Bobcat Demo Days: Vorschau auf die neuen starken Katzen

KIEL, 20.11.2019 – Neue Maschinen, die in typischen Arbeitsszenarien gezeigt werden – das ist das Besondere an den Demo Days, zu denen Bobcat im Oktober nach Dobris nahe Prag eingeladen hatte. Händler, Kunden und die Fachpresse kamen – insgesamt rund 700 Gäste. Die Besucher konnten die Maschinen inklusive der großen Palette an Anbaugeräten selbst ausprobieren.

von Rudi Grimm

Bobcat Lader der M-Serie
Die neuen Lader der M-Serie zeigen sich mit neuen Stage V-Motoren, höherer Leistung und größerem Komfort gut gerüstet, um den Anspruch von Bobcat auf die Marktführerschaft bei Kompaktladern zu unterstreichen. | Foto: Bobcat

Es gab viel Neues zu sehen: Drei neue Lader mit Stufe V-konformen Motoren und eine Vorschau auf zwei Lader, die im Laufe des Jahres 2020 kommen sollen. Präsentiert wurde ein neues Design für die Bobcat-Maschinen sowie das neue Entwicklungszentrum. Auch Prototypen neuer Maschinen wurden gezeigt, über deren Markteinführung noch nicht endgültig entschieden ist. Die Meinung der Besucher war gefragt, ob die Produkte marktfähig sind.
Rechtzeitig vor den Demo Days wurde die Unternehmenszentrale für die EMEA-Region von Waterloo in Belgien in einen Neubau in Dobris verlegt. 10 Millionen Euro hat Bobcat in das Gebäude investiert, das Arbeitsplätze für 200 Mitarbeiter bietet. Auf dem sogenannten Bobcat-Campus in Dobris sind jetzt die Unternehmenszentrale, die Entwicklung, die Produktion und die Schulung für Europa, den Nahen Osten und Afrika (die EMEA-Region) an einem Ort konzentriert. 1.400 Mitarbeiter sind hier insgesamt beschäftigt. Für 2019 plant Bobcat, mehr als 20.000 Maschinen in Dobris fertigzustellen.

Gustavo Otero, Präsident von Doosan Bobcat EMEA

Bereit für die Elektrifizierung

Erst vor kurzem hat Bobcat mit dem elektrischen Minibagger E10e eine Weltneuheit in der 1t-Klasse auf den Markt gebracht. Diese Größenklasse stellte nach den Worten von Gustavo Otero, Präsident von Doosan Bobcat EMEA, die größte Herausforderung für die Elektrifizierung dar. Die Grundlagen der Maschine sollten bei der Elektrifizierung erhalten bleiben. Diese Technologie auf größere Maschinen zu übertragen, ist leichter. „Jetzt können wir Gas geben“, erklärte Otero.
Allerdings sei der Fokus auf den elektrischen Antrieb in den Ländern sehr unterschiedlich. Die größte Nachfrage nach elektrischen Maschinen gebe es gegenwärtig aus Skandinavien, den Benelux-Ländern und Deutschland. Wenn der Markt es verlange, könnte Bobcat sehr schnell weitere elektrische Maschinen entwickeln – auch Lader.

Neue Lader jetzt mit Stufe-V-Motor

Zunächst stellte Bobcat die neuesten Version der Modelle S450, S510 und S530 mit Dieselmotoren vor. Der neue Stufe V-Motor wurde so in die Maschinen eingepasst, dass die gleichen kompakten Außenmaße eingehalten werden konnten wie bisher. Diese drei Modelle der M-Serie in der Gewichtsklasse von 2,2 bis 2,8 t gehören zu den Bestsellern bei Bobcat. Mit besseren Leistungswerten und noch mehr Komfort sollen sie die Spitzenposition im Markt für Bobcat auch weiterhin sichern.
Bei gleicher Leistung bieten die Motoren ein um 37 Prozent erhöhtes Drehmoment, was das Arbeiten bei niedrigeren Drehzahlen und damit geringerem Geräuschpegel und niedrigerem Kraftstoffverbrauch ermöglicht. Für die Modelle S510 und S530 ist eine Hochleistungshydraulik verfügbar. Das macht die Maschinen noch vielseitiger einsetzbar, da nun auch Anbaugeräte wie z.B. Kaltfräsen und Radsägen genutzt werden können, die eine höhere Hydraulikleistung erfordern.
Eine optional verfügbare Klimaanlage und verlängerte Wartungsintervalle runden das neue Maschinenkonzept ab. Die erste Wartung ist jetzt erst nach 500 Betriebsstunden fällig. Die „Deluxe“-Instrumententafel, die in den Vorgängermodellen noch optional war, ist bei den neuen Stufe V-Ladern serienmäßig enthalten. Wichtigste Vorteile laut Bobcat: eine größere Sprachauswahl und Telematik zum Schutz der Maschine und zur Leistungsüberwachung. Erhalten geblieben ist die Kompaktheit und Manövrierfähigkeit der Maschinen auf engstem Raum, sowie die gute Sichtbarkeit bei Hebe- und Ladearbeiten. Jeder zweite Kompaktlader der Welt ist nach Angaben des Unternehmens ein Bobcat-Lader. Die neue M-Serie hat das Zeug, zu diesem Erfolg weiter beizutragen.

Bobcat Lader der R-Serie in neuem Design
Die erst im nächsten Jahr auf den Markt kommenden Lader der R-Serie zeigten sich auf den Demo Days im neuen Markendesign. Es soll Widerstandsfähigkeit, Vielseitigkeit und Manövrierfähigkeit darstellen. | Foto: Grimm/B_I baumagazin

Vorschau auf neue Lader der R-Serie

Im kommenden Jahr werden zwei neue Lader der R-Serie auf den Markt kommen, der S 580 auf Rädern und der T580 auf Raupenfahrwerk. Im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen sollen sie mehr Leistung und Komfort bieten. Herausragende Merkmale sind das neue LED-Beleuchtungssystem, neue Touchscreen-Bildschirme in 5-Zoll oder 7-Zoll Größe, die detaillierte Informationen zum Zustand der Maschine liefern. Alle Lader der R-Serie werden mit Hubarmen aus Gussstahl ausgestattet, die 20 Prozent stärker sind als die vorherigen Stahlkonstruktionen.

Neue Optik für alle Bobcat-Maschinen

Die neuen Lader der M- und R-Serie sind die ersten Maschinen in einem neuen Design. Mit ihnen führt Bobcat eine neue Markenidentität ein, die sich in neuen Designelementen niederschlägt. Auch in Zukunft soll die Markenbotschaft „One-Tough-Animal“ erhalten bleiben, in etwa zu übersetzen als „eine zähe Maschine für viele Aufgaben“. Stärker sollen die Kernqualitäten der Maschinen wie „widerstandsfähig“, „vielseitig“ und „manövrierfähig“ hervorgehoben und im neuen Design verankert werden.

Bobcat Konzeptmaschine Quad-Track-Lader
Der Quad-Track-Lader ist eine Konzeptmaschine, bei der vier Raupenlaufwerke die Räder ersetzen können. Die Maschine kommt auf den Markt, wenn sich herausstellt, dass wirklich Bedarf dafür vorhanden ist. | Foto: Grimm/B_I baumagazin

Neues Innovationszentrum

Das neue Bobcat-Innovationszentrum feierte bei den diesjährigen Demo Days Premiere. In diesem Zentrum werden neue Ideen und Prototypen entwickelt. 150 Mitarbeiter sind hier tätig. Prototypen können in Einzelanfertigung hergestellt werden. Dabei kommt auch ein 3D-Drucker zum Einsatz, der Teile für Maschinenprototypen drucken kann. Teile bis zu einer Größe von 90 x 90 x 60 cm kann der Drucker herstellen. Dadurch wird der Bau von Prototypen deutlich beschleunigt.
Das Entwicklungszentrum enthält außerdem diverse Teststationen. In einer Klimakammer können Maschinen bei Temperaturen zwischen -40 und +60 Grad getestet werden. In einer großen, speziell geräuschgedämmten Halle lassen sich die Schallemissionen von Maschinen unabhängig von örtlichen und klimatischen Gegebenheiten ermitteln. An speziellen Stationen kann die Lebensdauer von Maschinen und Teilen abgeschätzt werden. Innerhalb von drei Monaten lassen sich 1.000 Betriebsstunden simulieren.
Auf den Demo Days wurde eine neu entwickelte Konzeptmaschine vorgestellt – ein sogenannter Quad-Track-Lader. Anstelle der Räder wurden vier Raupenfahrwerke an den Lader geschraubt. Die Maschine soll sich so noch vielseitiger an die Umgebung und Einsatzmöglichkeiten anpassen. Jetzt soll die Marktfähigkeit der Maschine ermittelt werden. Eine Produktion ist noch nicht sicher.

Akustikkammer im Bobcat-Innovationszentrum
Das neue Innovationszentrum hat mehrere Stationen für das Testen von Prototypen. Auf dem Bild ist die großzügige Akustikkammer zu sehen, die unabhängig vom Wetter und von örtlichen Gegebenheiten die Messung von Geräuschemissionen ermöglicht. | Foto: Bobcat

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