Gerhard Büttner (r.) und Martin Eckl vor der Carbonisierungs-Anlage in Rieden. | Foto: Carbon Cycle
Gerhard Büttner (r.) und Martin Eckl vor der Carbonisierungs-Anlage in Rieden. | Foto: Carbon Cycle

Pflanzenkohle – ein Stoff mit Zukunft?

RIESEN, 06.11.2019 – Im bayerischen Rieden wird seit Juni von der Firma Carbon Cycle GmbH & Co. KG Pflanzenkohle hergestellt. Das nachhaltig geführte Unternehmen möchte mit dem Produkt Lösungen für Probleme der modernen Landwirtschaft bzw. Landespflege anbieten und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die Gesellschafter von Carbon Cycle bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen Berufsfeldern ein. Zum Gründerteam gehören Geschäftsführer und Entwickler Gerhard Büttner, Dr. Rudolf Zeitler, Martin Eckl und Michael Wiederer. Insgesamt arbeiten bisher sechs Personen im Unternehmen. Der Produktionsprozess erfolgt in einer CTS-Carbonisierungsanlage. Als Rohstoff dient Biomasse, die pyrolytisch verkohlt wird. Dabei bezieht das Unternehmen den Rohstoff Hackschnitzel regional im Umkreis von max. 80 km. Mit der Abwärme aus dem in einem Blockheizkraftwerk erzeugten Strom werden die Hackschnitzel getrocknet. Einsatzmöglichkeiten für das Endprodukt Pflanzenkohle gibt es laut Hersteller im Humusaufbau, als Bau- oder Filterstoff, als schwerentflammbaren Dämmstoff ohne nennenswerte Rauchentwicklung, in der Stallhygiene, in der Futtermittel- und Kosmetikindustrie. Die Verwendung von Pflanzenkohle vermindert Nährstoffverluste und Nitratauswaschungen, der Einsatz von Düngemitteln lässt sich damit reduzieren, das Grundwasser wird geschützt und die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Beim Einsatz einer Tonne qualitativ hochwertiger Pflanzenkohle können bis zu 3,6 t Kohlendioxid über Jahrhunderte hinweg gebunden und im Boden eingelagert werden, heißt es von Unternehmensseite. Selbst der Weltklimarat betrachtet in seinem Bericht aus dem Jahr 2018 das Verfahren der pyrolytischen Verkohlung von Biomasse als „Missing Link“ für das Erreichen des 1,5° C Klimaziels.

Premium Pflanzenkohle

Während die in Rieden hergestellte „Öko Feed“ Pflanzenkohle bei der Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel eingesetzt wird, kann das Produkt „Öko Terr“ in der Landwirtschaft bspw. mit Gülle aufgeladen werden, sodass es bei der Ausbringung zum natürlichen Dünger wird. In der Landespflege eignet sich die mit Kompost aufgeladene Pflanzenkohle „Öko Terr“ z.B. zur Herstellung eines Terra Preta ähnlichen Substrates, wenn anteilig zusätzlich Ton- und Urgesteinsmehl zugemischt werden. Die Untermischung von „Öko Terr“ unter den Kompost steigert nachweislich die Rückhaltefähigkeit von humusarmen und sandigen Böden, lockert schwere und verdichtete Böden, speichert bis zum 5-fachen des Eigengewichtes an Wasser und die darin gelösten Nährstoffe und bietet optimalen Lebensraum für Mikroorganismen. Nicht zuletzt durch diese Eigenschaft ist die Premium Pflanzenkohle der Carbon Cycle GmbH & Co. KG ein Lösungsansatz zur Überbrückung von Trockenperioden in heißen, regenarmen Sommern, so der Hersteller. Ebenso könnten die Auswirkungen von Starkregenereignissen bei entsprechender Anwendung der Pflanzenkohle abgemildert werden. Die hochwertige Pflanzenkohle von Carbon Cycle entspricht den Grundlagen der deutschen Düngemittelverordnung und unterschreitet nachweislich die relevanten Grenzwerte. Auf Wunsch sind vom Hersteller auch die Produktanalysen erhältlich. Anforderungsspezifisch kann die Pflanzenkohle mit unterschiedlichen Stoffen angereichert werden, was ebenfalls zum Leistungsumfang des Unternehmens gehört. Mehr Infos unter www.carbon-cycle.de.