häcksler von Eliet im Anwendertest

KIEL, 01.11.2019 – Mitte Oktober hat das B_I galabau-Team die Leistungskraft des neuen Super Prof Max Cross Country 4 season Häckslers des belgischen Herstellers Eliet getestet. Zur Verwendung kam nicht nur reines Astholz, sondern auch Grünabfall. In der Anwendung musste die Maschine beweisen, wie wirtschaftlich und effizient sie die verschiedenen Arten von Grünschnitt verarbeitet.

Von Sonja Bauer

In der Garten- und Landschaftspflege oder in Gärtnereien geht es nicht allein um das Häckseln von Holz, sondern auch um das Zerkleinern von Grünschnitt aller Jahreszeiten. Das Ergebnis wird zur Verkompostierung und als Grünmulch verwendet. Genau hier setzt das Häckslerkonzept von Eliet an. Das von uns getestete Modell Super Prof Max Cross Country ist ein neuer Profihäcksler auf Raupenfahrwerk. Mit seiner Breite von 89 cm passt er durch jedes Gartentor. Als einzige Maschine auf dem Markt ist er mit einem 23 PS B&S Vanguard EFI Motor ausgerüstet. Sein Hubraum beträgt 570 cm³. Die Vorteile dieser Motorisierung liegen laut Hersteller in der konstanten Leistung bei weniger Benzinverbrauch und geringerer Geräuschentwicklung. Sein Schallpegel beträgt 116 dB unter geeichten Arbeitsumständen. Dank der Raupen lässt sich der 502 kg schwere, geradeaus selbstfahrende Häcksler problemlos auch über nasse Untergründe manövrieren. Beim Cross Country kann man jede Raupe mit zwei Hebeln separat ansteuern. Werden sie in entgegengesetzte Richtung bewegt, kann sich die Maschine um ihre eigene Achse drehen. Durch diese Wendigkeit erreicht das Modell auch schwer zugängliche Plätze und es kann dort gehäckselt werden, wo geschnitten wird.
Der selbstfahrende Raupenhäcksler erreicht auch schwer zugängliche Bereiche.
Der selbstfahrende Raupenhäcksler erreicht auch schwer zugängliche Bereiche.

Häckselt nach dem Axtprinzip

Eliet hat sich seine Häckseltechnologie patentieren lassen. Bei diesem sogenannten Axtprinzip hacken die Messer der Häcksler wie kleine Beile auf das Schnittgut bzw. den Grünabfall ein. Das Holz wird dabei in Faserrichtung gespalten und zerkleinert. In unserem Fall waren 24 Messer mit 50.000 Schlägen pro Minute am Werk. Der Einzug des Materials mit Aststärken von maximal 13 cm Durchmesser erfolgt selbsttätig, sobald die hydraulische Einzugswalze das Häckselgut zu fassen bekommt. Eliet Außendienstmitarbeiter Fabrizio Gelain machte darauf aufmerksam, dass das Messersystem widerstandsfähig sei gegen Fremdkörper. Sollte z.B. einmal ein Stein in den Hackbereich geraten sein, trommele der Häcksler nur hin und her. Der Anwender bemerke das, schalte das Gerät aus und der Stein lasse sich entfernen. Auch das Schärfen stumpfer Messer sei sehr einfach: „Gerät sekundenschnell werkzeuglos öffnen, mit dem Winkelschleifer einmal durchziehen und die Messer sind wieder scharf. Sollte dennoch einmal ein Messer kaputtgehen, sind nur zwei Schrauben zu lösen, um das Messer zu ersetzen.“, so Gelain.

Blick auf die Messerwelle, das 25er Sieb und die Axelero-Walze.
Blick auf die Messerwelle, das 25er Sieb und die Axelero-Walze.

Bestückung und Auswurf

Wir hatten unseren Holz- und Grünschnitt auf einem Haufen aufgetürmt. Die Hackschnitzel sollten vom Super Prof Max Cross Country direkt auf einen bereitgestellten Anhänger geworfen werden. Völlig unsortiert warfen Fabrizio Gelain und Landmaschinen-Techniker Tobias Albert das Material abwechselnd in die 50x70 cm große Einfüllöffnung, die durch eine Trichteröffnung an der Oberseite eine noch größere Auflagefläche für die Grünabfälle bietet. Die spezielle Form der Trichterwände treibt das Schnittgut immer zum 45 cm breiten zentralen Trichterboden, der sich zur Einzugswalze hin nicht weiter verschmälert. Das hilft beim Einzug stark verzweigter Äste oder voluminösen Schnittguts. Die Messer zerkleinerten das Material so lange, bis es durch die hier verwendete 25er Siebgröße passte. Daraufhin wirbelt eine Art Walze das geschnittene Material ungeachtet des Feuchtigkeitsgehaltes in Richtung Auswurfkanal. Dieses ebenfalls patentierte Auswurfsystem nennt sich Axelero und wurde von Eliet eigens für die neue Generation der Super Prof Häcksler entwickelt. Es mache den Super Prof zu allen Jahreszeiten einsetzbar, versichert der Hersteller.

Das Eco Eye-System reduziert u.a. den Kraftstoffverbrauch in den passiven Laufzeiten.
Das Eco Eye-System reduziert u.a. den Kraftstoffverbrauch in den passiven Laufzeiten.
Das optionale Eco Eye-System überwachte die Arbeit unserer Anwender. Ein Infrarot-Auge mit einer Reichweite von 280 Grad erkennt, ob sich ein Bediener mit Hackgut nähert. Kommt über eine bestimmte, vorab gewählte Zeitdauer kein Bediener in die Nähe des Einfülltrichters, schaltet die Maschine automatisch die Motorleistung herunter und geht in die Warteposition. Nähert sich der Bediener, schaltet sich die Maschine selbsttätig wieder hoch. Tobias Albert hätte sich am liebsten einen noch breiteren Einfülltrichter gewünscht, was aber die Durchfahrbreite der Maschine erhöhen würde. Nur wenige Male kam es zum leichten Stau, der sich aber durch ein verändertes Einlegen des Häckselgutes im Handumdrehen beheben ließ. Durch die Einfachheit der Bedienung und Leistungskraft des Häckslers machte die Arbeit schnelle Fortschritte.
Die Maschine häckselt Holz genauso wie voluminöse Grünabfälle. Der Anwender muss das Material also nicht vorsortieren.
Die Maschine häckselt Holz genauso wie voluminöse Grünabfälle. Der Anwender muss das Material also nicht vorsortieren.
Das Auswurfrohr aus hochwertigem Kunststoff hat eine Auswurfhöhe von 200 cm und einen Schwenkbereich von 300 Grad. Es ist korrosionsbeständig, glatt, lärmisolierend und durch niedrigen Luftwiderstand wenig anfällig für Verstopfungen. Unsere Hackschnitzel wurden mit einer solchen Wucht auf den Anhänger befördert, dass wir ein Hochbord gebraucht hätten, um zu verhindern, dass Material danebenfliegt. Für den Transport des Häckslers wird das Auswurfrohr umgeklappt und an der Maschine befestigt. Auf diese Weise beträgt die Gesamthöhe der Maschine 145 cm, ideal für das Verladen in einen Transporter.
Das Häckselgut kann als Mulchschicht für den Boden oder zur Kompostierung verwendet werden.
Das Häckselgut kann als Mulchschicht für den Boden oder zur Kompostierung verwendet werden.

Elektronische Datenauswertung

Über einen LCD-Bildschirm kommuniziert der Super Prof mit dem Bediener. Nützliche Maschinendaten sind hier ebenso ablesbar wie die nächsten Wartungstermine. Eine regelmäßige Wartung beugt hohen Reparaturkosten vor. Praktisch, auch im Falle einer Vermietung, sind bspw. der integrierte Job- und Häckselzähler. Das Display liefert entsprechende Daten für die Möglichkeit einer korrekten Abrechnung. Zusätzlich sorgt das Eco Eye-System dafür, dass der Kraftstoffverbrauch in den passiven Laufzeiten verringert wird und weitere Einsparungen realisiert werden können. Laut Herstellerangaben ist der Wiederverkaufswert für eine gebrauchte Maschine auf dem Markt hoch.

Der Super Prof Max Cross Country beeindruckte durch seinen effizienten Einzug ohne schieben oder nachhelfen. Trotzdem ist die Maschine sehr handlich.
Der Super Prof Max Cross Country beeindruckte durch seinen effizienten Einzug ohne schieben oder nachhelfen. Trotzdem ist die Maschine sehr handlich.
Fabrizio Gelain (l.) und Tobias Albert beschickten den Häcksler abwechselnd. Das gewährleistete schnellen Arbeitsfortschritt. | Fotos: B_I/Bauer
Fabrizio Gelain (l.) und Tobias Albert beschickten den Häcksler abwechselnd. Das gewährleistete schnellen Arbeitsfortschritt. | Fotos: B_I/Bauer
Das Modell Mega Prof von Eliet haben wir ebenfalls schon genauer unter die Lupe genommen. Lesen Sie unseren Artikel.